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Wenn Babyhaut verrückt spielt ...

Raue, schuppige Stellen, Rötungen, Juckreiz: Babys und Kleinkinder leiden besonders oft an Neurodermitis und anderen Problemen. Genetische Vorbelastung und Allergien stecken hinter dieser Schwäche der Hautbarriere. Wir haben eine Dermatologin gefragt, was dagegen hilft.

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Wenn Babyhaut verrückt spielt ...
© istockphoto.com

Zart, weich und duftig, so ist Babyhaut in unserer Vorstellung. Und im Normalfall ist sie das auch wirklich. Doch 15 bis 20 Prozent der Babys und Kleinkinder leiden an trockener, schuppiger Haut oder sogar Neurodermitis. Woher diese chronische Krankheit kommt, das weiß man nicht genau. Nur so viel ist klar: Es gibt eine genetische Disposition, und Allergien können damit zu tun haben. Wir haben bei Dermatologin Dr. Verena Beck (verenabeck.at) nachgefragt, woran man Neurodermitis bei Babys erkennt und was bei der Behandlung wichtig ist.

Erste Anzeichen

Rote Punkte im Gesicht und um den Mund, raue Stellen in den Körperfalten, an den Händen oder Füßen, das sind erste Zeichen für Neurodermitis. Normalerweise treten diese nach dem dritten Lebensmonat auf, in unterschiedlich starker Ausprägung. "Manche Kinder haben nur ein paar raue Stellen oder rote Punkte. Man sieht fast nichts, trotzdem juckt es oft stark. Bei anderen erkennt man die Entzündung deutlich, aber der Juckreiz ist nicht so groß", weiß die Ärztin. Und sie betont: "Wenn die Haut beim Baden und Pflegen nicht so typisch babyweich ist, sondern rau, verfärbt oder sogar Risse hat, muss man sofort reagieren! Sonst kann daraus leicht ein Ekzem entstehen. Gehe zu einem spezialisierten Hautarzt und lass dich ausführlich beraten."

Richtig pflegen

Besonders wichtig bei empfindlicher Haut ist die Pflege. "Du kannst dein Kind ruhig täglich baden, aber bitte nur mit Wasser oder Spezialwaschgels. Vermeide auf alle Fälle Produkte mit Duftstoffen, Allergenen oder Mineralöl. Und danach mit einem pflegenden, rückfettenden Balsam eincremen, vor allem die betroffenen Stellen", betont Dr. Beck. Und fährt fort: "Probiere verschiedene Produkte aus, bis du die richtige Basispflege findest, die auch dein Kind mag. Wenn eine Creme auch nur ein bisschen brennt, passt sie nicht. Und ich rate zur Vorsicht bei Naturkosmetik. Problemhaut ist ja sehr sensibel, da können die Pflanzenextrakte allergiebildend wirken."

Gesunder Lifestyle

Auch im Alltag besteht großes Potenzial zur Verbesserung. "Verwende Waschmittel ohne Duftstoffe und streiche den Weichspüler!", betont Beck. Verzichte auf Kleidung aus Wolle, die kratzt und reizt die neurodermitische Haut noch zusätzlich. Gut verträglich sind Baumwolle und vor allem Seide. Studien haben gezeigt, dass in Seidenstoffen entzündungsmildernde Substanzen enthalten sind. Ein Pyjama aus diesem natürlichen Material schafft große Linderung. Schwierig sind auch Haustiere, vor allem behaarte. Der Schmutz und die Haare können Hautreizungen verstärken. Und beim Essen sollte man natürlich auch aufmerksam sein: "An sich darf und soll ein Kleinkind alles essen", so Beck. "Die Vielfalt ist wichtig, weil über den Verdauungstrakt die Toleranz für Nahrungsmittel gebildet wird. Wenn ein Kind aber auf bestimmte Dinge reagiert oder die Neurodermitis gar nicht besser werden will, muss man es austesten lassen. Es könnte eine Allergie dahinterstecken."

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