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Ernährung: Warum vermehrt auf Hefeextrakt verzichtet wird

Hefeextrakt ist doch eigentlich was Natürliches und trotzdem wird in vielen Produkten immer öfters auf diesen Inhaltsstoff verzichtet. Wir erklären warum!

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© unsplash.com/Alison Marras

Vielleicht ist euch das auch schon mal aufgefallen, als ihr eine Tütensuppe oder Brühwürfel in der Hand hattet: Viele Hersteller verzichten jetzt auf Hefeextrakt in ihren Nahrungsmitteln. Doch warum eigentlich? Schließlich ist Hefe eine natürlich Zutat und im Grunde nicht ungesund.

Hefeextrakt wird aus Hefezellen gewonnen. Dafür wird Hefe mit einer Substanz versetzt, so dass sich die Hefezellen vermehren und wachsen. Dann wird das Ganze erwärmt und die Zellen sterben ab. Dadurch wird der Zellsaft extrahiert: Es entsteht Hefeextrakt. Nichts an diesem Vorgang wird mit künstlichen Mitteln verstärkt, so dass das Endprodukt ein Natürliches ist.

Hefeextrakt und Glutamat: Artverwandt, aber nicht gleich.

Das Extrakt wird als natürlicher Geschmacksverstärker eingesetzt, weil es Glutaminsäure enthält. Jetzt schrillen bei einigen sicher die Alarmglocken, denn Glutamat, als der chemische Geschmacksverstärker, hat nicht gerade einen guten Ruf. Doch hier muss man vorsichtig sein, zumal ein Unterschied zwischen Glutamat (früher auch Mononatriumglutamat genannt) und Glutaminsäure besteht.

Kurz gesagt, ist Glutamat ein Oberbegriff für das Salz der Glutaminsäure. Und Glutaminsäure ist eine natürliche Aminosäure, die in vielen eiweißreichen Nahrungsmitteln enthalten ist. Eins muss man gleich klarstellen: Wer allergisch auf Glutamat reagiert, sollte auch mit Lebensmitteln vorsichtig sein, die Glutaminsäure-haltig sind.

Inhaltsstoffe muss man verstehen, um sie richtig einzusetzen.

Hefeextrakt ist also ein natürlicher Geschmacksverstärker, der nicht der Deklarationspflicht unterliegt, obwohl er fast gleich wirkt, wie künstliches Glutamat. Trotzdem ist Hefeextrakt nicht direkt ungesund, wenn man es nicht in extremen Mengen konsumiert. Dass viele Lebensmittelhersteller jetzt auf Hefeextrakt verzichten zeigt, welch schlechten Ruf Geschmacksverstärker haben.

Man muss jetzt aber nicht komplett auf Hefeextrakt verzichten, wenn die Lieblingspackerlsuppe das enthält. Aber zumindest sollte man Bescheid wissen, was in den Fertigsaucen und -gerichten drin ist.