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Wechseljahre - was uns erwartet!

Wechseljahre, Klimakterium – was uns Frauen in den Jahren rund um die letzte Regel erwartet. Und wie wir diesen Lebensabschnitt besser meistern.


Wechseljahre - was uns erwartet!

Ist mit den Wechseljahren alles vorbei? Quatsch!

© Thinkstock

Ein wenig Bammel haben wir schon davor, vor der hormonellen Umstellung um das 50. Lebensjahr. Denn während der Wechseljahre kommt es zu physischen und psychischen Veränderungen in vielerlei Hinsicht. Und dann wären da noch die typischen Symptome: Hitzewallungen, schlechte Laune, Schlafstörungen und (oh Gott!) auch Gewichtszunahme.

Wir können uns aber beruhigen: Jede Frau erlebt diese Zeit des Umbruchs anders und nicht zwingend negativ. Außerdem gehören die Wechseljahre zum Leben dazu, ähnlich wie die Pubertät. Verdrängen ist also zwecklos. Stattdessen sollten wir die Zeit nutzen, um gesünder und zu leben und mit sich selbst in Einklang zu kommen.

Wann beginnen die Wechseljahre?

Die meisten Frauen "erwischt" es zwischen dem 45. und dem 55. Lebensjahr. Manche ein wenig früher, andere auch später. Ein sehr frühes Auftreten der Menopause – wie der Zeitpunkt der letzten Menstruation und damit das Ende der Fruchtbarkeit genannt wird – kann erblich bedingt sein oder durch starkes Rauchen, Diabetes, Schildrüsenerkrankungen oder Fehlernährung ausgelöst werden.

Aber auch diverse Belastungen können ein verfrühtes Absinken weiblicher Sexualhormone im Blut und damit die Menopause auslösen – etwa Todesfälle, Scheidung, berufliche Belastung. Kurzum: extremer Stress.

Woran erkenne ich die Wechseljahre?

Zu Beginn werden die Monatsblutungen unregelmäßiger, mal treten sie häufiger ein, mal bleiben sie aus, mal sind sie schwächer und dann wieder außergewöhnlich stark. An diesem Punkt ist Achtung geboten! Denn ist die Periode sehr viel stärker als gewöhnlich und ist dies kein Einzelfall, ist unbedingt gynäkologischer Rat einzuholen, da es sich hierbei auch um andere Ursachen handeln könnte.

Sonst ist es aber nicht nötig, akut einen Arzt aufzusuchen – die Menopause ist etwas, was Frauen seit jeher durchleben und kein Krankheitszustand.

Warum kommt es zu Beschwerden während der Wechseljahre?

Östrogene gehören zu den weiblichen Sexualhormonen, welche im Ovar (Eierstock) zyklusabhängig gebildet werden und mitunter eine wichtige Rolle im funktionierenden Zyklus einer Frau spielen. Im Wechsel fällt der Östrogenspiegel ab. Die Folge ist nicht nur das Ausbleiben der Periode, sondern Östrogene besitzen auch eine allgemeine Wirkung auf den Stoffwechsel. Aufgrund der Menopause steigt so für viel Frauen das Osteoporoserisiko an, der Blutdruck kann sich erhöhen, manche leiden unter hormonell bedingter Gewichtszunahme – auch das Diabetesrisiko steigt an.

Einige Frauen klagen zudem über Herzrasen, Schwindelanfälle, schlechten Schlaf, geringere Leistungsfähigkeit, schnelle Reizbarkeit, Hitzewallungen und Schweißausbrüche sowie über Schmerzen beim Sex aufgrund trockener Scheide. Einige leiden ganz furchtbar, andere haben überhaupt keine Beschwerden.

Hormonbehandlung in den Wechseljahren - ja oder nein?

In den 1990er-Jahren wurden für Frauen in der Menopause Hormonpräparate fast wie Zuckerln verschrieben. Die Hormone sollten nicht nur die Beschwerden bekämpfen, sondern auch vor Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt, Thrombose, Osteoporose, Alzheimer, Inkontinenz, Krebs und Diabetes schützen.

Vor rund zehn Jahren wurden die ersten, sehr ernüchternden, Studien dazu veröffentlicht. Denn die Hormonpräparate lösten zum Teil sogar das Gegenteil des versprochenen Ergebnisses aus: Das Thromboserisiko stieg, das Brustkrebsrisiko war erhöht, das Herzinfarktsrisiko wurde nicht gesenkt, das Risiko für Schlaganfälle nahm zu. Dazu litten Frauen, die Hormonpräparate nahmen, verstärkt an Harninkontinenz und geringeren Gedächtnis- und Wahrnehmungsleistungen.

Allerdings werden die Wechselbeschwerden durch Hormone am besten behandelt – und auch das Osteoporose-, Darmkrebs- und Diabetesrisiko wurde gesenkt. Die gerade veröffentlichten Langzeitergebnisse der Studien bestätigen die früheren Ergebnisse. Möglicherweise profitiert eine bestimmte Gruppe von Frauen bei frühzeitigem Beginn und kurzer Behandlungsdauer.

Fazit: Hormonpräparate sollten wirklich nur dann verschrieben werden, wenn der Leidensdruck besonders groß ist.

Welche alternativen Behandlungsmethoden gibt es?

Soja, Rotklee und andere Pflanzen enthalten östrogenähnliche Substanzen, die als "Phytoöstrogene" bezeichnet werden und Wechseljahrbeschwerden auf natürliche Art entgegenwirken sollen. Einige Studien ergaben aber, dass diese eher den Effekt von Placebos und keine medizinisch ergündbare Wirkung hätten. Präparate aus Traubensilberkerze und Johanneskraut haben jedoch einen bewiesen positiven Effekt.

Erfahrungsgemäß haben auch alternativmedizinische Methoden Erfolge gezeigt, z.B. Aromatherapien mit Massagen, Hypnoseverfahren oder die Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Außerdem helfen eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Ausdauer- und Krafttraining, wenig Alkohol und Nikotinverzicht.

Wie verändert sich der Sex in den Wechseljahren?

Frauen haben in und nach den Wechseljahren ein geringes Lustempfinden, heißt es. Vollkommener Quatsch! Frauen können ein ganz normales Sexualleben haben, manche berichten sogar, dass es seitdem erfüllter als in früheren Jahren sei. Das hängt freilich mit der Tatsache zusammen, dass sie sich nicht mehr um Verhütung bemühen und kein ungeplantes Kind fürchten müssen.

Haben Frauen im mittleren Alter Sex-Probleme, dann liegt es meist daran, dass sie sich nicht mehr so attraktiv fühlen. Sexualität ist bei Frauen im Gegensatz zu Männern Kopfsache. Blockiert die Frau gedanklich, dann wird auch körperlich keine Lust empfunden. Da sind dann die Männer angehalten, ihr Bestes zu tun, damit sich die Frau wieder begehrenswert fühlt.