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Warum sich ältere Frauen vermehrt scheiden lassen

Während die Scheidungsrate allgemein sinkt, steigt sie bei den über 50-Jährigen tendenziell an. Warum ist das so? Eine US-Studie gibt Aufschluss.

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Warum sich ältere Frauen vermehrt scheiden lassen
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Die guten Nachrichten: Die Scheidungsrate sinkt tendenziell. Die schlechten: Noch immer werden rund 40 Prozent aller Ehen in Österreich geschieden. Das Erstaunliche daran ist aber, dass die Gesamtrate bei den über 50-Jährigen seit Jahren steigt. Das heißt: Ältere Paare lassen sich vermehrt scheiden. Jüngstes prominentes Beispiel ist etwa die Ehe von Thomas und Thea Gottschalk. Für dieses Phänomen gibt es allem Anschein nach einen ganz bestimmten Grund: "Die Frauen sind oft in Pension, haben keine ehelichen Verpflichtungen sowie beruflichen Aufgaben mehr und genießen einfach das Leben“, erklärt die Soziologin Susan Brown von der Bowling Green State University in Ohio.

"Viele warten mit einer Scheidung, bis die Kinder das Haus verlassen haben"

Brown untersucht zwar die Scheidungsrate in den USA, doch wie die Soziologin Ulrike Zartler gegenüber dem ORF betont, sei dieser Trend durchaus auch in Österreich zu beobachten. "Die Scheidungsrate sinkt zwar generell, steigt aber bei Paaren, die 25 Jahre oder länger verheiratet sind." In Wien werden übrigens mit 46,7 Prozent die meisten Ehen geschieden. Laut den Untersuchungen in den USA sei die Kinderfrage oft eine wichtige: "Viele warten mit einer Scheidung, bis die Kinder das Haus verlassen haben“, so Susan Brown. Eine wichtigere Rolle als beispielsweise der Gesundheitszustand der PartnerInnen sei zudem die Qualität der Ehe. Die Ansprüche an die Ehe hätten sich gewandelt: Bevor man nur noch nebeneinander "herlebt", gehe man lieber getrennte Wege.

Auch die finanzielle Absicherung von Frauen spiele eine Rolle: "Die Frauen können sich eine späte Scheidung schlicht besser leisten", sagt Brown. Bei diesem Phänomen spricht man übrigens auch von der "grey divorce revolution". Die Scheidung bleibt laut den US-Daten nicht ganz ohne Folgen: Der Lebensstandard bei Frauen sinkt um 40 Prozent, der der Männer nur um 20. Und: Depressive Symptome steigen nach der Scheidung sprunghaft an. Die Hälfte der Männer heiratet dann sogar noch einmal. Bei Frauen sind es nur ein Viertel.

Fazit: Das "verflixte 7. Jahr" dürfte also nicht mehr die größte Hürde in der Ehe sein...

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