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Was ist "Tapping" - und wie hilft es gegen Stress?

Schon mal von "Tapping" gehört? Die der Akupressur entlehnte Klopf-Technik soll Stress und Beschwerden lindern. Wie es geht - und was es wirklich bringt.

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Was ist "Tapping" - und wie hilft es gegen Stress?
© Photo by Milada Vigerova on Unsplash

Bestimmt hat dir eine Bekannte beim Yoga schon von "Tapping" erzählt. Oder es ist dir in einem Bericht über alternative Heilmethoden untergekommen.

Aber mal langsam: Was ist "Tapping" genau? Übersetzt bedeutet es "Tippen" oder auch "Klopfen" – und zweiteres trifft auf die aus der Akupressur entlohnten Technik eher zu. Dabei werden nämlich unterschiedliche Akupressur-Punkte deines Körpers nach einem bestimmten Muster abgeklopft, um Geist und Körper zu beruhigen.

Tapping: Wie soll die Klopftechnik wirken?

"Tapping"-Fans glauben, dass die Klopftechnik dabei hilft, sanft auf die Amygdala einzuwirken – jenen Teil des Gehirns, der die "Kampf- oder Flucht"-Reaktion hervorruft. Indem beruhigende Signale direkt an diesen Teil des Gehirns gesendet werden, soll die Produktion des Stresshormons Cortisol im Körper reduziert werden. Das wieder soll Stress, Angstzustände, Depressionen und möglicherweise sogar chronische Schmerzen mildern.

Wie "tappe" ich meinen Körper gegen Stress?

Tippe fünf- bis siebenmal sanft auf 12 spezifische Akupressurpunkte an deinen Armen, Händen, Kopf und Rumpf, um den Schmerz oder die Angst zu visualisieren, die du gerade empfindest. Wir haben es ausprobiert. Es fühlt sich überraschend meditativ an. Es ist so, als würde man eine Tanzroutine lernen - während du einen Bewegungsablauf wiederholst, bist du konzentriert und kannst dich deinen (negativen) Emotionen nicht völlig hingeben.

Hilft "Tapping" wirklich?

Hm, das ist nicht nachgewiesen. Das Programm wurde von Gary Craig, einem Maschinenbauingenieur mit einer Ausbildung in Energiepsychologie (also: von keinem Arzt) erstellt. Und obwohl einige Studien gezeigt haben, dass die Klopftechnik "Tapping" effektiv ist, handelt es immer noch ein relativ neues und nicht zur Gänze erforschtes Gebiet. Sprich' deshalb mit deinem Arzt, bevor du es ausprobierst. Und verwende es definitiv nicht als Ersatz für eine traditionelle Therapie oder Medizin!

Fazit: Wenn du neugierig bist, schaden ein paar Tapping-Runden nicht (es sei denn, du piekst dir dabei versehentlich in die Augen). Aber es gibt zu wenige medizinische Nachweise, dass "Tapping" tatsächlich einen heilenden Effekt bei Stress oder chronischen Beschwerden hätte (jedenfalls bislang nicht.)

Thema: Stress