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Wie Sie sich als Allergiker das Leben leichter machen können

Wenn es wärmer wird, beginnen die Pollen zu fliegen. Immer mehr Menschen reagieren darauf allergisch. WOMAN weiß, was schnelle Hilfe bringt.


Wie Sie sich als Allergiker das Leben leichter machen können
© Thinkstock

Die ersten warmen Tage des Jahres bedeuten für viele Menschen das Ende der beschwerdefreien Zeit im Winter. Mit der Blüte von Birke und Haselnuss startet die Pollensaison. Das kann eine juckende Nase, tränende Augen und Schnupfen bedeuten. WOMAN hat recherchiert, wie Sie sich als Allergiker das Leben leichter machen können.

Immunreaktion. Eine Allergie ist eine Überreaktion des Immunsystems auf an sich harmlose Stoffe aus der Umwelt. Je nachdem, wo der Allergieauslöser „zuschlägt“, entsteht eine Entzündung. In der Luft schwirrende Pollen reizen die Schleimhäute von Augen und Nase, durch die Atemluft gelangen sie auch in die Lunge. Normalerweise wird eine Allergie im Laufe des Lebens entwickelt, sie ist nicht angeboren. Verschiedene Reaktionen sind dabei typisch für ein bestimmtes Lebensalter: Nahrungsmittelunverträglichkeiten treten eher bei Kindern auf, inhalative Allergien (Atemwege), wie z. B. auf Pollen, sind klassisch bei Jugendlichen, und Kontaktallergien, ausgelöst durch direkte Berührung, entstehen meist erst im Erwachsenenalter.

Zu viel Hygiene? „Der westliche Lebensstil führt auch zu mehr allergischen Reaktionen. Kinder wachsen heute unter sehr hygienischen Bedingungen auf. Dadurch wird das Immunsystem nicht ausreichend trainiert und kann später nicht zwischen bedrohlichen und ungefährlichen Eindrücken unterscheiden“, erklären Experten. Studien belegen, dass etwa Bauernkinder, die viel Zeit im Stall verbringen, ein zehnmal geringeres Risiko haben, an einer Immunreaktion zu erkranken. Aber auch die Erderwärmung hat einen Einfluss. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass eine erhöhte CO2-Konzentration in der Luft die Pollenproduktion ankurbelt.

Verdachtsmoment. Die Anzeichen für eine Allergie sind oft nicht sehr klar. Am ehesten entsprechen die Symptome einem grippalen Infekt: Durch die gereizten Schleimhäute kommt es zu tränenden Augen oder einer blockierten Nase. Allerdings haben die Betroffenen kein Fieber. „Dann ist es wichtig, vom Facharzt oder in einem Allergieambulatorium testen zu lassen, worauf man allergisch ist“, betonen der Experten.

Sofort reagieren. Beginnen Sie bei den ersten Symptomen mit der Therapie, damit sich die Entzündung nicht in den Atemwegen festsetzt. Das kann nämlich zu Asthma führen oder Kreuzallergien (zweite Allergie gegen ähnliche Stoffe) hervorrufen. Kommt es einmal zu schwerer Atemnot, hilft oft nur noch eine Cortison-Infusion zur Behandlung der Entzündung.

Erste Hilfe. Im Akutfall helfen Tabletten, Augentropfen oder Nasensprays, sie führen aber nicht zu einer dauerhaften Besserung. Vor allem Nasensprays sollten nicht länger als eine Woche verwendet werden, sie trocknen die Schleimhäute aus. Die Intensität der Immunreaktion wird auch von äußeren Umständen beeinflusst. Je mehr Pollen herumschwirren, desto stärker sind die Symptome. Regnet es viel oder ist die Blüte schwach, sind die Auswirkungen geringer.

Auslöser meiden. „Natürlich ist es am besten, das Allergen zu meiden. Das heißt, Menschen, die auf Gräser allergisch sind, sollten sich im Frühsommer nicht in der Nähe von Wiesen aufhalten. Wer auf Baumpollen reagiert, sollte während der Blüte z. B. nicht im Wald joggen. Auch die richtige Urlaubsplanung hilft“, meinen Experten. Über 1.500 Höhenmeter gibt es praktisch keine Pollenbelastung mehr. Auch am Meer ist sie gering.

Praktische Tipps. In der Zeit des Pollenflugs sollte die Wäsche in der Wohnung getrocknet werden, sonst trägt man den Auslöser am Körper mit sich herum. Lüften Sie möglichst am Morgen, wenn die Luft noch nicht mit Pollen gesättigt ist. Decken Sie das Bett mit einer Tagesdecke zu, und waschen Sie sich am Abend die Haare. Ist die Allergie stark, sollte die Wohnung täglich gesaugt und regelmäßig feucht gewischt werden.

Immunisierung. Bei starken Allergikern ist eine Immuntherapie die beste Lösung. Für diese Impfkur wird in monatlichen Abständen der Allergieauslöser als Injektion oder über den Mund verabreicht. Die Dosis wird jedes Mal gesteigert. Die Toleranz des Immunsystems wird so erhöht, es kommt zu einer wesentlichen Verbesserung der Symptome. „Bei der Impfkur werden nur Naturprodukte wie Pollenextrakte verwendet“, betonen die Experten. „Allerdings dauert so eine Therapie ziemlich lange, im Normalfall drei Jahre. Es ist nicht so einfach, eine Immunreaktion zu bekämpfen.“

Unterstützung. Wertvolle Hilfe leisten dabei auch alternative, ganzheitliche Methoden. Akupunktur und Homöopathie sind laut Experten die besten begleitenden Maßnahmen. Sie bringen das Immunsystem in bessere Balance – Beschwerden werden gelindert.

Redaktion: Pia Kruckenhauser