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Ist das der beste Werbespot des Jahres?

Beim neuen Werbespot der #glaubandich-Kampagne der Erste Bank bekommen wir richtig Gänsehaut. Doch warum ist das so? Wir haben mit einem Werbepsychologen gesprochen.

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Erste Bank Werbung
© Screenshot / YouTube

Wir schauen zur Abwechslung einmal fern. Plötzlich Werbung (wie unerwartet). Wir greifen zum Handy und scrollen fadisiert durch Instagram. Dann erklingen plötzlich die ersten Töne von "Don't Stop Me Now", dem Song von Queen, gesungen von einem kleinen Mädchen mit der gefühlt entzückendsten Stimme der Welt. Spätestens an diesem Punkt richtet sich unser Blick weg vom Handy- hin zum Fernsehbildschirm. Die Kleine schraubt gerade die Stützen ihres Fahrrads runter, wirft sie weg, schmeißt sich aufs Rad und bezwingt mutig und mit voller Entschlossenheit eine selbstgebaute Fahrradrampe.

Der Song von Queen schreitet bis zum Höhepunkt voran, das Mädchen singt immer noch mit, bunter Nebel sprüht in die Luft, sie braust mit ihrem Turbo-BMX-Rad durch einen Looping und dann... ein Stunt in der Luft, der Satz "Unser Land braucht Menschen, die an sich glauben" wird eingeblendet – spätestens hier befinden wir uns gefühlsmäßig zwischen Gänsehaut, ein bisschen Pipi in den Augen und einem Ausstoß von Endorphinen, der mit dem Girl-Power-Moment einherging. Mit leicht offenen Mund bleibt uns nur mehr eines zu klären – ist das der beste, österreichische Werbespot des Jahres? Wir meinen JA. Aber warum berührt er uns so? Wir haben mit Univ.-Lekt. Mag. Dr. Josef Sawetz gesprochen, einem Experten im Bereich Werbepsychologie sowie Marketing- und Kommunikationspsychologie.

Falls ihr den Spot nicht kennt:


Das sagt der Werbepsychologe Dr. Sawetz:

"Die starken positiven Emotionen, die dieser TV-Spot auslösen kann, beruhen gleichzeitig auf mehreren Faktoren der Werbewirkung.
Kontrastprinzip und Regelbruch: Ein fast zerbrechlich wirkendes kleines Mädchen wächst mit spielerischer Leichtigkeit über sich selbst hinaus, indem es etwas macht, was ihm niemand zugetraut hätte: Ein kleiner zerbrechlicher "Nerd" mit übergroßer Brille und unscheinbarem Äußeren wird zur Superheldin. Und singt dabei mit ihrer lieblichen Kinderstimme den Queen-Song mit. Man identifiziert sich sehr gerne mit dieser kleinen Heldin, die nur so vor Selbstvertrauen, Zuversicht, Mut, Furchtlosigkeit und Unbeschwertheit strotzt – und ganz selbst- und siegesbewusst die Stützräder von ihrem Bike entfernt. Sie verwirklicht etwas, wovon wir alle träumen: unsere versteckten Potentiale entfalten.

Die waghalsigen Stunts ziehen uns automatisch in ihren Bann. Denn durch die Spiegelneuronen in unserem Gehirn erleben wir diese Action emotional stark mit. Unser Gehirn arbeitet dabei auf einer höheren Stufe der Aktiviertheit. So werden alle Filmszenen emotional noch einmal verstärkt und damit noch intensiver erlebt. Die Kombination mit dem Queen-Song "Don´t Stop Me Now", der Selbstvertrauen und Optimismus ausdrückt, verstärkt die Emotionen der Bilder dabei noch zusätzlich. Außerdem aktivieren die Gesichtsproportionen von Kindern unser Belohnungszentrum im Gehirn und sorgen so für positive Gefühle."

Vierte #glaubandich-Kampagne der Erste Bank

"Die vierte #glaubandich-Kampagne stellt die Träume und Vorstellungskraft eines Mädchens in den Mittelpunkt", heißt es in der Presseaussendung der Ersten Bank und Sparkasse. "Kinder sehen die Welt anders – wilder und aufregender. Sie träumen groß. Und gerade deshalb, stürzen sie sich kopfüber ins Abenteuer“, sagt Thomas Schaufler, Privatkundenvorstand der Erste Bank. "Was zählt ist der Mut an sich zu glauben, bei jeder Art von Herausforderung. Unsere Kampagne ist mehr als nur eine Geschichte - wir möchten Mut machen", so Schaufler.

Die Werbeagentur Jung von Matt/Donau ist für die Kampagne verantwortlich. Regisseur des Filmes war der Neuseeländer Nathan Price. Der Spot wird übrigens auch in Kroatien und Rumänien zu sehen sein. "Die Zuversicht, der positive Drive und das Selbstbewusstsein unserer kleinen Heldin hat unsere Herzen im Sturm erobert", sagt Maja Kölich, Werbeleiterin der Erste Bank und Sparkasse. Unsere auch!

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