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Dieser Blog ist das, was wir jetzt alle brauchen!

"Wiener Portraits" zeigt Menschen, die uns inspirieren, die etwas verändern und besser machen. Die Videos sind womöglich genau das, was wir jetzt alle brauchen. Wir haben mit der Gründerin Mary über das großartige Projekt gesprochen.

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Das "Wiener Portrait" von Mahir Jahmal ging um die ganze Welt.

© Video: Wiener Portraits

Wann immer wir auf unseren Facebook-Feed schauen, sehen wir Leute, die Videos mit dem Titel "Wiener Portraits" teilen. Klar, dass wir da aufmerksam wurden. Und als wir das erste Video gesehen hatten, wurde schnell klar, warum: "Wiener Portraits" gibt Einblick in das Leben von Menschen aus Wien - in Form von kurzen Videoclips. Es sind Menschen, die inspirieren, was bewegen und täglich versuchen die Welt ein Stückchen besser zu machen. Gleichzeitig sind die Portraits aber auch Lobhymnen auf die schöne Stadt Wien.

Hinter dem großartigen Blog steckt ein engagiertes Kreativ-Team - allen voran die Gründerin Mary, die, wie sie sagt, schon als kleines Kind die Welt retten wollte. Wir haben die 25-jährige Wienerin, mit arabischem/österreichischem Background, für ein Gespräch getroffen und sind noch immer beeindruckt von ihrem Elan, Tatendrang und Optimismus.

»Ich liebe Menschen, ich liebe Städte und möchte zeigen, wie vernetzt und ähnlich wir uns alle sind.«

WOMAN: Wie kamst du auf die Idee für "Wiener Portraits"?
Mary: Da haben mehrere Gedanken, Träume und Momente dazu geführt. Von klein auf wollte ich die Welt retten, bloß wusste ich nie so ganz, wie ich das anstellen sollte. Ich habe dann schnell realisiert, dass ich es allein nicht schaffen kann, sondern eine Armee von guten Leuten brauche, die in ihrem Mikrokosmos, in dem was sie am besten können, diese Welt ein Stücken besser machen.

Ich möchte bei "Wiener Portraits" Menschen auf ein Podest stellen, die inspirierende Geschichten haben, die man sonst nicht hören würde. Hoffentlich kann ich in den Herzen und Köpfen der Menschen gute Eindrücke hinterlassen. Ich möchte eine von Positivismus getriebene Plattform bieten, auf der sich Menschen finden. Irgendwann ist es eine große Bibliothek voller inspirierender Menschen, die gemeinsam für etwas stehen. Für Städte der Zukunft. Für ein gutes Miteinander. Für Menschlichkeit.Und wenn man mein Medium besucht, soll man nicht anders können, als sich von der Kreativität und den positiven Vibes mitreißen zu lassen und mit aufzuspringen.

Proud Mary von Wiener Portraits
"Wiener Portraits"-Gründerin Mary ist Optimismus pur.

WOMAN: Was willst du mit dem Projekt erreichen?
Mary: Nehmen wir mal an: Ein Teenager, der ohne große Perspektiven daheim rumsitzt und nicht die besten Aussichten auf eine gute Zukunft hat stolpert über eines meiner Videos. Er sieht eine kurze, echte Geschichte. Er sieht plötzlich ein Wien, dass er so nicht kennt. Er hört Worte, die Träume in ihm wecken. Er sieht sich vielleicht selbst, irgendwann, genauso durch die Stadt spazieren. Und wenn diese Inspiration auch nur 24 Stunden anhält, habe ich geschafft, was ich schaffen wollte. Und wenn ich das bei vielen Menschen schaffe, entsteht hoffentlich etwas Großes.

Ansonsten sehe ich "Wiener Portraits" als internationales, positives, echtes Medium, dass Menschen eine Bühne gibt, die diese Welt besser machen können. Und aus dieser Glaubwürdigkeit heraus hoffe ich, gezielt einzelne Schicksale verbessern zu können und mit den porträtieren "All Stars" Probleme in der jeweiligen Stadt bewältigen zu können.

WOMAN: Wer steht im Fokus? Die Menschen oder die Stadt?
Mary: Eine Stadt ist nichts ohne ihre Menschen. Es gäbe keine Gebäude, und niemanden, der die Straßen zum Leben erweckt. Die Seele einer Stadt sind immer ihre Menschen. Was wir daraus machen liegt immer an uns. Deswegen ist jeder Einzelne so wichtig, jeder spielt eine Rolle. Manche sind dabei besser gestellt, andere haben gar keine Perspektiven. Und zusammen ergeben wir dann ein Stadtbild.

Mit Wiener Portraits möchte ich zeigen, was wir alle manchmal vergessen: Wir leben in der besten Stadt der Welt. Uns geht es gut. Es dreht sich bei mir oft um die Frage: Warum ist unsere Stadt so wie sie ist? Wer sorgt dafür? Sind es die Politiker oder Menschen in hohen Positionen? Nein, zumindest nicht sie allein. Wir sind 1,72 Millionen Menschen, die hier leben. Jeder spielt eine Rolle. Es gibt Lehrer, Polizisten, Verkäufer, Designer, sprich Menschen die uns mit dem versorgen, was wir im Alltag und für unser Dasein brauchen. Städte können aber auch hart sein. Manche haben es deshalb leider schwer, weil sie obdachlos, sozial schwach, oder einfach arme Menschen sind. Auch sie gehören dazu. Und das Schöne ist, dass wir zusammen für alle sorgen können. Das macht uns als Stadt aus. Also steht alles im Fokus.

