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Sex: Und was ist jetzt dieses "Tantra"?

Tantra ist nix Schmuddeliges. Und auch kein Esoterik-Schmafu. Was eine Tantra-Massage wirklich ist. Und ob sie vielleicht auch für dich etwas sein könnte:


Sex: Und was ist jetzt dieses "Tantra"?
© Photo by Sarah Diniz Outeiro on Unsplash

Tantra. Das ist für viele gleichbedeutend mit Räucherstäbchen-Zinnober oder schmuddeliger Hinterzimmer-Erotik. Womit man der Sache unrecht tut. Denn eigentlich soll Tantra den Weg zur psychischen Erfüllung durch physischen Kontakt ermöglichen.

Das hört sich immer noch so an, als würde ein indischer Guru ein etwas versponnenes Tantra-Mantra brabbeln? Okay, dann ganz simpel auf den Punkt gebracht: Berührungen tun gut. Ein sanftes Streicheln über die Wange, ein liebevolles Drücken, ein leichtes Kraulen am Rücken. Der Körper sehnt sich nach Kontakt, die Haut kribbelt unter Berührungen, die Muskeln lieben Wärme. All das fühlt sich nicht nur körperlich gut an. Unser Geist entspannt sich unter Berührungen und Streicheleinheiten vom Stress, wir schalten ab, wir können uns - zumindest kurz – fallen lassen.

All das ist Tantra.

Was passiert bei einer Tantra-Massage?

Eine Tantra-Massage ist ein richtiges Massage-Ritual. Der gesamte Körper (ja, auch der Intimbereich!) wird sanft gestreichelt, massiert und stimuliert. Der Empfänger der Tantra-Massage soll Lust verspüren auch ohne dass es zum Geschlechtsverkehr (also zur Penetration) kommt. Der Orgasmus ist aber durchaus das Ziel der Massage, bei der von der Zehenspitze bis zur Kopfhaut wirklich jeder Zentimeter des Körpers erotisiert werden soll.

Was hat Tantra mit Spiritualität zu tun?

Tantra ist ein Sanskrit-Begriff, der mit "Zusammenhang" oder "Gefüge" übersetzt wird und seinen Ursprung in Indien hat. Es ist eine Philosophie, die sich unter anderem damit beschäftigt, über einen spirituellen Weg und die Auseinandersetzung mit dem Körper und der Seele in Ekstase zu gelangen. Die Berührungen des Körpers sollen auch die Seele berühren – Lust spielt sich schließlich nicht nur physisch, sondern auch psychisch ab. Der eigene Körper soll intensiv wahrgenommen werden, man darf sich fallenlassen. Blockaden sollen langsam abgebaut werden, Energie wieder fließen. Die Geschlechtsorgane stehen nicht unbedingt im Fokus der sinnlichen Massage. Beim sogenannten "Weißen Mantra" steht die Sexualität beispielsweise gar nicht im Mittelpunkt, dabei sollen eher belastende und unverarbeitete Gefühle gelöst werden.

Erotische Tantra-Massage: Lingam-Stimulation

Lingam ist die aus dem Sanskrit stammende Bezeichnung für das männliche Geschlechtsorgan, also den Penis. Bei der erotischen Lingam-Massage ist es nicht in erster Linie das Ziel, den Mann zum Orgasmus zu bringen. Stattdessen soll er während der Tantra-Massage ohne Leistungsdruck nicht nur den Lingam selbst erleben, sondern auch die Energie, die zum Beispiel durch das Becken fließen kann. Die Ejakulation wird möglichst lange hinausgezögert - ein vorzeitiger Samenerguss lässt sich zum Beispiel mit ein paar Streicheleinheiten an den Beinen hinauszögern. Zu Beginn sanft die Vorhaut zurückziehen, mit einer Hand nach unten halten und mit der anderen viel Öl den Anfang der Eichel (das Frenulum) massieren. Dann mit leichten Drehbewegungen den Penis von der Eichel nach unten massieren. Vorsichtig kann man nun den Penis mit beiden Händen reiben.

Tantra für uns Frauen: Die Yoni-Massage

Yoni bedeutet so viel wie "duftende Rose" oder "Lotusblüte" – gemeint ist damit das weibliche Geschlechtsorgan. Die Yoni arbeitet laut Tantra-Lehre wie ein Muskel, der sich auch verspannen kann, so dass die lustvolle Energie gestaut oder unterbrochen wird. Durch die Tantra-Massagen soll die Vagina sich entspannen, damit die Energie des Beckens freigesetzt werden kann. Das passiert durch sanftes Streicheln und Klopfen des Beckens, des Venushügels und der Klitoris. Wichtig: Immer dem Partner Feedback geben, was du als angenehm empfindest und was nicht. Jeder hat da andere Vorlieben! Hier findest du eine genauere Beschreibung, wie eine Yoni-Massage funktioniert.

Thema: Sex & Erotik