Ressort
Du befindest dich hier:

Nie wieder frische Wattestäbchen kaufen? Wir haben LastSwab getestet

Die meisten Produkte, die wir benutzen, machen Müll. Doch bei einem, fällt es uns meistens gar nicht auf - dabei sind Wattestäbchen eine echte Belastung für die Umwelt. Deshalb haben wir jetzt eine wiederverwendbare Version getestet!

von

lastswab
© instagram.com/lastswab

Jede und jeder von uns hat ein Packerl Wattestäbchen im Badeschrank. Und wer weiß, wo die Stäbchen landen, nachdem wir sie benutzt und weggeworfen haben. Vielleicht wurden sie anständig entsorgt. Vielleicht sind sie aber auch im Ozean gelandet, wo jetzt Seepferdchen dranhängen oder sie sich in den Panzern anderer Meerestiere verfangen haben. Schlimmer Gedanke, ich weiß. Doch wir müssen uns einfach bewusst werden, was die Konsequenzen unseres Tuns sind. Und im Bestfall kann man noch etwas verändern!

Im Falle der Wattestäbchen, haben wir eine Innovation aus Dänemark getestet: LastSwab. Dabei handelt es sich um ein wiederverwendbares Wattestäbchen, das in zwei Ausführungen kommt: Die klassische Variante, die fürs Ohrensäubern designt wurde. Und die Beauty-Variante, die mehr fürs Ausbessern von Make-up geeignet ist.

Die Sache mit dem Plastik

Der Clou: Die wiederverwendbaren Wattestäbchen ersetzen laut den Herstellenden 1.000 normale Q-Tips und halten rund zwei Jahre. Sie sind danach zum Teil abbaubar - die Hülle ist aus einer Art Mais-Kunststoff gefertigt. Natürlich stellt sich die Frage, warum man Plastik- (oder Papier-Wattestäbchen) wieder mit Plastik ersetzt. Dazu schreibt die Firma auf ihrer Webseite: "Ja, LastSwab enthält Plastik. (..) Was die Produktion angeht, ist der Plastiktupfer möglicherweise trotzdem besser, nicht nur, weil 1 Tupfer tausende ersetzt, sondern auch, weil bei Baumwolle und Papier alle Bäume berücksichtigt werden müssen, die gefällt werden müssen." Und weiter heißt es: "Unsere Beziehung zum Abfall ist das wahre Problem, und wir können dies überwinden, indem wir wiederverwendbare Gegenstände benutzen."

LastSwab im Test

Beim Testen des Basic-Swabs fällt sofort auf, wie praktisch das Teil ist. Ich habe es eine Woche lang für die Ohren und auch zum Ausbessern von Make-up verwendet. Mit ein bisschen Wasser, Seife und meinem Mikrofaserabschminktuch bekommt man die Staberl auch schnell wieder sauber. Und dank dem Case kann man LastSwab auch einfach in die Tasche schmeißen und immer mitnehmen. Total super, wenn man auf Reisen geht!

Der einzige Nachteil von Gummi-Noppen ist, dass sie die Ohren nach dem Duschen oder Haarewaschen nicht abtrocknen können. Das ist aber sicher mit ein Grund dafür, dass Menschen gerne Q-Tips verwenden. Wie man das Problem umgehen kann? Einfach ein Klopapier über LastSwab legen und so sanft die Ohren abtupfen.

Vorsicht vor den Copy-Cats!

Obwohl das Produkt und die Webseite so professionell wirken, darf man nicht die Ursprünge des Projekts vergessen. Denn bei LastSwab handelt es sich um ein StartUp von drei dänischen QuereinsteigerInnen. Wir haben bei ihnen nachgefragt, wie sie auf die Idee gekommen sind, ein nachhaltiges Wattestäbchen zu designen. Und ihre Antwort leuchtet ein: "Wir wollten ein Produkt ersetzen, das besonders schädlich für unseren Planeten ist. Und im Wattestäbchen fanden wir eins, das extrem problematisch für die Umwelt ist, aber oft ignoriert wird, weil es so klein und alltäglich erscheint."

Erst letzten Herbst - genauer im November 2018 - begannen sie, wirklich an dem Projekt zu arbeiten. Finanziert wurde es dabei via Crowdfunding. "Kurz vor dem offiziellen Launch der Produktseite dachten wir: 'Wow, das könnte eine richtige große Sache werden!'" , so die GründerInnen. Und damit haben sie gewissermaßen recht behalten. Denn obwohl LastSwab noch nicht im Mainstream angekommen ist, gibt es schon unzählige Nachahmer, die ihre Produkte auf Amazon, Alibaba oder Aliexpress vertreiben.

Woher bekomme ich einen LastSwab?

Auf der offiziellen LastSwab-Webseite kann man die verschiedenen Wattestäbchen zurzeit nur vorbestellen (versendet werden die Produkte im Oktober 2019). Sie kosten um die 10 Euro und sind in vielen Farben erhältlich - wobei jene für bestimmte Umweltprobleme stehen, die mit den Ozeanen zu tun haben.

Diese Artikel könnten dich auch interessieren: