Ressort
Du befindest dich hier:

Was bewirkt Laktose?

Immer mehr Menschen sind sicher, keine Milch zu vertragen. Deshalb füllen sich die Regale mit laktosefreien Produkten. Doch was sind die Ursachen der Milchzucker-Intoleranz? Wir haben nachgeforscht.

von

Was bewirkt Laktose?
© robertprzybysz/iStock/Thinkstock

Für Kinder ist es völlig normal, Kuhmilch zu trinken. Doch mit zunehmendem Alter konsumieren die meisten Menschen immer weniger davon. Trinkt man als Erwachsener wieder einmal ein Glas, reagiert so mancher mit Bauchkrämpfen, Blähungen, Übelkeit oder Durchfall. Dahinter kann eine Milchzuckerunverträglichkeit stecken. Wir wollten wissen, worauf man achten soll und ob laktosefreie Produkte Sinn machen.

Was ist Laktoseintoleranz genau?
Laktose ist die Bezeichnung für den Milchzucker, der in jeder Säugetiermilch enthalten ist (also auch Schaf-, Ziegen-, Stuten- oder Kamelmilch). Er wird mit dem Enzym Laktase im Dünndarm aufgespalten und vom Körper aufgenommen. Ist nicht genügend Laktase vorhanden, geht ein Teil davon in den Dickdarm. Das führt dann zu den unangenehmen Folgen. Achtung: Die Intoleranz darf nicht mit einer Allergie verwechselt werden. Bei dieser reagiert das Immunsystem auf das Milcheiweiß. Betroffen davon sind vor allem Kleinkinder (etwa 2-3 Prozent). Durchfall oder ein schwaches körpereigenes Abwehrsystem können ein Hinweis darauf sein.

Wie viele Menschen sind betroffen?
Das ist regional sehr unterschiedlich. Während in Südostasien bis zu 90 Prozent der Erwachsenen Probleme mit der Laktose haben, gibt es in Österreich nur 15-20 Prozent Betroffene. Je stärker die Milchwirtschaft in einer Gesellschaft traditionell verankert ist, desto weniger Menschen haben dieses Problem. Ein Arzt kann über den Atem oder mittels Blutzuckertest eine Intoleranz feststellen.

Was passiert dabei im Körper?
Wenn die Laktose nicht komplett im Dünndarm aufgespalten wird, gelangt sie in den Dickdarm. Die dort lebenden Bakterien verarbeiten sie weiter, dabei entstehen Gärungsgase, die den Bauch aufblähen. Außerdem halten die Säuren Wasser im Dickdarm zurück, das kann zu Durchfall führen. Weitere, eher unspezifische Symptome sind Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen.

Wo ist Laktose überall drin?
Natürlich in allen Milchprodukten, werden diese aber gesäuert oder fermentiert, wird der Gehalt geringer. Deshalb vertragen viele Joghurt, Käse oder Butter besser. Aber auch in Produkten, bei denen man es nicht vermuten würde, findet sich Laktose. Vorsicht bei Fertiggerichten, Wurstwaren, Süßstoffen, Tiefkühlkost, Backmischungen, Trockenmüsli, Margarine und sogar Medikamenten.

Welche Ersatzprodukte gibt es?
Bei starken Beschwerden sollten Sie laktosehältige Nahrungsmittel gezielt weglassen. Als Ersatz für Milch oder Schlagobers in Suppen und Saucen können Sie Soja- oder Kokosmilch verwenden.

Machen laktosefreie Produkte Sinn?
Für Betroffene ist das Spezialangebot auf jeden Fall sinnvoll, auch wenn die einzelnen Erzeugnisse etwas mehr kosten. Die gängigsten Milchprodukte (Joghurt, Frischkäse, Topfen, ...) werden inzwischen laktosefrei in vielen Supermärkten angeboten. Auch Hartkäse und sogar Schokolade gibt es schon in der Variante.