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Was man über Süßstoff wissen sollte

Er soll dick machen, ungesund sein und sogar Auslöser von Diabetes sein und dennoch greifen viele Menschen täglich zum Süßstoff. Doch was steckt hinter den vielen Mythen?

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Was man über Süßstoff wissen sollte
© Photo by MamaMiaPL/Thinkstock/iStock

Was ist Süßstoff?
Beim Süßstoff handelt es sich um ein künstliches, kalorienarmes bzw. -freies Ersatzprodukt für den handelsüblichen Zucker.
Da sie für den gleichen "süße" Geschmack eine deutlich geringere Dosis benötigen, (Süßstoffe sind etwa 30 bis 3000-fach süßer als normaler Zucker) werden sie gut und gerne in den gut bekannten Diät- und Light-Produkten verwendet.

Aspartam, Saccharin und Stevia
Die bekanntesten künstlichen Süßstoffe heißen Aspartam und Saccharin, der populärste pflanzliche ist unter dem Namen Stevia bekannt.
ASPARTAM: Beim Aspartam handelt es sich um einen Süßstoff der 200-mal süßer ist als Zucker. Da er nicht hitzebeständig ist, darf er nicht zum Backen verwendet werden, was Schade ist, denn da er im Gegensatz zum Zucker kein Kohlenhydrat ist, hat Aspartam so gut wie keine Kalorien.
Sobald Aspartam in einem Lebensmittel vorkommt, wird der Satz "enthält eine Phenylalaninquelle” verwendet. Dies resultiert daraus, dass Menschen, die eine sehr seltene, angeborene Phenylketonurie haben, auf keinen Fall Aspartam zu sich nehmen dürfen.
Nach Angaben des amerikanischen Aspartam-Spezialisten Dr. Roberts können durch den Verzehr dieses Süßstoffes folgende Nebenwirkungen auftreten: Kopfschmerzen, Sehstörungen, Benommenheit, Gedächtnisverlust, Hyperaktivität sowie eine Verstimmung des Magen-Darm-Trakts, Übelkeit und Schwindel.
SACCHARIN: Der Süßstoff mit der Bezeichnung Saccharin ist farblos, künstlich und etwa 500-mal süßer als Zucker. Gut bekannt ist der Süßstoff auch als kleine "tabletten-ähnliche" Kaffeepille. Interessant ist, dass dieser Süßstoff in Kombination mit bestimmten Medikamenten und Umweltgiften die Blasenschleimhaut schädigen kann. Und wenngleich er uns beim Abnehmen helfen sollte, so wird er in der Futtermittelverordnung als appetitstimulierendes Masthilfmittel für Schweine zugelassen, was bedeutet, dass wir durch Saccharin durchaus mehr Hunger bekommen und in Summe auch nihct dünner werden.

Fördert Süßstoff Diabetes?
Laut aktueller Studie von Forschern des Weizmann-Instituts in Israel soll synthetischer Süßstoff tatsächlich einer der Hauptauslöser von Diabetes sein. Er soll nämlich die Darmflora so verändern, dass es zu einer gestörten Glukosetoleranz kommt, was als Vorstufe von Diabetes gilt.
Die Forscher kritisierten die Tatsache, dass trotz der Anwendung von Süßstoffen, in den letzten Jahren die Zahl der Übergewichtigen kontinuierlich weiter anstieg und auch Diabetes zum immer größer Problem wird.
Die Wissenschaftler ließen im Verlauf der Studie sieben gesunde, normalgewichtige Menschen eine Woche lang jeweils die maximal empfohlene Tagesdosis des Süßstoffs Saccharin zu sich nehmen. Das Ergebnis: Vier der sieben Personen wiesen schon nach diesem sehr kurzen Zeitraum eine beträchtlich veränderte Zusammensetzung der Darmflora auf – und eine erhöhte Intoleranz gegenüber Glukose.