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Mädchen werden keine Feuwehrmänner

Kleine Mädchen sind Lehrerinnen und kleine Buben Kampfpiloten: Dieses virale Video zeigt, wie tief Geschlechterstereotype in unseren Kindern verankert sind.

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Mädchen werden keine Feuwehrmänner
© istockphoto.com

Die britische Non-Profit Organisation Inspiring The Future behandelt in ihrem Clip, wie die Zukunftsvisionen von Kindern durch Stereotype beeinflusst werden. Das Video entstand im Rahmen der Initiative "Redraw the Balance", die auf die frühe Entwicklung von Genderstereotypen hinweisen soll.

Und damit sind nicht nur Klischees wie "Mädchen mögen nur Rosa und Buben nur Blau", sondern auch tiefverankerte Vorstellungen davon gemeint, welches Geschlecht für welche Jobs geeignet ist. Laut Video werden Genderstereotype im Alter von 5 bis 7 verankert. Damit stimmt auch die These der Psychologin Eleanor Maccoby überein, die eine Koryphäe auf dem Gebiet Geschlechterentwicklung ist. In ihren Forschungen spricht sie von einem Lernen durch die Gruppe und meint damit, dass Kinder im Alter von 5 bis 8 diejenigen imitieren, die sie als ihre Geschlechtsgenossen erkennen.

Bei kleinen Mädchen muss dann nicht nur Mami und Lehrerin als Vorbilder herhalten, sondern natürlich auch die Frauen aus der Werbewelt. Und diese räkeln sich besonders oft in wenig Kleidung über die Anzeigetafeln, lächeln verführerisch in die Kamera oder preisen Waschmittel an. Währenddessen erleben Jungen Abenteuer und werden dann zu Feuerwehrmännern, Piloten oder einfach nur zu unwiderstehlichen Businessmännern.

Im Video werden britische Volksschulkinder von drei vermeintlichen Lehrerinnen aufgefordert einen Feuerwehrmann, einen Chirurgen und einen Kampfpiloten zu zeichnen. Das Ergebnis ist schockierend: Nur fünf von 66 Bildern zeigen Frauen. Was die ganze Sache noch unglaublicher macht, ist die Tatsache, dass im Englischen die drei Berufsbezeichnungen geschlechtsneutral sind.

Schließlich enthüllen die Lehrerinnen ihre wahre Identität. Zum großen Erstaunen der Kinder handelt es sich um eine Chirurgin, eine Feuerwehrfrau und eine Kampfpilotin. Obwohl das virale Video anlässlich der Weltfrauentages 2016 produziert worden war, ist die Botschaft noch immer aktuell: Man kann die Macht der Geschlechterstereotype nur in gemeinsamer, gesellschaftlicher Zusammenarbeit brechen.