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So sorry: So entschuldigst du dich richtig!

Eine Verzeihung gibt es leider nicht einfach so. Man muss sie sich verdienen. Wie du dich richtig entschuldigst und kein böses Blut hinterlässt.

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So sorry: So entschuldigst du dich richtig!
© iStockphoto

Ein Streit, böse Worte, womöglich eine rachsüchtige Aktion, die alles nur noch schlimmer gemacht hat. Jetzt ist das Feuer verraucht, du siehst wieder, dass es sich um einen wichtigen Menschen handelt, du willst die Beziehung nach dem Streit wieder kitten. Damit ein Verzeihen nachhaltig klappt, musst du mehr liefern als nur eine Worthülse.

Es wird keine Wunden schließen, wenn du mit einem lapidaren "Sorry" um Entschuldigung bittest. Dein Gegenüber muss schon spüren, dass es dir ernst ist, dass du deinen Fehler erkannt hast und nun um Versöhnung und Verzeihung bittest.

Tipps: Wie du dich richtig entschuldigst

1

DAS RICHTIG TIMING. Wenn ihr beide noch voller Emotionen steckt, wenn da immer noch Wut ist, dann wird die Entschuldigung sehr wahrscheinlich nicht richtig ankommen. Im Gegenteil: Sie wird vielleicht wütend beiseite gewischt, was wieder dich verletzt und den Streit damit möglicherweise neu anfacht. Zu viel Zeit sollte aber bis zu einer Entschuldigung auch nicht vergehen. Als Faustregel gilt: Eine Nacht darüber schlafen. Und am nächsten Tag entschuldigen.

2

WAHRHEIT IST SUBJEKTIV. Dir ist bewusst, dass du dich falsch verhalten hast. Aber du hast dafür doch Gründe und überhaupt... Wenn du dich entschuldigen willst, dann musst du anerkennen, dass es deine Wahrheit gibt. Und die deines Gegenübers. Diese beiden Wahrheiten decken sich vermutlich nicht immer. Entschuldige dich, aber versuche nicht, dich zu sehr zu erklären. Das kann auch falsch ankommen und so erneut für Diskussionen sorgen.

3

KEINE FEHLER AUFRECHNEN. Natürlich kann man nicht alleine streiten, dazu gehören schon noch immer mindestens zwei. Wenn du dich entschuldigst, solltest du das Fehlverhalten deines Gegenüber aber rauslassen. Denn die Fehler aufzurechnen raubt der Entschuldigung ihre Wirkung.

4

NICHT NUR WORTE ZÄHLEN. Eine Entschuldigung verfolgt eigentlich nur einen Zweck: Dem Gegenüber das schlechte Gefühl der Verletzung zu nehmen. Das schafft ein simpler Satz oft nicht. Frag bitte nach, ob du etwas tun kannst, damit es deinem Gegenüber wieder besser geht.

5

EINE ENTSCHULDIGUNG MUSS PERSÖNLICH KOMMEN. "T'schuldige" via WhatsApp oder Messenger wirkt wie ein Hohn. Um Verzeihung kann man eigentlich nur persönlich bitten, denn dein Gegenüber muss spüren und fühlen, dass deine Entschuldigung von Herzen kommt. In einer Mail oder SMS kann aber bereits um Verzeihung gebeten und durch liebe Worte eine bessere Stimmung für die eigentliche Entschuldigung aufbereitet werden.

6

HAB BREITE SCHULTERN. Dein Gegenüber ist verletzt. Und sehr wahrscheinlich nutzt es den Moment deiner Entschuldigung, um seinem Ärger Luft zu machen. Reagiere jetzt nicht emotional, lass den Sturm an dir vorbeiziehen. Wenn man dem Betroffenen Gelegenheit gibt, sich zu entladen, dann wirkt das oft Wunder.

7

"ICH-BOTSCHAFTEN". "Mit tut es leid, dass du verletzt bist." Falsch. Denn damit übernimmst du nicht Verantwortung für dein Fehlverhalten, dein Gegenüber wird deine Entschuldigung nicht so annehmen können, wie du es möchtest. Setze deshalb auf "Ich-Botschaften": "Mein Verhalten hat dich sehr verletzt. Das tut mir leid und ich entschuldige mich wirklich wirklich wirklich dafür."

8

HAB GEDULD. Eine Entschuldigung ist eine Angebot. Dein Gegenüber muss es nicht annehmen, das hast du nicht in der Hand – und du hast auch keinen Anspruch darauf. Lass dem Menschen Zeit, deine Entschuldigung wirken zu lassen und erwarte nicht, dass ihr euch gleich wieder um den Hals fallt. Lässt dich die andere Person zu lange zappeln, spricht nichts dagegen, nochmals nachzufragen, ob die Entschuldigung denn angenommen ist.

9

DU MUSST NICHT ÜBERTREIBEN. Manchmal fühlt man sich so schuldig und schlecht, dass man bei der Entschuldigung überkompensiert und sich mehrmals und für alles entschuldigt. Damit nimmst du der Sache aber die Bedeutung. Entschuldige dich ehrlich. Gerne auch zweimal. Aber kriech nicht am Boden.

Thema: Psychologie