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Was soll eine Frau tun, um einen Mann anzumachen?

Die meisten Frauen trauen sich nicht, einen Mann, den sie interessant fänden, anzusprechen. Also haben wir einen Mann gefragt: Wie soll sie denn am erfolgsversprechendsten ablaufen, die Anmache einer Frau?

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Was soll eine Frau tun, um einen Mann anzumachen?
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"Was soll eine Frau tun, um einen Mann anzumachen?
Nach reiflicher Überlegung folgt nun mein ultimativer Rat:
Es tun.

Fragt doch nicht, wie ihr es machen sollt, macht es einfach. Sprecht uns an, macht uns an, es ist alles erlaubt und es gibt kein Falsch und kein Richtig. Seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte warten die Männchen doch nur darauf, dass die Weibchen das Heft auch mal in die Hand nehmen (gut, mit „Heft“ ist oftmals was anderes gemeint, was in die Hand genommen werden soll, aber ich meine jetzt nur: Ergreift die Initiative).

Dieses ewige „der Mann muss den ersten Schritt tun“ ist doch nur daraus entstanden, weil es die Frauen nicht gemacht haben. Also mussten die Männer was unternehmen, damit für den Fortbestand der Menschheit gesorgt ist. Aber das Problem liegt genau in der Frage: Wie mache ich als Frau einen Mann an? Weil ihr euch fragt, wie ihr es machen sollt, steht ihr euch nur selber im Weg. Was kann denn schon passieren?

Ihr könnt Euch eine Abfuhr einhandeln. Na und? Ihr könntet genauso gut keine bekommen, und dann habt ihr euer Ziel erreicht, ihr seid in Kontakt getreten mit einem Mann Eurer Wahl. Und das passiert unter Umständen nicht, wenn ihr es nicht angeht. Selber. Auf volles Risiko.

Davon abgesehen ist das Meiste, was ihr euch ausdenkt, wie ihr es richtig oder falsch machen könntet, schon kontraproduktiv, denn eine Anmache ist wie ein Vorstellungsgespräch bei einem neuen Job: Es ist nicht einseitig. Jeder und jede, die oder der sich für eine Anstellung bewirbt, hat immer noch die Möglichkeit, den Job trotzdem abzulehnen.

Wenn die oder der Vorgesetzte schon beim ersten Gespräch ein Arsch ist, will man dann wirklich dort arbeiten? Wenn die Aufgaben, die auf einen zukommen, von vorneherein unpassend/langweilig/zu schwer/zu einfach … sind, wollen wir sie dann wirklich machen? Eigentlich nein. Weg mit dem eigentlich, nein ist nein.

Doch während es beim Job auch noch finanzielle Erwägungen in Betracht zu ziehen gilt, ist die Sache bei der Anmache noch viel einfacher: Zwei Menschen kommen, wie auch immer, in Kontakt, und ab dem Zeitpunkt haben beide Beteiligten die Möglichkeit, diesen Kontakt entweder fortzuführen oder abzubrechen.

Warum vorgefertigte Sprüche nicht funktionieren können

Wenn ihr Frauen aber jetzt mit irgendeiner ausgedachten Anmache daherkommt, zeigt ihr doch ein ganz falsches Bild von euch selbst. Ihr nehmt also dem Mann die Möglichkeit, euch tatsächlich zu beurteilen, wie ihr seid. Und darum geht es, egal wie ihr seid, denn das kommt früher oder später eh raus.

Wollt ihr etwas Ernsthaftes anfangen und macht einen auf sexy, dann geht der Mann davon aus, ihr wollt ihn in die Kiste kriegen. Gut, aber wundert euch dann nicht, wenn er nicht mehr als die Kiste von euch will. Wollt ihr einen Mann anmachen, weil ihr ihn sexy findet und mit ihm rummachen wollt, dann versucht nicht, euch als Intelligenzbestien darzustellen. Ihr seid, was ihr seid, ihr wollt, was ihr wollt.

Und genau das Gleiche gilt für euer Gegenüber. Und entweder, Sein und Wollen passen zueinander oder eben nicht. Schein und Vorgeben aber passen niemals zueinander.

Sprüche sind blöd (das wisst ihr doch selber), Strategien gehen eh nicht auf (und weil man sich dann nicht mehr von ihnen lösen kann, weiß man nicht mehr weiter).

Ihr findet einen Mann gut, dann sagt es ihm.
Ihr wollt mit ihm ins Gespräch kommen, fangt ein Gespräch an.
Ihr wollt mit ihm ficken, dann zeigt ihm das.
Wie? Wie ihr wollt. Wie ihr könnt. Es ist ganz einfach wurscht.

Also noch mal: Tut es, denn Selbstbewusstsein ist immer schon mal ganz gut. Wie direkt oder indirekt ihr es macht, ist recht egal. Seid ihr einem Mann zu direkt, dann war er nicht der Richtige. Seid ihr zu zurückhaltend und er versteht eure Anmachversuche nicht, dann war er nicht der Richtige. Steht ein Mann so gar nicht darauf, dass er von einer Frau angemacht wird, dann war er nicht der Richtige.

Tut oder tut nicht, was ihr denkt. Und wenn ihr das, was ihr denkt, beim Richtigen macht, dann klappt es auch. So einfach ist das.

Und die allermeisten Männer werden euch dankbar sein. Und das ist nicht der schlechteste Anfang, möchte ich meinen.
Euer Adam"

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Was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen – neues Buch "Adam spricht"

Adam - oder eigentlich Raoul Biltgen ist Schauspieler, Autor und Psychotherapeut und gewährt in seiner Online-Kolumne adamspricht.com, Frauen Einblicke in die allertiefsten Geheimnisse der Männlichkeit. Als „Adam“, als archetypischer Mann, setzt sich der in Wien lebende Autor mit Liebe und Treue, aber auch mit dem besten Stück des Mannes, dem Schnarchen und dem Schwabbelbauch auseinander.

Nach 500 Artikeln hat er nun ein Buch mit den besten Texten in einer überarbeiteten Fassung veröffentlicht: Was denken Männer? Denken Männer überhaupt? Und wenn ja, womit? Und warum sind sie dann so, wie sie sind? „Offensichtlich haben Frauen Fragen an die Männer, die diese ebenso offensichtlich nur selten beantworten. Und dann fragt man sich, warum die beiden Geschlechter so schwer zueinanderfinden“ so der Autor.

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Thema: Liebe

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