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Die WHO erklärt das Single-Dasein zur Behinderung!

Bist du Single? Dann leidest du unter einer Behinderung. Diese Kategorisierung zumindest fordert die Weltgesundheitsorganisation WHO. Die Hintergründe:

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Die WHO erklärt das Single-Dasein zur Behinderung!
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WOT?!?! Wenn du Single bist, dann leidest du unter einer Behinderung. Wenn dir ob dieser Aussage aus diversen Gründen der Mund fassungslos offensteht: Zurecht. Vor allem, wenn du erfährst, wer diese Kategorisierung fordert.

Die hochseriöse Weltgesundheitsorganisation WHO verlangt diese Neu-Einschätzung des Single-Daseins als Behinderung. Doch hinter der absurd anmutenden Forderung steckt bitterer Ernst.

Warum die WHO das Single-Dasein als Behinderung einstuft

Denn mit dieser neuen Einstufung durch die WHO könnten künftig mehr Menschen Zugang zu einer In-Vitro-Fertilisation (IVF) bekommen. Für die künstliche Befruchtung gibt es in manchen Ländern nur dann finanzielle Unterstützung durch den Staat, wen man zuvor als unfruchtbar eingestuft wurde. Unfruchtbarkeit wurde von der WHO bereits als Behinderung kategorisiert. Ausschließlich Paare, die über ein Jahr lang erfolglos versucht haben, ein Baby zu bekommen, können um eine gestützte IVF ansuchen.

Dazu kommt, dass in vielen Ländern nur Paare, die verheiratet sind und dem Kind eine Familie im traditionellen Sinne bieten können, eine Rückzahlung der Behandlungskosten für eine künstliche Befruchtung von der Versicherung zugestanden bekommen. Alleine in den USA variieren die Gesetze von Bundesstaat zu Bundesstaat. In Großbritannien müssen Paare überhaupt mehr als drei Jahre erfolglos versuchen, schwanger zu werden, ehe sie finanzielle Unterstützung erhalten.

Kostenübernahme der künstlichen Befruchtung (IVF) in Österreich

Es gibt aber auch zahlreiche Frauen, die fruchtbar sind und eine künstliche Befruchtung wollen, da sie sich sehnlichst ein Kind wünschen – aber schlichtweg keinen Partner haben, mit dem sie es zeugen könnten. Auch für gleichgeschlechtliche Paare wäre eine IVF ein Weg, eigenen Nachwuchs zu bekommen.

In Österreich ist eine Kinderwunschbehandlung für Ehepaare, Paare in einer eingetragenen Partnerschaft oder Lebensgemeinschaft und für gleichgeschlechtliche Beziehungen zwischen zwei Frauen möglich - solange beide Partner krankenversichert sind, die künftige Mutter das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und wenn bei der Mutter oder dem Vater eine Sterilität vorliegt. Singles sind von einer Kostenübernahme der IVF ausgeschlossen.

Die neuen Richtlinien sollen laut WHO jedem das gleiche Recht einräumen, sich fortpflanzen zu können. „Die Definition von Unfruchtbarkeit ist nun so formuliert, dass sie allen Individuen das Recht einräumt, eine Familie zu gründen und das schließt auch Singlemänner, Singlefrauen, homosexuelle Männer und homosexuelle Frauen mit ein“, so David Adamson, einer der Verfasser der neuen Richtlinien gegenüber dem Telegraph. „Damit wird es grundlegende Änderungen geben, wer zu dieser Gruppe zählt und Anrecht auf Gesundheitsversorgung hat. Die Länder sind daran gebunden.“

Mag die Definition von Single-Dasein als Behinderung also provokant anmuten – der Gedanke, der sich dahinter verbirgt, ist durchaus diskussionswürdig.