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Agbogbloshie: Die größte Elektro-Mülldeponie der Welt

Auf der größten Elektro-Mülldeponie der Welt arbeiten tausende Menschen. Der österreichische Dokufilm "Welcome to Sodom" zeigt, wie das Leben dort ist.

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Agbogbloshie: Die größte Elektro-Mülldeponie der Welt

Feuer, Schmutz & Gift: So ist das Leben in Agbogbloshie.

© Stadtkino Filmverleih

Du entsorgst dein altes Handy, deinen kaputten Laptop, dein altes Telefon beim Sondermüll? Das ist löblich. Doch meistens passiert mit dem Schrott nicht das, was du glaubst. Allzu oft landet unser Elektroschrott auf der größten Elektro-Mülldeponie der Welt: Agbogbloshie in Afrika. Diese illegale Müllhalde begann Mitte der 2000er zu wachsen, als die ersten Lieferungen des europäischen Elektro-Mülls ankamen. Damals war dies noch als Teil eines Hilfspaketes gedacht, doch schon bald danach wurde dort auf illegalem Weg immer mehr Schrott abgeliefert.

Was früher reiches, ghanaisches Sumpfland war, ist heute die reinste Hölle auf Erden. Tatsächlich wurde der Ort 2013 zu einem der am schlimmsten verseuchten Orte der Welt gewählt. Dies liegt nicht nur am Müll selbst, sondern an den Schadstoffen, die aus den alten Elektrogeräten austreten können. Wie zum Beispiel Quecksilber oder Arsen. Man würde glauben, dass dort gar keine Menschen leben können. Doch Armut, Perspektivlosigkeit und Hoffnung treibt viele WestafrikerInnen an den Rand von Accra, die Hauptstadt von Ghana. Das Leben dieser Menschen nimmt der österreichische Dokumentarfilm "Welcome to Sodom - Dein Smartphone ist schon dort" unter die Lupe.

Bis aufs winzigste Stück werden die alten Computer zerlegt.

Die Regisseure Florian Weigensamer und Christian Krönes haben Menschen gefunden, die ganz außergewöhnliche Lebensgeschichten haben, die aber eins verbindet: Die Hoffnung auf ein besseres Leben. Und die Hoffnung auf das große Geld. Um das zu erreichen, verbrennen die Protagonisten Kabel, um an das kostbare Kupfer dranzukommen. Sie nehmen alte Röhrencomputer auseinander und verkaufen winzige Teilen davon. Oder sie füllen Säcke mit Kupferstückchen, die sie mit einem Magneten aus dem restlichen Müll heraus sieben.

Dabei kommentieren die Regisseure die Geschehnisse nicht, sondern lassen die Protagonisten selbst sprechen. Der Film ist bildgewaltig und sollte deshalb unbedingt auf der großen Leinwand geschaut werden. Vor allem die Szenen mit den brennenden Kupferdrähten, führen einem das harte Leben am Rande der Gesellschaft vors Auge. Doch trotz der täglichen Gefahr, haben die Leute immer eine Art Freizeit, die sie zum Teil mit Tanz und Musik füllen. Der Film folgt zum Beispiel einem Rapper, der mit seinen Texten über die Slums von Agbogbloshie viele Menschen erreicht.

Um das Kupfer von den Kabeln zu trennen, muss die Ummantelung verbrannt werden.

"Welcome to Sodom" zeigt aber nicht nur die unglaubliche Widerstandskraft der dort lebenden Personen, sondern hält den westlichen Ländern den Spiegel vor. Denn Agbogbloshie ist durch unseren Müll entstanden. Wer also nach dem Film (und das wird ziemlich wahrscheinlich passieren) das Bedürfnis hat, einen anderen Weg einzuschlagen oder einfach bewusster "wegzuwerfen", kann das auch tun!

So entsorgst du Elektromüll umweltbewusst

Unterscheide erst einmal, ob dein Gerät wirklich kaputt oder nur "alt" ist! Wenn es wirklich nicht mehr funktioniert, dann kannst du dich bei Elektro-Ade informieren, wie und wo du welches Gerät abgeben kannst. Das Gute ist, dass hier auf eine nachhaltige und umweltgerechte Entsorgung geachtet wird.

Wenn deine Geräte alt, aber funktionstüchtig sind, denke über eine Spende nach! Es gibt viele Menschen, die mit einem etwas älteren Kaliber noch viel anfangen können. Handys kann man zum Beispiel in die Ö3 Wundertüte geben oder sie bei Sammelaktionen des Jane Goodall Instituts oder der Rote Nasen Clowndoctors abgeben.

Bergeweise Schrott in Sodom.

Film: "Welcome to Sodom - Dein Smartphone ist schon dort" Start: 23. November 2018

Themen: Kino & TV, Report