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Wie Frauen Männer verändern

Viele Frauen würden ihre Männer gerne ändern - nur das funktioniert kaum. Erstaunlicherweise haben Frauen aber doch ordentlichen Einfluss auf Männer - jedoch anders als man denkt, wie zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen.

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Wie Frauen Männer verändern
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Bekommt man ein Kind, ändert sich sowieso meist alles. Aber ist der Vater zudem Geschäftsführer, dann kann sich das freudige Ereignis sogar auf die Angestellten auswirken. Wird ein Sohn geboren, dann gönnen sich CEOs im Durchschnitt selbst mehr, aber ihren Untergebenen weniger an Gehalt. Ist jedoch das erste Kind ein Mädchen, dann sind Manager oftmals großzügiger und zeigen dies auch in der Bezahlung - und die größten Gehaltserhöhungen kriegen dabei die Frauen ab!

Männer mit Töchtern verabschieden sich darüber hinaus eher von Geschlechter-Klischees und Stereotypen wie etwa der Aussage, dass Frauen an den Herd gehören. Ganz im Gegenteil ist es wahrscheinlicher, dass sie im Haushalt mithelfen.

Aber ein Verwandtschaftsverhältnis alleine hilft nicht, um einen aufgeschlosseneren Menschen zu formen. Denn erstaunlicherweise sind Männer, die eine Schwester haben, meist konservativer, scheuen die geteilte Hausarbeit und beharren auf traditioneller Rollenverteilung.

Bewusst nicht, aber unbewusst: So verändern Frauen Männer

Und ist dann noch die eigene Partnerin lieber zu Hause als auf der Karriereleiter, dann färbt diese Rollenverteilung auch auf die männliche Meinung ab. Diese Männer halten laut Studien oft wenig von Frauen, die ihr eigenes Geld verdienen, genauso wie von Unternehmen, wo vornehmlich Frauen arbeiten. Eine weibliche Chefin wäre unvorstellbar und dementsprechend werden Frauen von jenen bei Beförderungen eher übergangen.

Dabei könnten sie durchaus von der Arbeit mit Frauen profitieren: Schließlich beweist eine weitere Studie, dass das Zusammenarbeiten mit Frauen bei Männern den Gleichberechtigungssinn stärkt.

Aber wehe, wehe, wenn die Frau es wagt, mehr als der Mann zu verdienen! Die häufige Konsequenz: Der Mann übernimmt weniger Aufgaben im Haushalt oder in Bezug auf die Kinder.

Und was lernen wir daraus? Beim nächsten Vorstellungsgespräch unauffällig fragen, ob der Chef eine Tochter hat beziehungsweise wo seine Frau arbeitet. Und gedatet werden am besten gut verdienende Männer ohne Schwestern! Mit dem Wissen, dass es zum Glück ja immer glorreiche Abweichungen dieser "Durchschnittstypen" gibt!

Die einzelnen Studien zum Vertiefen:

"Fatherhood and Managerial Style: How a Male CEO’s Children Affect the Wages of His Employees" von Michael S. Dahl, Cristian L. Dezső und David Gaddis Ross

“The Effect of a Child’s Sex on Support for Traditional Gender Roles” von Emily Fitzgibbons Shafer und Neil Malhotra

“Childhood Socialization and Political Attitudes: Evidence From a Natural Experiment” von Andrew Healya und Neil Malhotraa

“The Organizational Implications of a Traditional Marriage: Can a Domestic Traditionalist by Night Be an Organizational Egalitarian by Day?” von Sreedhari D. Desai, Dolly Chugh und
Arthur Brief

“Gender-Atypical Occupations and Time Spent on Housework: Doing Gender or Doing Chores?” von Elizabeth Aura McClintock

“Gender Identity and Relative Income Within Households” von Marianne Bertrand, Jessica Pan und Emir Kamenica

Thema: Report