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Wie gesund ist Milch?

Es gibt kaum ein Nahrungsmittel, das so umstritten ist, wie Milch! Ist Milch gesund, macht Milch dick? Verursacht Milch Krebs? Wir haben die Antworten!

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Wie gesund ist Milch?
© Photo by Stephanie Frey/Thinkstock/iStock

Milch

Fakt ist: Wir lieben Milch, egal in welcher Form und wir dürfen auch, denn in Nordeuropa können 90 Prozent der Menschen auch im Erwachsenenalter Milchzucker verdauen. Der Rest der Welt hingegen verliert zu etwa 90 Prozent nach der Säuglingszeit allmählich diese Fähigkeit.

Unbehandelt, das heißt quasi direkt aus dem Euter der Kuh, schmeckt die Milch noch "echt". Und, dass jede Kuh ihre eigene Note hat, die Milch daher mal süß, mal salziger, schmeckt, wird man spätestens dann merken. Rohmilchkenner behaupten, die würde am Alter des Kälbchens liegen. Hat die Kuh frisch gekalbt, soll die Milch süßer und cremig schmecken. Ist das Kalb aber schon etwas älter, verändere sich der Geschmack der Milch ins Salzige.
Doch diese Unterschiede im Geschmack der Kuhmilch kennt der Verbraucher heutzutage kaum. Zudem ist die Milch aus dem Supermarkt wärmebehandelt, da es per Gesetz vorgeschrieben ist, Rohmilch zu pasteurisieren, bevor sie in den Handel kommt. Durch dieses kurzzeitige Erhitzen, werden krankheitserregende Keime abgetötet.

Wie gesund oder ungesund ist Milch?

Viele Menschen glauben, dass die Pasteurisierung den Vitaminen schadet, doch dieses Vorurteil konnte Professor Ulrich Kulozik vom Lehrstuhl für Lebensmittelverfahrenstechnik und Molkereitechnologie der Technischen Universität München mittels Studie widerlegen.
"H-Milch ist das Produkt, das im Vergleich zu ESL-Milch und Frischmilch die intensivste Wärmebehandlung erfährt. Selbst dort finden wir nur Vitaminverluste von höchstens 3 Prozent. Die anderen Produkte sind weniger intensiv behandelt, haben demzufolge kaum eine Veränderung. Demzufolge schadet der Pasteurisierungs-Prozess den Vitaminen überhaupt nicht."
Komplett unverändert bleiben auch die anderen wertvollen Inhaltsstoffe wie das Kalzium, der Eiweißgehalt, aber auch der Milchzucker.
Aber Achtung: Wer zuhause Rohmilch für den Verzehr abkocht, schadet den Vitaminen, da im Kochtopf es im Kochtopf deutlich länger dauert, um die gewünschte Temperatur zu erreichen.

Macht Milch dick?

Wegen ihres hohen Nährwerts ist Milch kein Getränk, sondern ein Lebensmittel. Aber, dass Milch "dick" macht, kann man so nicht sagen. Bewegungsmangel und eine generell ungesunde Ernährung sind wohl eher der Auslöser für zu viel Hüftgold.
Dennoch gilt: Wer abnehmen möchte, oder bei jenen Personen mit Fettstoffwechselstörungen, sollte zur fettarmen Milch-Variante greifen.
All jene Menschen, die dieses "Problem" nicht haben, sollten unbedingt Vollmilch konsumieren, denn in der Vollmilch sind mehr fettlösliche Vitamine (E, D, K & A) enthalten.
Personen mit einer Laktoseintoleranz, sollten unbedingt zu laktosefreien Produkten greifen.

Verursacht Milch Krebs?

Ob Milch Krebs fördert oder nicht – daran wird und wurde viel geforscht. Eindeutig sind die Studienergebnisse allerdings keineswegs.
Ernährungswissenschaftlerin Sabine Häberlein gibt Auskunft über den aktuellen Stand der Dinge:
"Momentan ist die Studienlage so, dass ein erhöhter Milchkonsum das Risiko von Dickdarmkrebs senken kann. Eventuell erhöht aber ein Milchkonsum das Risiko für Prostatakrebs. Allerdings nur, wenn gleichzeitig sehr viel Kalzium zugeführt wird und wenig Vitamin D. Man sollte also auf keinen Fall mehr als 1.500 mg Kalzium pro Tag essen und darauf achten, dass genügend Vitamin D zugeführt wird. Bei Brustkrebs ist die Studienlage nicht eindeutig. Möglicherweise senkt aber ein Milchverzehr das Brustkrebsrisiko."

Inhaltsstoffe

Außer Ballaststoffe enthält Milch fast alles, was ein Mensch zum Überleben braucht.
Milch besteht etwa zu 87 % aus Wasser und zu 4 % aus Fett . Die verbliebenen 9 % der sogenannten "fettfreien Trockenmasse" bestehen aus 4,7 % Laktose (Milchzucker), 3,3 % Eiweiß (2,8 % Casein und 0,5 % Molkenprotein), 0,75 % Mineralstoffen (Kalzium-, Kalium- und Phosphor-Verbindungen), 0,2 % Zitronensäure sowie Vitaminen und Enzymen .

Thema: Ernährung