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Was ist Homöopathie?

Viele Alltagsbeschwerden lassen sich nach Meinung bestimmter Ärzte sanft und ohne Risiko mit homöopathischen Arzneimitteln behandeln. Warum also immer gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen?


Was ist Homöopathie?
© Corbis

Das Grundprinzip hinter der Homöopathie
Einen Krankheitszustand kann man am besten durch ein Mittel heilen, das bei Gesunden diesem Zustand ähnliche Symptome hervorruft. Gegeben wird dieses in extrem verdünnter Form (Potenzierung) – gerade genug, um den Selbstheilungsmechanismus in Fahrt zu bringen. So löst das homöopathische Mittel Belladonna (Tollkirsche) etwa Halsschmerzen , einen fiebrig-heißen Kopf sowie verschwitzte, feuchte Haut aus. Genau diese Symptome treten auch bei einem beginnenden Erkältungsinfekt auf. Nach der Einnahme von Nux vomica (Brechnuss) wiederum zeigen sich Übelkeit, Verdauungsstörungen und Nervosität. Genau die Beschwerden, die viele Gestresste haben, wenn sie mit dem hektischen Alltag nicht zurechtkommen.

Die Geschichte der Homöopathie
Erfinder der These "Ähnliches lässt sich mit Ähnlichem heilen" ist der deutsche Arzt und Apotheker Dr. Samuel Hahnemann: Er erprobte und untermauerte das Prinzip um 1800 in zahlreichen Selbstversuchen, um dann seine eigene Heilmethode, die Homöopathie (griechisch: homoin = ähnlich, pathos = leiden) zu begründen.

Was hilft?
Homöopathische Einzelmittel gibt es in mehreren Formen: Tropfen (Dilutionen), Zuckerkügelchen (Globuli), Verreibungen (Triturationen), Tabletten, Salben. In Apotheken gibt es die fertigen Substanzen zur Selbstbehandlung. So wird Fließschnupfen mit Allium cepa (Zwiebel) behandelt, bei Schlafstörungen kommt Coffea (Kaffee) zum Einsatz, gegen schmerzhafte Schwellungen hilft Apis mellifica (Honigbiene). Die beste Aufnahme der Mittel erfolgt übrigens über die Mundschleimhaut: Globuli unter der Zunge zergehen lassen, Tropfen direkt draufträufeln.

Substanzen
Grundsubstanzen für homöopathische Arzneimittel sind Pflanzen, Mineralien oder Tiere. Diese Rohstoffe werden nach einem ausgeklügelten Verfahren verdünnt, verschüttelt oder verrieben (Potenzierung bei gleichzeitiger Dynamisierung). Dieses Herstellungsverfahren erfolgt unter strengsten Bestimmungen, da viele Ausgangsstoffe ja auch giftig sind. Die fertigen Substanzen wirken nicht als Symptomkiller, wie wir das von Schmerzmitteln kennen. Sie richten auch kein schweres Geschütz auf Krankheitserreger wie etwa Bakterien (und vernichten daher auch nicht "nebenbei" nützliche Keime).

Wie bei allen alternativen Heilmethoden sollte man aber nie vergessen: Homöopathie soll die Schulmedizin ergänzen und nicht ersetzen!