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Was sich liebt, das neckt sich?

Stimmt dieser Spruch wirklich? Jeder Mensch reagiert auf andere Signale. Fühlt sich der eine geschmeichelt, ist der andere schon entnervt oder gar beleidigt.

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Frau neckt ihren Partner im Sonnenschein mit einem Grashalm

Die Grenze zwischen Spaß und Beleidigung ist schmal

© Thinkstock

Es gibt Paare, die können miteinander albern und sich dabei Sachen auf den Kopf zusagen, die unbeteiligte Zuhörer irritieren mögen. Was sich liebt, das neckt sich, sagt der Volksmund gerne. Aber stimmt das? Und vor allem – ab wann wird aus einer spaßhaften Bemerkung eine echte Beleidigung?

Übertriebene Coolness beim Flirt

Caroline Erb, Flirt-Expertin bei Singlebörse Parship : "Jeder Mensch ist anders gepolt und reagiert, oft auch durch seine Erziehung oder Erfahrungen in früheren Beziehungen, unterschiedlich auf die diversen Signale." Die meisten Leute sind zunächst verunsichert und schüchtern, wenn sie einen neuen, potentiellen Partner treffen. Sie bringen kaum ein Wort über die Lippen, vermeiden den Blickkontakt und sagen womöglich sogar gemeine und sarkastische Sachen, die das Gegenüber verletzen können.

Paradoxerweise wünschen sich die meisten in dieser Situation das genaue Gegenteil, wissen aber nicht, wie sie mit dem anderen Geschlecht in Kontakt treten sollen. Vor allem bei Jüngeren (ein Blick auf einen mit Teenagern gespickten Schulhof reicht) kann man dieses Verhalten beobachten. Eigentlich giert man nach Nähe und Körperkontakt – möchte aber gleichzeitig möglichst cool und selbstbewusst wirken. Oft ahnt das Flirt-Objekt dann gar nicht, dass das Gegenüber Interesse hat. Tipp von Profi Caroline Erb: "Je lockerer und authentischer man auf seinen Flirt-Partner zugeht, desto erfolgreicher wird man auch sein."

Neckereien in langen Beziehungen

Innerhalb einer Beziehung ist ebenfalls Feingefühl gefragt. Denn deine unbedachte Bemerkung kann vom Partner – abhängig von der aktuellen Stimmungslage – an einem Tag scherzhaft, am nächsten Tag als böse Beleidigung aufgefasst werden. Vor allem aber sollte man darauf achten, dass kleine Neckereien den anderen nicht herabsetzen oder kleiner machen, als er ist. Denn aus kleinen Sticheleien kann im Laufe der Zeit auch eine große Wunde entstehen.

Entscheidend ist, wie man mögliche Konflikte löst, auf welchem Niveau man Meinungsverschiedenheiten begegnet. Laut einer Studie der Universität Hamburg zufolge haben vor allem Paare Aussicht auf Erfolg, die sich um Kompromisse bemühen. Hingegen ist es ungünstig, sehr kämpferisch zu streiten, aber auch sich gleich zurückzuziehen und zu nachgiebig zu sein. Der jeweilige Bindungstyp spielt auch eine große Rolle, was den Streitverlauf betrifft. Nämlich wie sicher, umsorgt und aufgehoben man sich als Kind bei seinen Eltern gefühlt hat. Bei jenen Menschen stellt ein Streit nicht gleich die Beziehung als Ganzes in Frage, es gelingt ihnen besser, einen Konflikt von anderen Beziehungsthemen abzugrenzen.

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