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Das Glücks-Experiment

Zeit für uns selbst? Ein Tag mit Freunden? Eine gute Tat? In einem faszinierenden Experiment fanden Forscher das Geheim-Rezept für echtes Glück.


Das Glücks-Experiment

Was macht Menschen glücklich?

© iStockphoto

Es gibt Tage, an denen geht einfach alles schief. Du schüttest dir in der Früh den Kaffee über die Hose, im Büro nerven dich alle an, die Präsentation wird nicht rechtzeitig fertig, dein Freund macht via Facebook Stress und zu allem Überfluss hast du auch noch den Geburtstag deines Vaters vergessen.

Kotz. Und auf einmal ist da dieses Gefühl: "Jetzt sollte ich mir mal was Gutes tun." Eine Auszeit, eine Badewanne, Bingewatching oder ein Einkauf im Designerladen. Irgendetwas, was mich wieder aufmuntert, was mich ganz schnell wieder glücklich macht.

Was macht wirklich glücklich?

Das Problem: All das macht nicht glücklich. Also: Nicht ausreichend. Das fanden Wissenschaftler der University of the South in Tennessee in einem großangelegten sozialen Projekt heraus. Das Forschungsteam um Dr. Katherine Nelson wollte herausfinden, was uns wirklich, wirklich happy hinterlässt. Zeit für sich? Eine gute Tat? Gar nix?

Sechs Wochen lang dauert das Experiment, 500 Probanden nahmen daran teil. Diese wurden in 4 Gruppen geteilt:

  • Die erste Gruppe sollte möglichst oft gute Taten für die Gemeinschaft erledigen – Müll aufsammeln, in einem Obdachlosenheim kochen...
  • Die zweite Gruppe erhielt den Auftrag, einem anderen Menschen Freude zu bereiten. Etwa indem man ihm beim Einkaufen hilft oder ihn auf einen Kaffee einlädt.
  • Die Teilnehmer der dritten Gruppe durften sich ganz auf sich konzentrieren. Sport treiben, Shoppen oder sich einen Tag freinehmen.
  • Die vierte Gruppe sollte an ihrem Lebensstil einfach gar nichts ändern.

Glücklich wird, wer anderen hilft

Ehe der Test begann, füllten die Teilnehmer Fragebögen aus, mit denen ihre psychische Grundverfassung und ihre Lebenseinstellung abgeklopft wurden. Dazu erhielten sie Tagebücher, in denen sie ihre Glücksgefühle genau wie ihre negativen Emotionen während des Testverlaufs festhalten sollten.

Nach sechs Wochen zogen die Forscher eine Bilanz: Die Teilnehmer, die gute Taten vollbracht hatten (egal ob für die Gemeinschaft oder für eine Einzelperson) hatten wesentlich öfter positive Gefühle notiert, als die anderen Gruppen. Auch ihre Grundstimmung war nach Ablauf des Experiments signifikant verbessert. Die Probanden, die alleine sich selbst Gutes oder eben auch gar nichts taten, wiesen keinerlei Stimmungsbesserung auf.

Studienleiterin Nelson: "Unsere Erkenntnisse belegen, dass echtes Glück dann empfunden wird, wenn man für andere da ist und ihnen Gutes tut. Das widerspricht der lange geteilten Auffassung, dass man nur dann wieder gut drauf ist, wenn man sich selbst Gutes tut."

Ihre These: Eine gute Tat für andere macht uns stolz auf uns selbst. Womit wieder unser Selbstbewusstsein steigt - einer der Grundfaktoren für Zufriedenheit. Dazu werden auf diese Weise auch noch soziale Beziehungen gefestigt, ein ebenfalls entscheidender Parameter für Glück.

Thema: Psychologie

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