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A g'sunde Watschn? So dramatisch sind die Folgen

"Ist doch nur ein Klaps!" Das denken manche Eltern. Doch wie dramatisch dieser wirklich ist, zeigt eine Studie über die Entwicklung von Kindern über 50 Jahre.

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trauriges Kind
© iStockphoto.com

Kinder kosten Nerven, können einen zur Weißglut bringen - das kann wohl jeder Elternteil bestätigen. Aber die Hand sollte einem dabei dennoch wirklich nie ausrutschen. Und zwar nicht nur, weil es gesetzlich verboten ist, sondern weil es laut einer neuen, umfassenden Studie, die Daten aus 5 Jahrzehnten und 160.000 Kindern ausgewertet hat, nichts bringt und massive psychische Schäden verursachen kann.

Ist doch nur ein Klaps? Dieses Ausrede ist nämlich ein grober Irrtum. Schon leichte körperliche Gewalt hat negative Folgen für die soziale und psychische Entwicklung von Kindern.

Forschungsteams der University of Texas und der University of Michigan konnten belegen, dass die gelegentliche Ohrfeige mit den gleichen negativen Folgen wie bei Missbrauch verbunden ist, nur in einem etwas geringeren Ausmaß. Und so Verhaltensstörungen schon bei 6-Jährigen auslösen kann, wie psychische Probleme, Aggression und anti-soziales Verhalten.

Das Ergebnis der Studie ist, dass Klapse und Co die Wahrscheinlichkeit einer Vielzahl von unerwünschten Folgen für Kinder erhöhen. Und als Langzeitfolgen zeigt sich bei Erwachsenen, dass je mehr sie verprügelt wurden, umso wahrscheinlicher ist, dass sie asoziales Verhalten zeigen, später ebenso gewaltbereit ihren Kindern gegenüber sind und psychische Probleme haben.

Ein unmittelbarer oder langfristiger Lernerfolg, der vermeintlich von den Eltern beabsichtigt ist, wenn sie ihre Kinder disziplinieren, stellt sich hingegen nicht ein. Die "g'sunde Watschn" macht also das Gegenteil von dem, was Eltern eigentlich damit bezwecken wollen.

Und trotzdem es keine eindeutigen Beweise für positive Effekte der Ohrfeige gibt, sondern reichlich Beweise dafür, dass diese ein Risiko für das Verhalten und die Entwicklung von Kindern darstellt, werden laut einem Bericht der UNICEF aus dem Jahr 2014 immer noch von unfassbaren 80 Prozent der Eltern auf der ganzen Welt Ohrfeigen ausgeteilt oder mehr.

Weitaus besser wäre es, Fehlverhalten den lieben Kleinen sachlich zu erklären, damit Kinder wirklich verstehen können, warum sie etwas falsch machen. Diese Erziehung ist nicht nur weitaus zielführender, sie ermöglicht darüber hinaus auch glücklichere Kinder, die sich zu ausgeglichenen Erwachsenen entwickeln können.

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