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Was Paare wirklich zusammenhält

Das Geheimnis einer guten Beziehung: Wenig Sex, kein Glück, Stabilität und Treue. So sagen es zumindest Medizin und Wissenschaft.

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Was Paare wirklich zusammenhält
© Photo by gpointstudio/Thinkstock/iStock

1. Tatsache: Wenig Sex!
"Sex wird überbewertet" und "Wir leben in einer reifen Beziehung" - Diese Sätze treiben so manchen jungen Verliebten ein Grinsen ins Gesicht. Doch aus wissenschaftlicher Sicht sind dies durchaus plausible Sätze. Denn, wenn nach 5 Jahren Beziehung Kuscheln und Fernsehen statt Sex am Abendprogramm stehen, so muss das nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen für die Liebe von zwei Personen sein. Ganz im Gegenteil sogar. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass - sofern noch Interesse füreinander vorhanden ist - seltenere Intimkontakte in einer längeren Beziehung auf Geborgenheit hindeuten. In anderen Worten: Paare, die wenig Sex haben, zeigen, dass sie sich geborgen fühlen und somit auch keinen Sex als Liebesbeweis benötigen.
Demzufolge spricht weniger Sex für eine feste Bindung und wenig Verlustangst - also keine Sorge, der Partner wird sich nicht von einem trennen, nur weil Flaute im Bett herrscht.
Doch die wissenschaftlichen Ergebnisse warnen vor langjährigen Partnern, die ständig Sex haben wollen. Denn in diesem Fall deutet das darauf hin, dass die Person sich seiner Sache nicht so sicher ist und sich durch Sex vergewissern möchte, dass die Beziehung noch "stabil" ist.
"Dauerhafte Sicherheit und häufiger, guter Sex schließen sich aus", verrät die Psychotherapeutin Kirsten von Sydow von der Universität Hamburg.

2. Tatsache: Die Sache mit dem Glück
Wie eine dauerhafte Beziehung funktioniert? Durch ständiges, beiderseitiges Unglück und Resignation.
Diejenigen von euch, die noch an die romantische Liebe und den Märchenprinzen glauben, sollten diesen Absatz eher auslassen.
Denn was so lächerlich klingt, ist leider die absolute Wahrheit. Diese beiden Faktoren wirken nämlich häufig stabilisierend, besonders in ländlichen Gegenden, so Julia Berkic vom Bayerischen Staatsinstitut für Frühpädagogik. Sie hat Paare im Süden von Deutschland untersucht, die im Durchschnitt schon 28 Jahre miteinander verheiratet waren. Im Laufe der Beobachtungen und Befragungen kam heraus, dass die Paare nicht gerade zufrieden waren. Mehr als ein Drittel von ihnen bezeichnete sich sogar als "stabil unglücklich" oder "unsicher und resigniert".
Ihr Alltag besteht darin, sich anzuschweigen, sich zu ignorieren und im schlimmsten Fall sogar sich zu verachten. Doch durch finanzielle Abhängigkeiten, Verpflichtungen, gemeinsamer Kinder und Projekte halten sie dennoch zusammen, wenngleich das auch schon die einzigen - traurigen - Gründe dafür sind. Aber, immerhin: Die Beziehung ist von Dauer!

3. Tatsache: Treue durch Unsicherheit
Doch nun wieder zu schöneren Fakten. Denn es ist eine Tatsache, dass Menschen, die in ihrer Kindheit Sicherheit und Geborgenheit in der Familie erlebt haben, sich später seltener trennen. Durch diese Grundlage, ist es jenen Personen nämlich leichter möglich, den Partner aufmerksam wahrzunehmen, mit ihm zusammen zu leben und auf seine Wünsche, Sehnsüchte und Bedürfnisse einzugehen. Weitere Faktor also, die eine Bindung stabilisieren.

Aber wo findet man solche Personen? Denn was in der Theorie so schön klingt, ist im realen Leben nämlich so: Diese Menschen sind bereits vergeben oder einfach - auf den ersten Blick - nicht schnell zu finden.
Doch Psychologen raten dazu: Wer die silberne oder sogar goldene Hochzeit feiern will, sollte bewusst zu unsicheren, ambivalenten Partnern greifen. Warum? Weil diese Personen so große Angst davor haben, eine Entscheidung zu treffen, wie beispielsweise die Entscheidung den Partner zu verlassen, und somit einer Trennung von vorne herein aus dem Weg gegangen werden kann.

Interessant ist das auch bei uns Frauen: Denn Studien haben ergeben, dass zwar ängstliche, zögernde Frauen früher den ersten Sex und häufiger wechselnde Partner haben - ihre Unsicherheit treibt sie ständig in die Hände anderer Männer - doch sind sie einmal in einer wirklich festen Beziehung, trennen sie sich nur selten und äußerst ungern.
Und liebe Frauen aufgepasst: Untersuchungen haben gezeigt, dass Männer, die Konflikten aus dem Weg gehen und Entscheidungen meiden, sowieso die besten sind, für eine stabile Beziehung.

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