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Warum du keine Videos oder Bilder zum Anschlag teilen solltest

Nach dem gestrigen Terroranschlag in Wien kursierten bald dutzende Videos dazu in sozialen Netzwerken. Was jedoch verheerende Folgen haben kann.

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Warum du keine Videos oder Bilder zum Anschlag teilen solltest
© iStock

Schockierende und vor allem verstörende Videos und Bilder wurden und werden leider immer noch seit dem gestrigen Terroranschlag in Wien auf Facebook, Instagram, Twitter, TikTok, WhatsApp und Co geteilt.

Das Innenministerium bittet all jene, die als AugenzeugInnen Videos und Fotos gemacht haben, diese der Polizei zur Verfügung zu stellen. Damit könne man bei der Ausforschung und Identifizierung der Täter helfen (Uploadplattform für Videos: Upload.bmi.gv.at).

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) appellierte jedoch eindringlich, diese Videos von der Tat nicht in sozialen Netzwerken zu teilen, da dies nicht nur die Ermittlung behindern, sondern auch traumatisierend sein könne.

Terroristen machen Videos und Livestreams ihrer Verbrechen, weil sie damit verewigt sowie unsterblich werden wollen. Und massive Unsicherheit oder Panik verbreiten wollen, die unser tägliches Leben beeinflussen und zur Spaltung unserer Gesellschaft führen sollen. Tu ihnen also nicht den Gefallen, hilf solchen Leuten nicht und verbreite die Videos und Bilder ihrer Taten nicht weiter.

Beispielsweise beim Attentat von Christchurch in Neuseeland, schaffte man es, den Namen des Täters aus den Medien herauszuhalten. Es wurden keine Fotos und keine Videoaufnahmen von ihm gezeigt, um ihm und seinen Ansichten keine Bühne zu geben. Natürlich können und sollen professionell Hintergründe recherchiert und darüber berichtet werden - aber blutige Aufnahmen helfen dabei keineswegs.

Denn diese Aufnahmen werden auch von Kindern gesehen. Solltet ihr Kinder mit Smartphones oder Zugang zum Internet haben, achtet jetzt besonders darauf, was sie sehen könnten. Selbst in WhatsApp-Gruppen von Schülerinnen und Schülern werden aktuell Aufnahmen gepostet, die auch für Erwachse angsteinflößend sein können.

Sprich als Gegenmaßnahme mit deinen Kindern, merke in den Gruppen an, dass solche Nachrichten nicht geteilt werden sollen.

Und auch Personen, die von der Krise betroffen sind, werden lieber von Nachrichten dieser Art verschont. Eine unserer Redakteurinnen befand sich gestern Abend in einem Restaurant am Wiener Opernring und durfte dieses aus Sicherheitsgründen stundenlang nicht verlassen: „Die Situation war beängstigend und undurchsichtig. Mein Handy ging über, Infos von allen Seiten. Zur Beunruhigung aller Anwesenden kursierten die Videos vom Schusswechsel durch diverse soziale Medien und WhatsApp-Gruppen.
Statt einen kühlen Kopf zu bewahren, kam Panik auf. Der Ernst der Lage war uns allen bewusst. Das Verschicken dieser extremen Inhalte hat niemandem zu keinem Zeitpunkt geholfen."

"In erster Linie löst so eine unbeschreibliche Situation Angst aus", so der Koordinator für Psychiatrie, Ewald Lochner heute zum ORF. Man müsse darüber reden, notfalls auch mit externer Unterstützung. Die entsprechenden Angebote wurden bereits aufgestockt.
Falls du mit der aktuellen Situation überfordert bist, zögere nicht, dir hier Hilfe und Rat von 0 bis 24 Uhr zu holen:

Notfallpsychologischer Dienst Österreich: 0699/ 188 554 00
Psychiatrische Soforthilfe für Wien: 01 31330
Telefonseelsorge: 142 (Notruf)
Rat auf Draht: 147

Thema: Report