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Wie viel sollen wir jeden Tag trinken?

Wie viel sollen wir jeden Tag trinken? Was ist eigentlich das richtige Getränk? Und was passiert mit dieser Flüssigkeit? Wir haben das Durstgefühl etwas genauer hinterfragt.


Wie viel sollen wir jeden Tag trinken?

Trinken, trinken, trinken – je mehr, desto besser. Glaubt man den Experten, ist das die Lösung so manchen Problems. Wasser und ungesüßter Tee sollten es sein, Kaffee , Schwarztee oder Softdrinks zählen nicht als Flüssigkeit. Doch inzwischen gibt es auch Meinungen, die in die andere Richtung gehen. Man kann auch zu viel trinken, heißt es, dafür aber auch: Tee und Kaffee sind ebenfalls wertvoll. Und: Ab und zu ein Cola ist auch okay. Kein Wunder, dass wir bald nicht mehr wissen, was wir eigentlich glauben sollen. WOMAN hat eine Expertin gefragt, welche Aufgabe Flüssigkeit in unserem Körper wirklich erfüllt.

Wie viel Flüssigkeit brauchen wir jeden Tag?

"Der Körper scheidet etwa 2,6 Liter täglich über Haut, Lunge und Nieren aus", erklärt Ernährungs- und Fitnessexpertin Ingrid Neugebauer ( www.neugebauer-ingrid.at ). Und ziemlich genau diese Menge gilt es, auch wieder aufzunehmen. Allerdings nicht allein durch Trinken. Denn wir nehmen auch über unsere Nahrung viel Flüssigkeit zu uns.

Zu welchen Getränken sollen wir greifen?

Alles ist gut, was einen nicht zu hohen Zuckeranteil hat. Also Wasser, ungesüßte Tees, aufgespritzte Molkegetränke oder ganz dünn mit Wasser aufgespritzte Frucht- und Gemüsesäfte. Ein Geheimtipp aus der ayurvedischen Medizin ist ein Glas lauwarmes Wasser vor dem Frühstück. "Das kurbelt den Stoffwechsel an und wirkt verdauungsfördernd", bestätigt Neugebauer.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um zu trinken?

Am besten gleichmäßig über den ganzen Tag verteilt, möglichst schon bevor Sie ein Durstgefühl entwickeln. Denn das deutet bereits auf ein Flüssigkeitsdefizit hin. Konzentrationsschwächen und Müdigkeit sind die Folge. Viele vergessen tagsüber aufs Trinken und versuchen, das am Abend aufzuholen. "Mit zwei Litern innerhalb kurzer Zeit ist der Organismus aber überlastet", so Neugebauer. Stellen Sie sich gleich in der Früh einen Krug Wasser und ein Glas auf den Schreibtisch oder auf die Küchenanrichte. So vergessen Sie garantiert nicht mehr.

Wofür genau braucht unser Körper Flüssigkeit?

Der Mensch besteht zu etwa 60 Prozent aus Wasser. Es dient im Körper als Transport- und Lösungsmittel. Nährstoffe gelangen so dorthin, wo sie verarbeitet werden. Außerdem verhindert Flüssigkeit das Eindicken des Blutes. Hat der Organismus zu wenig Wasser, arbeitet auch der Darm nicht mehr so effizient, es kann zu Verstopfung kommen.

Was passiert, wenn wir zu wenig trinken?

Wir bekommen Kopfschmerzen, und unsere Konzentrationsfähigkeit lässt nach. Beginnende Anzeichen einer ernsten Dehydrierung sind ein sehr starkes Durstgefühl, verminderte Speichelproduktion, ausgetrocknete Haut und Schleimhäute.

Darf ich auch mal zu Limonade greifen?

Cola und zuckerhaltige Softdrinks sollten nicht zum täglichen Programm gehören. Aber ab und zu ein Glas davon ist absolut in Ordnung. Wer noch dazu die zuckerfreie Variante wählt und mit Wasser aufspritzt, ist überhaupt im grünen Bereich. Dass die Kalorien in Limonaden für Übergewicht sorgen, belegen auch neueste Studien. Zucker sind leere Kalorien, und Flüssigkeiten machen nicht satt. Das hat die New Yorker Stadtregierung dazu bewogen, den Verkauf von XXL-Bechern für Softdrinks zu verbieten. In der Metropole gibt es seit neuestem nur noch Becher bis zu 473 ml.

Zählt denn auch Kaffee als Flüssigkeit?

"Bis zu vier Tassen Kaffee täglich gehen in Ordnung", erklärt Neugebauer. Er ist zwar nicht der ideale Durstlöscher, aber er wirkt nicht dehydrierend, wie es viele Jahre lang geheißen hat. Dem schwarzen Getränk wird sogar eine positive Wirkung bei Diabetes und Leberleiden nachgesagt.

Wie viel soll ich trinken, wenn ich trainiere?

Am besten, Sie trinken schon vor dem Sport zwei oder drei zusätzliche Gläser über den Tag verteilt. Direkt davor sollte es maximal ein Glas sein, sonst schwappt das Wasser im Magen hin und her und behindert nur. Während des Trainings dann nur kleine Mengen trinken, über die gesamte Zeit verteilt (eine 0,5-l-Trinkflasche reicht im Normalfall). Im Anschluss gilt es dafür, die durch das Schwitzen verlorene Flüssigkeit wieder auszugleichen. Zumindest ein halber Liter ist angesagt. Ausdauersportler, aufgepasst: Bei einem Lauf bis zu einer Stunde ist es nicht unbedingt nötig, dazwischen zu trinken. Bei längeren Strecken sollten Sie aber auf jeden Fall eine Wasserstelle ansteuern.

Welche Getränke sind am besten beim Sport?

"Bei hartem Training macht es Sinn, auf isotonische Getränke, die mit Kalium, Magnesium, Kalzium und Natrium angereichert sind, zurückzugreifen", so Neugebauer. Denn der Körper soll die Flüssigkeit möglichst schnell aufnehmen. Das gelingt umso besser, je ähnlicher die Nährstoffzusammensetzung unserem Blut ist. Doch Vorsicht vor einem zu hohen Zuckeranteil. Es sollten maximal 80 g/l sein. Sonst muss der Körper mit zusätzlicher Flüssigkeit wieder verdünnen, damit das Blut nicht unnötig verdickt.

Redaktion: Barbara Schaumberger