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Wenn Kinder bei den Eltern schlafen

Co-Sleeping bedeutet, dass die ganze Familie in einem Bett liegt, weil die Kinder nicht alleine schlafen wollen. Doch Psychologen warnen davor.

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Wenn Kinder bei den Eltern schlafen
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Co-Sleeping
Was in Schweden ganz normal und üblich ist, wird auch hierzulande gerne praktiziert: Co-Sleeping. Das gemeinsame Schlafen von Eltern und Kindern im Ehebett - für die einen ein absolutes No-Go, für die anderen ganz normaler Alltag.
In Österreich schläft ein Drittel der Kinder im Schulalter bei den Eltern, in Skandinavien ist es sogar die Hälfte der Kleinkinder. Doch die Experten sind sich unschlüssig und diskutieren heftig darüber.

PRO
Befürworter dieser gemeinsamen Bettruhe meinen, dass das Co-Sleeping den Kindern Nähe und Geborgenheit vermittelt, was nicht nur bei den Kleinsten wichtig ist, sondern durchaus auch bis ins Volksschulalter relevant zu sein scheint.

KONTRA
Doch Gegner dieses Schlafstils meinen, dass Kinder im Bett der Eltern überhaupt nichts verloren haben, oder aber - wenn nötig - dann allerlängstens bis ins zweite Lebensjahr. Danach sei es aber ihrer Ansicht nach für die Entwicklung eines selbstständigen Kindes wichtig, beim Schlafen seinen eigenen, intimen und abgegrenzten Bereich zu haben.

Die generelle Meinung der Ärzte ist, dass das Schlafen bei den Eltern in den Genen liegt und demnach kein Problem darstellen sollte. Das ist übrigens auch der Grund, weshalb müde Kinder häufig Nähe suchen und Kuscheln wollen. Je entspannter und natürlicher die Eltern dann damit umgehen, desto wahrscheinlicher ist es, dass Kinder von selbst im Alter zwischen 2 und 4 Jahren in ihren eigenen Raum zum Schlafen haben wollen.

Von Re-Co-Sleeping ist dann die Rede, wenn Kinder, die plötzlich wieder im Bett der Eltern schlafen wollen, obwohl sie sich schon an ihr eigenes Bett gewöhnt haben.
Doch das sei laut Expertenmeinung kein Grund zur Sorge, denn im Alter ab etwa 4 Jahren passiert im Gehirn und in der Entwicklung des Kindes enorm viel. Diese Veränderungen sind oft mit Ängsten und Verunsicherungen verbunden, da die Kleinen ja spüren, dass etwas in ihnen geschieht. Demnach ist Co-Sleeping, sowie Re-Co-Sleeping als vorübergehende Phase völlig unbedenklich.

Vorübergehend?
Generell sollten Kinder spätestens mit dem Eintritt in die Volksschule in ihren eigenen Betten liegen. Bei Trennungen, Traumata oder Todesfällen kann dies zu Verlustängsten führen, was durchaus eine Verlängerung des Co-Sleepings hervorruft.
Zu einem Dauerzustand sollte dies allerdings nicht werden. Wenn aus dem vorübergehenden "Bei-den-Eltern-Schlafen" eine dauerhafte Gewohnheit wird , sollte man sich dringend mit dem Kind auseinandersetzen. Ist es der Mangel an Zuwendung und Aufmerksamkeit von Seiten der Eltern, sind Ängste der Grund, oder steckt Eifersucht (durch ein neues Geschwisterchen) dahinter? Dies muss geklärt und mit viel Geduld, aber auch Konsequenz bearbeitet werden.
Tipp:
Wichtig sind gleiche Einschlafrituale, denn sie vermitteln Routine und Sicherheit. Das Kind soll zumindest versuchen im eigenen Bett einzuschlafen, selbst wenn es in der Nacht zu den Eltern huscht. Außerdem können eine Einschlafgeschichte, ein bestimmter Schlaftee oder eine ausgiebige Kuscheleinheit weitere Einschlafrituale darstellen.

Thema: Erziehung

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