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Was hilft gegen Gelsenstiche?

Ab Mai und Juni stechen die Gelsen zu. Durch Hochwasser und Überschwemmungen vermehren sich die Blutsauger besonders flott. Was gegen juckende Gelsenstiche hilft.

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Was hilft gegen Gelsenstiche?
© Thinkstock

An den ersten Sommertagen sind es weiße Waden, die durch Parks flanieren und unter Cafétischen hervorluken. Kurze Zeit später sind sie mit roten Punkten übersät. Die Gelsensaison hat begonnen.

Ab Mai und Juni stechen die Gelsen zu. Durch Hochwasser und Überschwemmungen in der warmen Jahreszeit vermehren sich die Blutsauger besonders flott. Aber keine Sorge, mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen kannst du dich gegen die fiesen Gelsenstiche rüsten:

Mechanische Abwehrmittel.

Experten empfehlen als zuverlässigen Schutz mechanische Abwehrmittel wie zum Beispiel Gelsengitter vor den Fenstern - es gibt den Insekten- und Pollenschutz in unterschiedlichsten Größen, Farben und Formen. "Diese Art von Schutz funktioniert nicht nur zuverlässig, weil man nicht dauernd daran denken muss, zu cremen oder zu sprühen, sondern vor allem ohne jegliche Chemiekeulen und Giftstoffe," so Christian Klotzner, Geschäftsführer von Hersteller Valetta.

Chemische Abwehrmittel.

Es gibt mittlerweile unzählig hergestellte Anti-Gelsen-Mittel zum Auftragen auf die Haut - von Gels, Sprays bis hin zu Roll-ons - die vor den lästigen Blusaugern dank ihrer chemischen Inhaltsstoffe schützen. In unseren Breiten ist ein Icariden-haltiges Mittel ideal. Diese sind hautverträglich und schützen zwei bis acht Stunden vor den Tierchen. Für Sportler eignen sich Gel-Produkte, da sie wasserfest und somit schweißbeständiger sind. Ein weiteres Abwehrmittelchen sind Gelsenstecker. Sie fallen unter die Kategorie "Elektroverdampfer" und geben permanent Insektizide an die Raumluft ab. Diese können allerdings die Augen und Schleimhäute reizen.

Hausmittelchen.

Kaum Sommer, vergällen uns die Gelsen den gemütlichen Abend im Freien. Diese Hausmittel helfen: Ein paar Tropfen Nelken- oder Lavendelöl auf der Haut verreiben oder mit Nelken gespickte Zitronenhälften auf den Tisch legen.

Kleidung.

Die kleinen Quälgeister landen äußert gerne auf dunkler Kleidung - daher zu heller, weiter Kleidung greifen. Oder: Um das Ungeziefer fernzuhalten, hat Outdoor-Experte Columbia (columbiasportswear.at) Textilien mit eingebautem Insektenschutz kreiert. Im Stoff ist ein Wirkstoff aus der Chrysantheme als natürlicher Insect Blocker eingearbeitet. Shirt ab € 59,95 im Fachhandel (auch Hosen).

Kleidung & Klimaanlage.

Auch eine Klimaanlage oder ein Ventilator können Abhilfe schaffen, da kalte Luft Mücken stechfaul macht. Dass man kein Licht in Körpernähe anmachen sollte, stimmt. Das lockt Insekten an. Zusätzlich kannst du ein Moskitonetz aufhängen und solange die Temperaturen es erlauben, dich mit langer Kleidung vor ihnen schützen. Außerdem kannst du dich mit einem Insektenschutzmittel wie Autan einreiben. Dabei solltest du aber wissen, dass die Wirkzeit höchstens sechs bis acht Stunden beträgt und dieses Mittel nicht wasserfest ist.

Erste Hilfe, wenn du trotzdem gestochen wirst:

In Ratgeberforen wird außerdem oft vorgeschlagen, dem Gelsenstich mit einem heißen Messergriff zu Leibe zu rücken. Davon raten wir ab: Es führt eher zu Verbrennungen, als dass es hilft. Auch bei Tigerbalm, das im Internet oft als Allheilmittel bei Entzündungen gehandelt wird, solltest du besser vorsichtig sein. Das Balsam hat nämlich ein hohes Risiko für Kontaktallergien.

Den Juckreiz nach Gelsenstichen lindert Zitronen- oder Zwiebelsaft. Der Mediziner rät zu kühlenden Lotionen und im Falle einer allergischen Reaktion zu Antihistamin-Gels. Ebenfalls antiseptische Wirkung hat unser Speichel. Er besitzt infektionshemmende Wirkung und enthält außerdem "Proteasen" (Enzyme), die fähig sind Insektengifte abzubauen. Wichtig: Um Infektionen zu vermeiden, sollten die Gelsenstiche nicht aufgekratzt werden. Wenn die Einstichstelle trotz Zitronensaft oder Spucke stark anschwillt, schmerzt und sich entzündet, sollte man am besten zu, Arzt gehen. Durch Bakterien kann die gefährliche Wundrose entstehen. Dabei besteht die Gefahr, dass sich die Infektion im ganzen Körper ausbreitet. Hilfe bietet hier nur eine Behandlung mit Antibiotika.

Und warum werden manche von Gelsen mehr gestochen als andere? Hier die Antwort!