WOMAN: In Wien leben 1,7 Mio Menschen - wie entscheidest du wer porträtiert wird?
Mary (lacht): Da kann man sich dann ausrechnen wie viele Staffeln es in Zukunft noch geben wird! :)

Begonnen habe ich mit Menschen aus meinem Umkreis oder Persönlichkeiten, die mich aus der Ferne inspiriert haben. Die Idee ist ja, unter anderem deshalb entstanden, weil ich oft Menschen begegne, die so wichtig sind für Wien, aber keiner je wissen wird, wer sie sind und was sie tun. Ich möchte ihnen diese Anerkennung schenken. Aber natürlich kann ich nicht alle Menschen kennen. Und die größten Helden sind meistens besonders still. Deshalb kann man über www.wienerportraits.at Menschen für ein Portrait nominieren. Alles was ich brauche ist eine von Herzen geschriebene Mail, warum die Person porträtiert werden soll, und wie ich sie finde. Dann kontaktiere ich die Nominierten und zeige ihnen die Nachricht, die ich bekommen habe. Ich sage jedoch nicht, wer sie geschrieben hat, um ein bisschen Magie zu versprühen.

»Immer wenn Dinge passieren, die uns als Gemeinschaft auseinander reißen könnten, ist es umso wichtiger, dass wir aufeinander schauen.«

WOMAN: Warum könnte "Wiener Portraits" genau jetzt wichtig sein für Wien?
Mary: Immer wenn Dinge passieren, die uns als Gemeinschaft auseinander reißen könnten, ist es umso wichtiger, dass wir aufeinander schauen. Und durch "Wiener Portraits" will ich ein Wiener Selbstbewusstsein verbreiten, das uns stark macht, Vertrauen weckt und Vorurteilen und Propaganda einfach keinen Platz lässt.

WOMAN: Warum ist "Wiener Portraits" auch für Nicht-Wiener interessant?
Mary: Weil jede Geschichte überall passieren kann. Und wir alle viel vernetzter sind, als wir glauben wollen. Es ist ein bisschen wie bei Humans of New York: warum berühren diese Anekdoten weltweit? Weil wir, über alle Grenzen hinweg, einfach Menschen sind, und uns ähnlicher sind, als es scheint.

WOMAN: Wie war das Feedback bisher? Melden sich auch Menschen, die gerne porträtiert werden wollen?
Mary: Als ich im Juli begonnen habe, habe ich einfach nur gehofft, dass wenigstens meine Freunde die Videos gut finden und teilen. Dass jedes Video im Grunde viral geworden ist, hat mich bei jedem Release aufs neue einfach nur umgehauen. Das Portrait über Mahir Jahmal (Video oben) verbreitete sich sogar international und Menschen aus anderen Ländern wollten unbedingt wissen, was er erzählt. Und genau das ist der Punkt: Wir wollen eben alle etwas Gutes über Mitmenschen hören und sehen, denn das weckt auch das Positive in uns!

Ich bekomme auch oft Anfragen von einzelnen Personen und Unternehmen, bin aber sehr vorsichtig, da es mir wichtig ist, das "Wiener Portraits" authentisch bleibt. Die Geschichte muss etwas hergeben. Wichtig ist es mir vorerst, die Community dazu aufzurufen, dass sie Menschen aus ihrem Umfeld für ein Portrait nominieren.

WOMAN: Was liebst du an Wien am meisten?
Mary: Das Wasser und die vollen Straßen im Sommer. Wien ist ein kleines Paradies. Wie wir hier leben können, was für Möglichkeiten wir haben, was man aus der Stadt rausholen kann, ist sonst an keinem Ort der Welt mehr möglich, denke ich. Architektur, Infrastruktur, Umwelt, Sozialleistungen - die Liste ist endlos. Und so oft ich Fernweh habe, bin ich auch dankbar, dass Wien mein Zuhause ist. Schade nur, dass nicht alle Menschen so leben können.

WOMAN: Gibt es etwas, das du an Wien gar nicht magst?
Dass wir Wiener oft vergessen, wie gut es uns hier geht. Wenn man nicht alles rausholt, wenn man nicht die Möglichkeiten nutzt. Wir haben ein bisschen das Träumen verlernt und feiern unsere gemeinsames Zuhause viel zu wenig. Diese Mentalität fehlt mir ein bisschen, aber das wird schon!

WOMAN: Wie geht es mit dem Projekt 2016 weiter?
Mary: 2016 wird spannend! "Wiener Portraits" geht demnächst in die 2. Runde und als "The Grand Portrait" international. Ich porträtiere also auch andere Städte und freue mich auf die vielen Reisen. Es werden eigene Staffeln zu bestimmten Themen produziert und ein Kurzfilm über Wien released. Außerdem erwarten euch zwei weitere "Wien tanzt"-Videos sowie ganz viele Events, um die "Wiener Portraits" All Stars und unsere Stadt zu feiern. Ich möchte jedoch nicht zu viel verraten, da ich Überraschungen liebe.

WOMAN: Was wünscht du dir für Wien und die Wiener?
Mary: Ich wünsche mir für Wien, dass es immer so wunderprächtig und elegant bleibt. Ich wünsche mir für Wiener, was ich mir für alle Menschen wünsche: Dass sie erkennen, was dieses Leben zu bieten hat. Was wir füreinander sein können, und das beste aus unserer Nachbarschaft, unserer Stadt, unserer Welt machen. Und das schaffen wir indem jeder ist, wie er ist, und macht, was er am besten kann.

Aktuelle Videos von "Wiener Portraits" findest du auf der Seite www.wienerportraits.at, auf der Facebook-Page oder dem Youtube-Channel.

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