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Wenig Sex führt zu früheren Wechseljahren

Wechseljahre? Darauf freuen sich die wenigsten. Aber hinauszögern kann man diesen natürlichen Prozess doch auch nicht, oder? Eine neue wissenschaftliche Studie zeigt nun jedoch auf, dass Sex darauf einen Einfluss haben könnte.

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Wenig Sex führt zu früheren Wechseljahren
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Laut einer neuen Studie, die in der Zeitschrift Royal Society Open Science veröffentlicht wurde, ist seltener Sex mit früheren Wechseljahren verbunden. Die Forscherinnen vom University College London befragten dafür knapp 3.000 Frauen im Alter von über 35 Jahren, die noch nicht in den Wechseljahren waren und im Schnitt zwei Kinder haben, über einen Zeitraum von zehn Jahren regelmäßig zu ihrer sexuellen Aktivität.

Dabei stellte man fest, dass Frauen, die jede Woche sexuelle Aktivitäten ausübten, mit einer um 28 Prozent geringeren Wahrscheinlichkeit früh in die Wechseljahre kamen als Frauen, die weniger als einmal im Monat Sex hatten. Darüber hinaus hatten diejenigen, die monatlich Sex hatten, eine um 19 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit einer Menopause - definiert als 12 Monate ohne Periode - als diejenigen, die weniger als einmal im Monat Sex hatten.

Je mehr Sex frau hat, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, früh in die Wechseljahre zu kommen?

  • Frauen, die wöchentlich Sex hatten, kamen signifikant später in die Wechseljahre als Frauen, die nur einmal im Monat sexuell aktiv waren.
  • Je seltener der Sex, desto höher die Wahrscheinlichkeit einer frühen Menopause.
  • Wenn Frauen mehrmals die Woche Sex hatten, war die Wahrscheinlichkeit am höchsten, erst mit über 52 Jahren (das ermittelte Durchschnittsalter der Studie) in die Menopause zu kommen.

Als Sex wurde dabei nicht nur der Geschlechtsverkehr zwischen zwei Menschen definiert, sondern ebenso "zählen" Selbstbefriedigung sowie sexuelles Berühren und Streicheln. Einen Partner oder eine Partnerin zu haben ist für die "Vorsorge" also nicht entscheidend.

Allerdings ist die Häufigkeit von Sex keineswegs der ursächliche Grund für frühe oder späte Wechseljahre - und der Zusammenhang auch noch nicht gänzlich erforscht. Ebenso berücksichtigt werden müssen Veranlagung, Hormonspiegel, Lebensweise, Body-Mass-Index und vieles mehr. Man kann die Ergebnisse der Studie also nicht auf "Hab mehr Sex, wenn du keine frühere Menopause willst" oder "Hab weniger Sex, wenn du dir eine frühere Menopause wünschst" reduzieren.

Dennoch zeigt sich hier ein vielversprechender Ansatz: Denn viele Frauen fürchten eine frühe Menopause, da neben dem Ausbleiben der Menstruation und damit der Möglichkeit schwanger zu werden, noch einiges mehr im weiblichen Körper geschieht. Vorzeitige Wechseljahre (vor dem 40. Lebensjahr) oder frühe Wechseljahre (zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr) stellen ein erhöhtes Risiko für Mortalität, Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar und können zudem neurologische und psychiatrische Erkrankungen begünstigen.

Ganz abgesehen von den gängigen Nebenwirkungen wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Haarverlust, Gewichtszunahme oder Schlafstörungen. Die Vorteile jedoch: keine Perioden mehr und damit ebenso keine PMS oder Schwangerschaftsrisiko.

Was der Sex mit der Menopause eigentlich zu tun hat, deutet die Hauptautorin der Studie, Dr. Megan Arnot, folgendermaßen: Wenn eine Frau wenig bis gar keinen Sex hat, deutet der Körper das als Signal: Hier ist eine künftige Schwangerschaft ausgeschlossen. Effektiv, wie unser Organismus ist, spart er sich daher die Kraft, eine Menstruation zu veranlassen – und die Menopause beginnt.

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