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Rückenschmerzen? Das hilft wirklich!

Jeder dritte Österreicher ist betroffen. Nur: was hilft wirklich gegen Rückenschmerzen? Einlagen, Wärmepflaster? Mediziner fanden heraus, was wirklich nützt.

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Rückenschmerzen? Das hilft wirklich!

Dieses unerträgliche Ziehen im Rücken

© iStockphoto

Vielleicht muss man lernen, damit zu leben. Plötzlich knackst es im Kreuz. Dann treibt es einem die Tränen vor Schmerz in die Augen. Und die nächsten Tage fühlt man sich wie ein auf den Rücken gefallener Käfer. Hilflos. Selbst das Anziehen der Unterhose wird zum Riesen-Akt.

Rückenschmerzen. Volkskrankheit. Rund 2,3 Millionen Österreicher leiden an manifesten Wirbelsäulenbeschwerden. Laut Statistik Austria avancierten diese Erkrankungen inzwischen zum „gesundheitlichenProblembereich Nummer eins.

Fast 100.000 Krankenhausaufenthalte entfallen jedes Jahr auf Wirbelsäulenleiden. Damit sind chronische Rückenschmerzen der häufigste Grund für Krankenstände und Spitalsaufenthalte.

Sind Rückenschmerzen eine Krankheit des Alters? Quatsch. Sie erwischen dich in den besten Jahren – zumindest laut Statistik. Denn in Wahrheit tritt die größte Häufung an Wirbelsäulenleiden zwischen dem 35. und dem 55. Lebensjahr auf, wobei der Gipfel um die 40 liegt. Da sind die Energiereserven der Jugend allmählich aufgebraucht, und der Körper toleriert mangelnde Sorgsamkeit und Schonung zusehends weniger. An den Wirbeln und Bandscheiben machen sich erste Verschleißerscheinungen bemerkbar. Und dann, eines Tages: Knacks. Schmerzen.

Was hilft gegen Rückenschmerzen?

Besonders belastend sind die Schmerzen im unteren Rücken. Nur: was hilft? Australische Forscher der Universität von Sydney werteten 21 klinische Studien mit insgesamt 30.850 Probanden aus, um herauszufinden, welche Maßnahmen am besten gegen die Schmerzen im unteren Rückenbereich wirken. Die Teilnehmer waren größtenteils im berufstätigen Alter und hatten bereits mehrere Schmerzepisoden im Rücken durchlebt.

Untersucht wurden die Maßnahmen Bewegung (Sport und Physiotherapie), Schuheinlagen, Rückengurte sowie die Aufklärung über die Ursache der Schmerzen und die damit verbundenen Präventionsmaßnahmen. Der Erfolg der jeweiligen Maßnahme wurde daran gemessen, ob sie erneuten Rückenschmerzen vorbeugen und Krankschreibungen verhindern konnten.


Das Ergebnis der nun im Fachmagazin Internal Medicine veröffentlichten Vergleichsstudie: das beste Mittel gegen Rückenschmerzen ist und bleibt Bewegung. Sport oder Physiotherapie verringert das Risiko einer erneuten Schmerzepisode um 35 Prozent. Sogar um 45% geringer ist die Wiederkehr der Schmerzen, wenn Bewegung mit Aufklärungsarbeit verbunden wird. Studienleiter Dr. Daniel Steffens: "Wenn die Rückenleidenden durch ihren Therapeuten oder Arzt dazu angehalten werden, auch während aktueller Schmerzepisoden zu trainieren, dann ist die Heilungschance nachweislich am höchsten."

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Rückenschmerzen eine Krankschreibung notwendig machen, sinkt durch ein Bewegungsprogramm sogar um 78 Prozent. Allerdings: wird mit dem Sport oder der Physiotherapie aufgehört, dann hält der Schutz nicht dauerhaft an. Kurzum: man muss am Ball bleiben, um Schmerzen vorzubeugen.

Kaum Verbesserung brachten übrigens Schuheinlagen und Rückengurte. Auch Wärmepflaster verschafften nur kurzweilige Linderung...