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Die Wiener Berufsfeuerwehr sucht nach Bewerberinnen!

Feuerwehrfrauen gesucht! Die Wiener Berufsfeuerwehr sucht nach weiblicher Unterstützung. Wir haben uns einmal über diesen Beruf schlau gemacht.

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Nur sechs Frauen sind derzeit im Dienst der MA 68, der Berufsfeuerwehr in Wien. Dagegen sind 1.800 Männer angestellt. Das zeigt: Der Job bei der Feuerwehr ist nach wie vor eine Männerdomäne. Pro Jahr bewerben sich rund 400 Personen, nur 3 bis 4 davon sind Frauen. Das bestätigt uns Gerald Schimpf, Pressesprecher der Wiener Berufsfeuerwehr. "Eine der Frauen besteht im Schnitt den Eignungstest und kommt dann in die Grundausbildung", so Schimpf. "Aufgrund der wenigen Bewerberinnen gibt aber auch Jahre, in denen es leider keine der Frauen schafft." Das solle sich aber ändern, meint Gerald Schimpf, denn die weiblichen Kolleginnen bringen der Feuerwehr viele Vorteile. "Die Frauen, die bereits bei uns arbeiten, geben wirklich 110 Prozent. Sie stehen mit Leib und Seele im Beruf und haben auf viele Dinge einen anderen Blickwinkel, was eine Bereicherung darstellt." Die Frauen, die sich für den Beruf entscheiden, hätten sich das sehr gut überlegt, meint Schimpf. Aus diesem Grund zeigen sie umso mehr Einsatz. Alle Feuerwachen in Wien sind auf mehr Frauenpower vorbereitet – Duschen und WC Anlagen für die weiblichen Kolleginnen stehen bereit. Neun Hauptfeuerwachen gibt es in der Hauptstadt, 24 Stützpunkte sind es insgesamt.1998 hat die erste Frau bei der Wiener Berufsfeuerwehr begonnen. Noch heute steht sie im Dienst.

Die Werbetrommel wird bereits gerührt

Trotz Präsenz bei diversen Veranstaltungen wie dem Wiener Töchtertag und der Frauenmesse für technische Berufe konnten nicht mehr Frauen dazu motiviert werden, sich für die Feuerwehr zu bewerben. "Wenn wir den Beruf weitläufiger bewerben, melden sich naturgemäß mehr Männer", so Schimpf. Aus diesem Grund setze man auf spezielle Veranstaltungen wie die Frauenmesse, bei der der Fokus bereits auf technische Berufe liegt, um gezielt Frauen zu erreichen, die sich für den Beruf der Feuerwehrfrau interessieren könnten.

Schwere körperliche Arbeit und Schichtdienst

Wer den Eignungstest bestanden hat, darf die knapp 6-monatige Grundausbildung absolvieren. Danach dürfen die Feuerwehrmänner- und Frauen bereits an vorderster Front mitarbeiten. Das bedeutet nicht nur Gefahrensituationen ausgesetzt zu sein, sondern auch schwere, körperliche Arbeit. Deshalb wird beim Eignungstest, der für Männer und Frauen gleich ist, neben einem schriftlichen Test, der auch einen psychologischen Teil enthält, auch die körperliche Fitness überprüft. "Vor dem Eignungstest bekommen die Bewerberinnen ein Infoblatt mit allen Übungen zugeschickt", so Schimpf. "Oft bereiten sich die Frauen besser vor als die Männer. Die überschätzen sich manchmal ein bisschen." Beim Fitnesstest müssen beispielsweise 3000 Meter in 15 Minuten gelaufen werden. Ein Beugehang (ähnlich wie ein Klimmzug) muss über 45 Sekunden gehalten werden ."Die Frauen, die den Beruf wirklich angehen wollen, haben sich das meist sehr gut überlegt. Sie schauen sich die Bedingungen sehr gut an", erklärt Schimpf. "Deshalb bestehen sie in den meisten Fällen den Eignungstest auf Anhieb."

Warum gibt es so wenige Feuerwehrfrauen?

Das liege laut Schimpf daran, dass der Beruf der Feuerwehrfrau oft gar nicht auf dem Radar vieler Frauen ist. "Auf der anderen Seite herrscht leider Unkenntnis darüber, was die Frauen in dem Beruf wirklich erwartet. Ich denke, dass oft Begriffe wie 'schweres Werkzeug' oder '24-Stunden-Dienst" einige potentielle Bewerberinnen abschreckt." Das sei schade, denn die Frauen, die bereits bei der Feuerwehr arbeiten, wüssten genau, wie man richtig anpackt, haben Freude am Beruf und werden von ihren männlichen Kollegen sehr geschätzt. "Alle Kollegen und Kolleginnen verlassen sich aufeinander und gehen sprichwörtlich 'gemeinsam durchs Feuer'", so der Pressesprecher. Wer sich jetzt berufen fühlt: Alle Infos zur Wiener Berufsfeuerwehr findet ihr hier.

Thema: Job-Chance