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Weinstein-Skandal: Ein Hashtag soll für Aufklärung sorgen

Sexuelle Belästigung und Gewalt: Unter dem Hashtag #MeToo initiiert Schauspielerin Alyssa Milano nach dem Weinstein-Skandal ein Aufklärungsprojekt.

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Weinstein-Skandal: Ein Hashtag soll für Aufklärung sorgen

Alyssa Milano: "Redet das Thema nicht klein"

© 2016 Getty Images

Es sei doch nur eine Handvoll Hollywood-Schauspielerinnen und Models, die von Film-Mogul Harvey Weinstein belästigt worden seien. Und, seien wir uns ehrlich: Mit einer Karriere im Showbiz als Karotte vor der Nase kann es doch nicht gar so schrecklich sein, sich von einem Mann sexuell nötigen und einschüchtern zu lassen.

Der Skandal in Hollywood zeigt einmal mehr, wie oft nach wie vor auf diese Weise argumentiert wird, wie sehr sexuelle Belästigung bagatellisiert oder als bedauerlicher Einzelfall dargestellt wird. Doch je mehr prominente Schauspielerinnen – darunter Angelina Jolie, Kate Beckinsale oder Gwyneth Paltrow – über die widerlichen Übergriffe sprechen, desto mehr andere Frauen wagen es, die Täter (längst geht es nicht mehr nur um die Person Weinstein) zu benennen und über die Vorfälle zu sprechen.

#MeToo: Zeigt das gesamte Ausmaß der sexuellen Belästigung

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Schauspielerin Alyssa Milano (44, „Wer ist hier der Boss?“) hat eine Twitter-Kampagne gestartet: Wem schon etwas in der Richtung passiert ist, der solle einfach den Hashtag „#MeToo“ (dt. „Ich auch“) twittern. Auf diese simple Weise könne das Ausmaß gezeigt werden und das Thema nicht mehr kleingeredet werden. Bis Montagmittag hat Milano rund 24.000 Likes dafür bekommen.

Diese Einladung angenommen haben inzwischen auch schon einige große Namen, darunter die Musikerin Lady Gaga (31, „Born This Way“) sowie die Schauspielerinnen Anna Paquin (35, „Das Piano“), Debra Messing (49, „Will and Grace“) und Patricia Arquette (48, „Boyhood“). Sie alle bestätigen mit dem Hashtag, was seit ein paar Tagen Hollywood erschüttert.

Aber nicht nur Stars erklären unter #MeToo, was ihnen an sexueller Belästigung widerfahren ist. Auch "normale" Frauen twittern oder posten auf Instagram und Facebook ihre Erlebnisse – und zeigen so, wie allgegenwärtig und leider auch alltäglich sexuelle Gewalt nach wie vor ist.