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Ich habe aufgehört Kaffee zu trinken und das ist passiert

Was Kaffee mit dem Körper macht, erfährt man erst, wenn man eine Weile damit aufhört. Unsere Redakteurin hat es 3 Monate lang versucht.

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coffee
© Photo by Hanny Naibaho on Unsplash

"Sprecht mich ja nicht an, ich hatte noch keinen Kaffee", mein Leitsatz, falls ich – und das kam selten vor – noch keinen Kaffee hatte, bevor ich außer Haus gegangen bin. Ich war und bin keine Person, die vier Tassen Kaffee am Tag braucht, um irgendwie zu überleben. Die eine am Morgen reichte absolut aus. Und trotzdem fühlte ich mich irgendwie von Kaffee abhängig. Grund genug, um testweise einmal ein paar Monate keinen zu trinken, um zu schauen, ob Kaffee wirklich süchtig macht. Von Sucht spricht man übrigens erst, wenn man mehr als fünf Tassen pro Tag "braucht".

Ist Kaffee gesund oder ungesund?

Kaffee gilt als Genussmittel, soviel steht fest. In Maßen kann er durchaus gesundheitsfördernd wirken. Es existieren einige Studien, die belegen, dass Kaffee weder das Diabetes-, noch das Herzinfarktrisiko erhöht. Viele Menschen "vertragen" dennoch keinen Kaffee. Das Koffein macht sie unruhig und ihr Herz fängt schneller zu schlagen an. Auch bei mir haut Kaffee ordentlich rein: Esse ich am Morgen nichts und trinke Kaffee auf nüchternen Magen, bekomme ich Herzrasen und mir wird übel. Auch wenn Kaffee in Maßen nicht ungesund ist – er übersäuert den Körper. Ich muss euch nicht erklären, dass das semioptimal ist oder?

Warum habe ich aufgehört?

Dafür gab es mehrere Gründe:

  • Nachdem mir der Kaffee am Morgen half in die Gänge zu kommen, sank ein paar Stunden später mein Energielevel auf praktisch Null. Ich wollte herausfinden, ob das auch der Fall ist, wenn ich von vornherein keinen Kaffee trinke.
  • Ich wollte mich generell gesünder und basischer ernähren.
  • Ich wollte meinen körperlichen Zustand und meine Laune nicht von einem Getränk abhängig machen.
  • Außerdem wollte ich nicht zu den Menschen gehören, die immer am Ende sechs Tassen brauchen, um irgendwie noch zu funktionieren, aber am Ende wie ein Duracell-Häschen durch die Gegend wirbeln.

Was passierte, als ich aufgehört habe Kaffee zu trinken?

Die Nachteile:

Überspitzt gesagt: Es war die Hölle. Die ersten Tage kam ich am Morgen natürlich überhaupt nicht in die Gänge und war die menschliche Version von Grumpy Cat. Zudem kamen Kopfschmerzen hinzu, die oft den ganzen Tag anhielten. Nach einer Woche wurden die Kopfschmerzen ein bisschen besser. Ich nahm täglich Magnesium und achtete darauf, viel zu trinken. Wenn es die Zeit zuließ, machte ich ein Schläfchen. Ich konnte mich generell zu nichts motivieren und wurde ein bisschen träge. Erst nach zwei Monaten wurde dieser schlappe Zustand etwas besser – allerdings nicht signifikant. Das Hautbild hat sich auch nicht verändert.

But first coffee

Die Vorteile:

Ich fühlte mich insgesamt entspannter und etwas ruhiger. Am Morgen hatte ich das Gefühl weniger gestresst zu sein. Das lag womöglich daran, dass ich einfach müde war und die Dinge langsamer anging. Außerdem hatte ich weniger zittrige Hände.

Fazit:

Ihr seht, die Nachteile überwiegen. Das war auch der Grund, warum ich nach drei Monaten wieder angefangen habe Kaffee zu trinken. Das typische "Nachmittagstief" hatte ich mit und ohne Kaffee am Morgen. Allerdings achte ich darauf, nur sehr selten eine zweite Tasse Kaffee zu trinken. Außerdem versuche ich nun morgens vor dem ersten Kaffee zu frühstücken und ein Glas Wasser zu trinken.

Und: Ich habe Grüntee für mich entdeckt. Der schmeckt zwar nicht sonderlich gut, enthält aber Koffein und hält wach. Außerdem enthält er viele Nährstoffe und ist wahnsinnig gesund. Wenn ich am Wochenende ausgeschlafen bin, schaffe ich es sogar, statt Kaffee mit zwei Tassen Grüntee auszukommen. Ich merke keinen Unterschied und bekomme auch keine Kopfschmerzen. Ansonsten trinke ich weiterhin Kaffee und ignoriere die Tatsache, dass ich in Wirklichkeit nicht ohne ihn leben kann.

Grüner Tee