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"Not here to dance": Weltfußballerin Hegerberg schreibt über Respekt

In einem ausführlichen Artikel schreibt die Norwegerin Ada Hegerberg über ihre Auszeichnung als Weltfußballerin, über den harten Weg dorthin und was für sie das wichtigste im Sport ist: Respekt.

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ada hegerberg
© instagram.com/ahegerberg

"Not here to dance": Diesen Titel trägt ein Text, den die kürzlich gekürte Weltfußballerin Ada Hegerberg aus Norwegen auf der Online-Plattform "The Players Tribune" veröffentlicht hat. Der Titel spielt auf die Geschehnisse beim Gala-Abend anlässlich der Auszeichnung an. Wir erinnern uns: Der Moderator, DJ Martin Solveig, hatte die Weltfußballerin gefragt, ob sie twerken könne. Das sorgte weltweit für einen Aufschrei und für zahlreiche Medienberichte. Ada Hegerberg hatte zwar schon im Moment, in dem das passierte besonnen mit einem kühlen "Nein" auf die unangebrachte Frage geantwortet - mit ein bisschen Abstand hat sie aber nun in einem ausführlichen Text nicht nur ihre Gefühle an jenem Abend, sondern ihre gesamte Karriere reflektiert. Darin zentral: Respekt.

So schreibt sie darüber wie es war, in einem kleinen norwegischen Dorf Fußballerin zu werden. In einer Fußball-fanatischen Familie und wie wenig dabei auf Geschlechter und Stereotype geachtet wurde: "My sister was not just playing with the boys team. She was actually the captain of the boys team. And the coach? It was my mother. This was the terrific thing about growing up in a town of 7,000 people in the middle of nowhere. There was a real feeling of equality. Nobody said anything about my sister being the captain or my mother being the coach."

» I could speak for hours about equality, and what needs to change in football, and in society as a whole. But in the end, everything comes back to respect.«

Gleichheit und Respekt haben ihre frühe Fußballkarriere geprägt. Und das hat wohl auch viel damit zu tun, wie Ada die Preisverleihung und den Zwischenfall erlebt hat. In ihrem Text erwähnt sie besagten DJ nicht einmal. Stattdessen schreibt sie darüber, wie sie dort Roberto Carlos traf, einen alten Freund, der ihr wie ein Sitznachbar in der Schule jegliche Nervosität nahm (und den Rest der Nacht den Pokal für Ada aufbewahrte, weil sie nicht wusste, wohin damit). Und darüber, wie sie dort umgeben war von Fußballlegenden, die genau wie sie verstehen, welche Opfer einem die Fußballkarriere abverlangt. Egal ob man Fußballerin oder Fußballer ist. Sie schreibt über die Liebe und den Respekt, die sie dort umgeben haben.

Und über die dumme, sexistische Frage? "When I got up onstage to accept my award, everything was calm. Everything was warm. Everything was perfect. I looked out into the crowd and saw so many amazing footballers. The women’s game and the men’s game were side by side. What an incredible, beautiful moment. I will not let it be ruined by a stupid joke from a presenter. It didn’t ruin it in the moment. It does not ruin it in my memory."

Absolute Empfehlung: Hier gibt's den Text "Not here to dance" im Original zu lesen.

Thema: Sexismus