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Wer einmal betrügt, geht immer fremd?

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Und wer einmal fremdgegangen ist, der tut es immer wieder? Wie hoch ist die Gefahr, dass Seitenspringer immer wieder betrügen?

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Wer einmal betrügt, geht immer fremd?

Amüsiert er sich nur – oder bereitet er den Betrug vor?

© iStockphoto

Es wäre dir eigentlich lieber, wenn du es nicht wüsstest. Aber irgendwann hast du die Frage gestellt, über frühere Beziehungen und ob dein Partner schon mal fremdgegangen ist. Vielleicht warst auch du der Anlass...

Seitdem ist da ein kleiner, hässlicher Zweifel in deinem Herzen. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Sagt der Volksmund, und der hat nicht immer, aber leider doch recht oft recht. Und wie ist es, wenn man mal betrogen hat? Fremdgegangen ist? Wird man es dann immer wieder tun?

Die Wahrscheinlichkeit für Betrug ist höher

Fragen wir die Statistik. Achtung, Spoiler: wer das ungute Gefühl der Eifersucht und des Misstrauens nicht mehr verspüren will, der sollte jetzt nicht mehr weiterlesen. Denn hat jemand in einer festen Partnerschaft mit einem Dritten Sex gehabt, ist also fremdgegangen, dann liegt die Wahrscheinlichkeit, dass er es wieder tut, um 3,7-mal höher.

Das zumindest ergab eine Untersuchung der Universität Denver, die auf der alljährlichen Tagung der American Psychological Association in Washington präsentiert wurde. Die Psychologin Kayla Knopp befragte dafür 484 Unverheiratete im Alter zwischen 18 und 34 Jahren, die in ihrer Studienzeit mindestens zwei Beziehungen hatten.

Knopp: "Beziehungen und die Verhaltensmuster, die wir darin annehmen und abspulen, prägen. Wenn wir eine Strategie – aus welchen Gründen auch immer – als erfolgreich erachten, dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass wir sie nochmals anwenden."

Gulp.

Seitensprung: Es kann, aber muss ja nicht sein...

Tatsächlich kam im Rahmen der berühmten Kinsey-Studie auch raus, dass Gutverdiener und Menschen mit Hochschulabschluss eher zum Seitensprung neigen – sie stellen damit also die höchste Risikogruppe.

Vor allem im berühmten siebten Jahr, so die statistischen Fakten, ist die Wahrscheinlichkeit für Betrug am höchsten. Dann gibt es einen kleinen Gender-Gap: schafft das Paar diese zeitliche Hürde, dann sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Frau fremdgeht. Allerdings steigt im 18. Beziehungsjahr das Risiko, dass ER in eine fremde Kiste hüpft.

Vielleicht ein wenig tröstlich für Frauen: Männer sind eher bereit, ihnen einen Fremdflirt zu verzeihen.

Bedeuten all diese wissenschaftlichen Daten, dass du dich gleich mal präventiv von deinem Freund trennen solltest, weil er mal vor Jahren eine andere betrogen hat? Ist es deshalb berechtigt, dass du sein Handy durchschnüffelst und ihm eine Szene machst, wenn er mal einen Abend ohne dich verbringen will?

Natürlich nicht.

Denn auch wenn die Wissenschaft die Wahrscheinlichkeit als höher erachtet: es sind immer auch die Umstände, die einen Betrug begünstigen. Wenn bei euch prinzipiell alles passt, dann solltest du deinen Partner nicht durch überzogene Eifersucht in genau die Ecke drängen, in der du ihn eigentlich nicht sehen willst.

Auch dafür gibt es einen Nachweis, zum Glück. Kristen Mark, Leiterin des Sexual Health Promotion Lab an der Universität von Kentucky konnte mit ihren Untersuchungen belegen, dass die emotionale und sexuelle Zufriedenheit der Partner ein weit zuverlässigerer Marker für künftige Untreue ist. Wer happy ist und seinen Partner behalten möchte, der wird das nicht durch einen schnellen Fehltritt aufs Spiel setzen. Ist ja irgendwie auch logo...