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Was passiert eigentlich, wenn Astronautinnen im All ihre Tage haben?

Es ist eine dieser Fragen, die einem von alleine nie einfallen würde. Aber jetzt, wo wir darüber sprechen – wie ist das mit der Menstruation im Weltall?

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astronautin nasa

Shuttle-Astronautin Eileen Collins, 1995.

© Getty Images

Anfang Februar kehrte die NASA-Astronautin Christina Koch heil zur Erde zurück. Sie hatte fast ein ganzes Jahr – 328 Tage – auf der Internationalen Raumstation ISS verbracht und drei (!) rein weiblich besetzte Weltraumspaziergänge über die Bühne gebracht. Der Spot in den Geschichtsbüchern ist ihr sicher!

Heute arbeiten verhältnismäßig viele Frauen in der Luftfahrt. Doch ihren Platz mussten sie erkämpfen. Denn wie in vielen anderen Lebensbereichen, ist auch die Raumfahrt auf Männerkörper ausgelegt. Dies kam zum Beispiel zutage, als Astronautin Anne McCain im März 2019 nicht an einem Außeneinsatz der ISS teilnehmen konnte, weil es keinen passenden Anzug für sie gab. Worin sich Männer und Frauen aber noch viel grundsätzlicher unterscheiden, ist die Biologie ihres Geschlechts. Kurz: Frauen bluten, Männer nicht. Und wie klappt das so im Weltall?

Eines vorweg: Die Menstruation läuft im Weltall ziemlich genauso ab, wie auf der Erde. Und das stellte die Planung des ersten Weltraumfluges von NASA-Astronautin Sally Ride, 1983, auf den Kopf. Denn die Ingenieure fragten sie, ob 100 Tampons die richtige Anzahl für eine einwöchige Mission sei. Worauf Ride nur antworten konnte: "Nein, das ist nicht die richtige Zahl." Und das ist noch eine der lustigen Anekdoten, die es in der NASA-Geschichte zum Thema "Frauen im All" gibt. Zuvor gab es 1964 einen offiziellen Report, in dem empfohlen wurde, Frauen nicht für die Raumfahrt zuzulassen. Die Begründung – und jetzt haltet euch fest: Es sei zu schwer, "einen temperamentvollen psychophysiologischen Menschen und die komplizierten Maschine" übereinzustimmen. Sprich: Frauen sind zu PMS-y für solch komplexe Tätigkeiten.

Wenn wir heute einen Blick auf die Menstruation im All werfen, dann kann zum Glück keine Rede von einem Ausschlussverfahren aufgrund der Erdbeerwoche sein. Trotzdem haben es die Austronautinnen per se nicht leicht, denn es herrscht durchaus eine mangelnde Hygiene in den Raumstationen und -schiffen. Deshalb entscheiden sie sich in den meisten Fällen zwischen zwei Lösungen:

Entweder sie nehmen die Pille oder lassen sich eine Kupferspirale einsetzen. Mit der Pille kann man die Menstruation nämlich einfach überspringen. Oder dank Präparaten, die auf einen Langzyklus ausgelegt sind, gleich ganz auslassen. Bei der Kupferspirale ist die Sache etwas kniffliger. Je nach Veranlagung und der "richtigen" Spirale, kann die Periode ausbleiben, muss aber nicht.

Den meisten ExpertInnen ist wichtig, klarzustellen, dass es nicht schädlich ist, wenn Frauen ihre Periode über längere Zeit verschieben. Und Astronautinnen sind auch nicht alleine – auch im Militär werden dieselben Methoden eingesetzt. Laut Varsha Jain, Wissenschaftlerin im Bereich Raumfahrt & Gynäkologie, sei es am wichtigsten, den Frauen sichere Optionen anzubieten:

»Wenn mehr Frauen in den Weltraum gehen, müssen wir sicherstellen, dass sie über die aktuellsten Informationen zu zuverlässiger Empfängnisverhütung und Mitteln zur Unterdrückung der Menstruation verfügen. Letztendlich ist es die Entscheidung der Frau, sie zu unterdrücken, aber ihr sollten Optionen zur Verfügung stehen.«

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