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Was dein Geburtsmonat über deine Gesundheit verrät

Nein, du musst nicht an Astrologie glauben, doch jetzt sagt die Wissenschaft: Es gibt einen Zusammenhang zwischen deinem Geburtsdatum und deiner Gesundheit.

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Was dein Geburtsmonat über deine Gesundheit verrät

Du hast im Oktober Geburtstag? Oh weh!

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Glaubst du an Astrologie? Egal, ob du täglich dein Horoskop liest oder es unter Humbug abtust: Nun legen Wissenschaftler eine Untersuchung vor, nach der individuelle Geburtsmonat einen wesentlichen Einfluss auf die Krankheiten hat, unter denen wir im Laufe unseres Lebens leiden.

Die im amerikanischen Fachblatt "American Medical Informatics" veröffentlichte Studie untersuchte die medizinischen Daten von rund 1,7 Millionen Patienten, die zwischen 1985 und 2013 wegen 1.688 Krankheiten behandelt wurden. Bei 1.600 Erkrankungen konnte kein direkter Zusammenhang nachgewiesen werden – doch in 39 Fällen bestätigt die Studie eine direkte Verbindung zwischen dem Geburtsmonat und dem verstärkten Auftreten bestimmter Erkrankungen:

  • Februar und März sind die unter Pollenallergikern häufigsten Geburtsmonate. Eine Geburt wenige Monate vor der jeweiligen Flugsaison einer Pollenart erhöhe das Risiko, auf diese Art später allergisch zu reagieren, lautet zusammengefasst das Ergebnis von acht Studien, die in den vergangenen 30 Jahren zu diesem Thema veröffentlicht worden sind.
  • Glück haben all jene, die im Mai und Juli geboren wurden: Hier konnten keine direkten Zusammenhänge zu Erkrankungen nachgewiesen werden.
  • Weil Babys zwischen August und Oktober wenige Monate vor der kältesten Jahreszeit zur Welt kommen, die sie vornehmlich im Haus verbringen, haben sie ähnlich den im Februar und März geborenen Pollenallergikern einen natürlichen Feind: die Hausstaubmilbe. Zu diesem Schluss kommen koreanische Mediziner um Young-Yull Koh von der Seoul National University in einer Studie an 1.642 betroffenen Kindern zwischen zehn bis 16 Jahren.
  • Übel trifft es Oktober-Kinder: Sie sind im Laufe ihres Leben anfälliger für Magenprobleme, Lungen- und Atemwegsinfektionen sowie postnatale Depressionen.
  • Wer im Dezember geboren ist, hat von einem reiferen Alter an besonders gute Aussichten, noch lange weiterzuleben. Zugleich tragen Wintergeborene jedoch ein erhöhtes Risiko, an Schizophrenie oder manischer Depression zu erkranken (dies bestätigen mittlerweile 250 Studien weltweit). Außerdem neigen sie verstärkt zu Blutergüssen.

Insgesamt, so schließt die Studie, dass Winter-Babys (Jänner bis März) ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall oder pAVK) zeigen. Dafür neigen sie weniger zu neurologischen Störungen und Atemwegserkrankungen. Im Herbst Geborene (Oktober bis Dezember) sind weniger anfällig für Herzkreislauferkrankungen, erkranken aber häufiger an Verkühlungen, Darmproblemen oder eben Depressionen.

Im Mutterleib und kurz nach der Geburt werden offenbar viele Weichen für den späteren Lebensweg gestellt. Sogenannte epigenetische Effekte am Erbmaterial sollen dafür unter anderem verantwortlich sein. So konnten Genetiker nachweisen, dass zum Beispiel Umweltstress zu molekularen Veränderungen an Genen führen kann. Solche Veränderungen entscheiden später darüber, ob und wie stark ein Gen aktiv wird. Zwar sind die Effekte der individuellen Lebensweise – Ernährung, Genussmittelkonsum, Sport, Bildungsniveau – wahrscheinlich viel stärker. Doch der Geburtsmonat (gibt es etwa eine Grippewelle oder nicht?) hat einen messbaren Einfluss darauf, was jeder Einzelne vom Leben zu erwarten hat.

Glücklicherweise lässt sich im Einzelfall eine Statistik immer aushebeln. Und: Es gibt wirksamere Faktoren als das Geburtsdatum.