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Warum Sommerregen so gut riecht

Er ist heiß ersehnt – im wahrsten Sinne des Wortes: Sommerregen. Ein wunderschönes Geräusch, ein bisschen Abkühlung und dieser Geruch! Doch woher kommt der?

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Warum Sommerregen so gut riecht
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Dieses erleichternde Gefühl, wenn nach einer langen Hitzeperiode endlich Regen fällt. Dieses beruhigende Geräusch, wenn wir abends im Bett liegen und das Fenster offen haben, im Wissen, dass die Luft bald ein bisschen frischer sein wird und wir endlich getrost durchatmen können – Sommerregen ist schon was wunderbares. Und dieser Duft erst! Uns liegt noch der Song von Fanta 4 aus dem Jahr 2004 im Ohr: "Der Regen wäscht auf jeden Fall, weg was war...es riecht noch nach Regen...". Doch es stellt sich die Frage: Wenn Wasser geruchlos ist, wie kann dann Regen riechen? Petrichor – so heißt der Geruch von Regen. Der Begriff stammt aus der griechischen Mythologie: "Petros" bedeutet Stein, "Ichor" ist die Flüssigkeit, die durch die Adern der Götter floss. Was für eine Metapher!

Nicht das Wasser riecht, sondern die Erde

Die Wissenschaft hat sich natürlich mit dem Phänomen des Regengeruchs beschäftigt. Cullen Buie und Young Soo Joung vom MIT in den USA beweisen mit ihren Aufnahmen, wie Petrichor entsteht. Mit verantwortlich für den Geruch sei ein Alkohol namens Geosmin. Der wird von Bakterien im Erdboden produziert und wird treffend "Erdgeruch" genannt. Dann wäre da noch ein gelbes Öl, das Pflanzen freisetzen und das Ozon, das durch die Gewitterblitze entsteht – beides ebenfalls essentiell für den Regengeruch.

Jeder Regen riecht anders

Warum jeder Regen anders riecht, wollten die Forscher mit Hilfe von Zeitlupenfilmen von Regentropfen messen. Sie prüften den Aufprall der Regentropfen – dieser Vorgang ist nämlich wesentlich für den Duft, meinen die Forscher. Der Aufprall erzeugt Blasen, in denen sich Kleinstpartikel aus dem Boden ansammeln und die enthalten das Aroma der Erde (wir habens jetzt irgendwie in der Nase). Der Geruch tritt also aus, wenn die Bläschen platzen – und das ist je nach Intensität des Regens anders. Wie intensiv es dann nach Regen riecht kommt auch auf die Porösität des Bodens an, wie feucht er ist und wie stark es schließlich regnet. Wenn die Erde trocken ist, kann sich der Geruch besser entfalten, das heißt, dass nach langen Hitzeperioden und leichtem Regen der Regenduft am intensivsten ist. Wir hoffen jetzt insgeheim auf ein bisschen Niederschlag, um ehrlich zu sein.

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