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Eine Wienerin auf Bali: Eat, work, sunset, repeat

Farbenfrohe Smoothiebowls, inspirierender Austausch mit anderen digitalen Nomaden und Sonnenuntergänge mit einer Kokosnuss in der Hand – so kann man meinen Alltag auf Bali in einem Satz beschreiben.

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Eine Wienerin auf Bali: Eat, work, sunset, repeat
© Julia Hofgartner

Mein Tag beginnt auf Bali sehr früh. Meistens wache ich ohne Wecker zwischen 5.30 und 5.45 Uhr auf. Für den Fall, dass ich es einmal nicht schaffen sollte, ist der Wecker vorsorglich auf 6.00 Uhr gestellt. Denn ich liebe nichts mehr als den frühen Morgen und so scheint es vielen auf der Insel, von den Locals bis hin zu den Expats zu gehen. Auf den Märkten herrscht um 6.00 Uhr schon reges Treiben, die Line-Ups füllen sich schnell mit Surfern und viele Lokale öffnen bereits um 6.00 Uhr ihre Pforten für die hungrigen Mäuler, die gestopft werden wollen.

Ich beginne den Tag unterschiedlich, entweder mit einer Runde Surfen, Laufen am Strand oder einem langen Frühstück, bei dem die obligatorische Smoothiebowl natürlich nicht fehlen darf. Zwischen 8.00 und 9.00 Uhr geht es ins Coworking Space. Ich arbeite im Dojo, dem ältesten Coworking Space in Canggu. Auch hier ist es so früh noch angenehm ruhig, denn viele kommen erst gegen Mittag bzw. am Nachmittag, wenn in Europa der Tag beginnt, da sie für Menschen in dieser Zeitzone verfügbar sein müssen. Zum Glück trifft das nicht auf mich zu und so verabschiede ich mich meistens bereits gegen 14.00 Uhr wieder, wenn der Tag im Coworking Space gerade erst seinen Höhepunkt erreicht.

Den Tag am Strand beginnen und beenden, davon kann man im grauen Wien momentan nur träumen.

Büro mit Swimmingpool

Ich liebe das Arbeiten dort, denn so fühlt es sich an als würde man ins Büro fahren. Ein Büro mit Swimmingpool wohlbemerkt. Wenn man an einem Urlaubsort lebt, ist es nicht immer so einfach, den vielen Verlockungen zu widerstehen und auch tatsächlich produktiv zu arbeiten. Nicht so im Coworking Space, denn gefühlt jeder ist hier, weil er sich seinen Traum eines ortsunabhängigen Lebens erfüllen möchte oder ihn sich bereits erfüllt hat. Das hat zur Folge, dass die meisten unglaublich motiviert sind, viel arbeiten aber dabei trotzdem nicht ihre Work-Life-Balance aus den Augen verlieren. Denn genau die war für viele der Grund ein Leben wie dieses führen zu wollen. Der Austausch und die Unterstützung die stattfinden sind einmalig, jeder steht jedem mit Tipps zur Seite und keiner hat Angst, dass der andere einem so den Rang ablaufen könnte. Ein inspirierenderes Arbeits-Umfeld, könnte ich mir nicht vorstellen.

Zeitangaben werden überbewertet

Um 14.00 Uhr lege ich meistens eine kurze Pause ein, die ich, sofern die Regenzeit sich nicht gerade von ihrer besten Seite zeigt, mit chillen am Pool verbringe. Danach arbeite ich entweder von zu Hause aus weiter oder gehe in eine Yogastunde, die pünktlich vor dem Sunset endet. Den versuche ich sooft wie möglich vom Strand aus zu bewundern. Denn wenn etwas nie und nimmer langweilig wird, dann ist es die Sonne dabei zu beobachten, wie sie im Meer versinkt. Auf Bali verabredet man sich abends übrigens nicht nach Uhrzeiten - man trifft sich entweder zum Sunset oder nach dem Sunset. Zeitangaben werden vollkommen überbewertet.

Farbenfroh und vielfältig ist das Essen auf Bali.

Nach dem Sunset muss man sich für eines der vielen tollen Restaurants entscheiden. Typisch Indonesisch in einem Warung, italienische Pizza und Pasta oder Sushi. Es gibt alles was das Herz begehrt, gegessen wird meist auswärts, da zum einen die Auswahl unfassbar groß ist und da es zum anderen ungefähr gleich viel kosten würde einzukaufen und zu Hause zu kochen. Nur wenn der Wunsch nach einem selbst gekochten Essen und einer Flasche Wein (die wäre im Restaurant viel zu teuer) zu groß wird, wird das Restaurant gegen die Küche des Air BnBs getauscht.

Wer beneidet Julia gerade um ihren Alltag auf Bali?

Auch an den Wochenenden findet meistens Alltag statt. Vereinzelt machen wir am Sonntag Ausflüge. Das führt dazu, dass ich oft gar nicht weiß welcher Tag eigentlich gerade ist und das ist schön, denn so führe ich endlich ein Leben bei dem ich mir nicht die ganze Woche den Freitag herbeisehne und am Sonntag schon genervt bin weil am nächsten Tag wieder Montag ist - das ist mein Alltag auf Bali.

Julia Hofgartner beim Yoga-Unterricht.

Über die Autorin:

Mag. Julia Hofgartner ist Bloggerin, Autorin und Yogalehrerin in Wien. Als echte Wasserratte unterrichtet sie sogar Yoga am Stand Up Paddleboard. Für ihren Yoga & Lifestyleblog „Yoga & Juliet“ wurde sie 2017 mit einem Bloggeraward ausgezeichnet. Momentan schreibt Julia Hofgartner an einem Yogabuch, das demnächst veröffentlicht wird. Gemeinsam mit ihrem Freund hat sie eine Content & Social Media Agentur gegründet und so ihre Liebe zum Storytelling zum Beruf gemacht. Mehr Infos über Julia Hofgartner findet ihr hier, natürlich könnt ihr ihr Abenteuer auch über Facebook und Instagram verfolgen.