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Frau wurde wegen ihres (ganz normalen) Bikinis aus einem Schwimmbad geworfen

Darf man nicht mal mehr mit einem Bikini ins Schwimmbad?? So scheint es zumindest, wenn man die Geschichte einer Neuseeländerin hört, die von den Mitarbeitern eines öffentlichen Pools gedemütigt wurde.

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pool bikini rausgeworfen

In Ruhe schwimmen? Nicht in diesem Outfit!

© Photo by Tom Grimbert (@tomgrimbert) on Unsplash

Warum müssen wir im Jahr 2019 noch immer von wegen ihrer "unangemessenen" Kleidung gedemütigten Frauen berichten? Weil die Fälle einfach nicht aufhören! Obwohl Frauenpower, Emanzipation und Gleichberechtigung in aller Munde sind. Aber das scheint egal zu sein, wenn man mit einem ganz normalen Bikini zur falschen Zeit, am falschen Ort ist. Wobei, die besagte Person mindestens dreimal die Woche an jenem Ort ist. Aber dazu später mehr.

Es geht hier um die Neuseeländerin Yvette Harvie-Salter, die ein aufgebrachtes Facebook-Posting verfasst hatte, nachdem sie eines öffentlichen Schwimmbades verwiesen wurde. Und zwar, weil ihr Bikini die anderen Gäste störte. "Ich wurde gerade auf sehr unhöfliche Weise aus dem Albany Stadium Pool geworfen. Anscheinend war der Bikini, den ich seit einigen Monaten sehr regelmäßig dort getragen habe, heute zu unangemessen für die anderen Gäste. Die Worte der Managerin waren: 'Es gibt dazu zwar keine offizielle Regel, aber ein paar Mütter haben sich darüber aufgeregt.'" , schrieb sie auf Facebook.

Die erste Frage, die man sich stellt, ist logischerweise: Was für ein absonderliches Kleidungsstück hat die Neuseeländerin getragen?? Die Antwort: Einfach einen schwarzen Bikini. "Die Managerin fragte mich, ob ich zuhause noch andere Bikinis habe, die ich stattdessen anziehen könnte. Aber die sind alle gleich! Ich kaufe sie immer bei Glassons, wo das Geschäft quasi einfach über die Straße, gegenüber vom Pool ist." , so Harvie-Salter. Und so sieht der Bikini ungefähr aus:

bikini glassons
Anrüchig, nicht wahr? (c) Glassons

Viele Details an diesem Fall sind echt fies. Zum Beispiel, dass sich das Bad zwar entschuldigt hat, aber darauf besteht, dass sie nicht rausgeworfen, sondern eben nur ermahnt wurde. Wow, noch schnell den eigenen Hintern retten, nicht wahr? Fies ist auch, dass die Neuseeländerin sehr regelmäßig das öffentliche Bad besucht und noch nie Probleme hatte. Wie gesagt: Zur falschen Zeit, am falschen Ort - ohne es zu wissen.

Doch am fiesesten ist, dass wieder mal eine Frau öffentlich für Kleidung gedemütigt wurde, die es nicht in einem Sexladen zu kaufen gibt, sondern in ganz normalen Modeketten. Denn da stellt sich die Frage: Wer ist wirklich Schuld, dass es so viel "anrüchige" Kleidungsstücke gibt? Jeder einzelne Modeanbieter?

Und im Endeffekt soll es dann aber gar nicht darum gehen, wer, was, wann angehabt hat. Es geht nämlich darum, dass der weibliche Körper einfach immer noch als Objekt betrachtet wird. Als Objekt, dass dich ohne deinen Willen aufgeilen kann und deshalb eigentlich in den meisten Fällen bedeckt bleiben sollte. Wir wissen ehrlich nicht mehr, was wir zu diesen Geschichten von Mädchen in Leggings, Frauen in Tanktop und in Jeans mit kaputten Knien sagen sollen. Nur eins: Der Körper einer anderen Person geht dich nichts an!

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