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Sologamie: In Hamburg hat sich eine Frau selbst geheiratet

Noch nicht den richtigen Partner gefunden, einen schweren Lebensweg abgeschlossen oder einfach nur sich selbst feiern: Frauen rund um den Globus heiraten sich selbst. Zuletzt sogar in Hamburg.

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© Photo by Anna Utochkina on Unsplash

In Liebesdingen stehen wir heutzutage vor unzähligen Lebenswegen: Wir können einen Partner finden, eine Partnerin, mit dieser Person für immer zusammenbleiben ohne Trauschein oder mit, wir können uns dann aber auch wieder scheiden lassen oder uns auf Zeit trennen. Wir können auf Tinder gehen, flirten, daten, sexuelle Abenteuer erleben und dann glücklich solo ins eigene Bett fallen. Wir können aber auch mit drei verschiedenen Menschen in ein und derselben Beziehung sein, ohne, dass jemand eifersüchtig wird. Und dann können wir einer Person das Ja-Wort geben, die hoffentlich immer für uns da ist: Uns selbst.

Wo hat es angefangen? In Japan, natürlich.

Sologamie ist ein Trend, der seit einigen Jahren rund um den Globus immer wieder auftaucht. Oscar Wilde sagte schon: "Sich selbst zu lieben ist der Beginn einer lebenslangen Romanze." Und so heiraten Menschen sich selbst, wobei diese Solo-Ehe in den verschiedenen Kulturen verschiedene Bedeutungen haben kann. Vor kurzem heiratete die erste Deutsche sich selbst in einer Kirche in Hamburg. Sie bekam keine Papiere, die Ehe ist nicht rechtskräftig und auch vor Gott gilt sie nicht. Doch wie die Welt berichtet, ging es der Hamburgerin auch nicht um solche Formalitäten. Laut dem Pastor habe sie eine schwierige Lebensgeschichte gehabt, von der sie sich mit dem öffentlichen Bekenntnis zu sich selbst verabschieden wollte. Familienmitglieder und Freunde feierten mit ihr.

Laut dem Pastor gehe es Personen, die sich selbst ehelichen, um einen Akt der Selbstliebe und Selbstfindung. Man wolle zeigen, dass man sich so und das eigene Leben so akzeptiert, wie es ist. Und alle sollen das sehen. Im deutschsprachigen Raum war die Hamburger Solo-Hochzeit eine Premiere. Doch in anderen Ländern wird so eine Zeremonie immer wieder durchgeführt. Vorreiter ist wie bei vielen etwas schrägen Konzepten Japan. Dort gibt es den Trend schon seit mehreren Jahren, wenn auch aus anderen Gründen. Denn in Japan gilt es noch immer als Schmach, wenn eine Frau über 30 noch keinen Partner fürs Leben gefunden hat. Es gibt sogar ein eigenes Wort dafür: "Makeinu", übersetzt "Verliererhund".

Auch ohne Partner glücklich durchs Leben gehen

Frauen, die sich also nicht immer vor ihrer Familie, Bekannten und sogar Kollegen rechtfertigen wollen, warum sie noch keinen Mann gefunden haben, können Solo-Weddings im großen Stil inszenieren und sich dann mit einem gemieteten Schauspieler als Ehemann ablichten lassen. Viele Frauen sehen in der Solo-Hochzeit aber auch die Möglichkeit, gegen die japanischen Normen aufzubegehren und sich einfach selbst zu feiern. So wie es auch Laura Mesi gemacht hat. Die Traumhochzeit der Italienerin ging 2017 viral. 70 Gäste waren eingeladen, als sich Mesi selbst den Ring an den Finger steckte. Warum sie das gemacht hat? Weil sie unbedingt vor 40 heiraten wollte, aber sie keinen passenden Partner gefunden hatte. Man solle sowieso zuerst sich selbst lieben lernen, bevor man jemand anderen lieben kann, meinte die Italienerin und fuhr allein und zufrieden auf Flitterwochen.

Themen: Liebe, Hochzeit

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