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Eine Wienerin auf Bali: Ein Liebesbrief

Gastautorin Julia Hofgartner berichtet für uns als Yogalehrerin und digitale Nomadin über ihr neues Leben auf Bali. Im dritten Teil ihrer Serie gesteht sie Bali ihre Liebe.

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Eine Wienerin auf Bali: Ein Liebesbrief
© Julia Hofgartner

Ich war schon an vielen schönen Orten auf dieser Welt und trotzdem besuche ich normalerweise keinen öfter als einmal. Mit Bali ist es anders, hier bin ich mittlerweile schon zum dritten und bestimmt nicht letzten Mal. Wenn ihr meinen vorherigen Artikel gelesen habt, fragt ihr euch vermutlich warum, deshalb folgt an dieser Stelle mein ganz persönlicher Liebesbrief an Bali.

Liebes Bali!

Während ich diese Zeilen schreibe sitze ich auf einem Bean Bag am Pool meines Coworking Spaces. Ich hebe den Blick von meinem Laptop und schaue in einen tiefgrünen Baum voller duftender, zitronengelber Frangipanis, die sich im dunklen Blau des Pools wiederspiegeln. Ich atme die feucht-schwüle Luft ein und nehme eine Mischung aus Räucherstäbchen und Blütenduft wahr. Im Hintergrund höre ich das Zwitschern tropischer Vögel. Die Sonnenstrahlen kitzeln meine Füße, die ich ins Wasser baumeln lassen. Fast hätte ich beim Ausatmen laut geseufzt – Bali du verzauberst mich jeden Tag aufs Neue.

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, deshalb schreibe ich einfach drauf los. Beginnen wir bei der Spiritualität deiner Bewohner. Wenn ich am frühen Morgen über eine noch verschlafene Insel zum Surfen fahre und deine Bewohner bereits ihre wunderschönen Opfergaben an die Eingänge ihrer Türen legen, muss ich jedes Mal aufs Neue lächeln. Ich weiß schon gar nicht mehr wie oft ich schon im Stau stand, weil die Straße gerade wegen einer Zeremonie blockiert war. An welchem Ort auf der Welt gibt es sonst noch Schilder auf denen steht: „Road closed due to ceremony“? Ich kenne keinen. Ich liebe die Tempel an jeder Ecke. Ich liebe es, darauf Acht geben zu müssen, nicht auf Opfergaben zu treten und ich liebe den Glauben deiner Bewohner, der an jeder Ecke spürbar ist und ihre Freundlichkeit.

Was noch? Deine Farben – Bali ich liebe deine Farben. Deine Sonnenuntergänge tragen die umwerfendsten orange, gelb, rot und pink Schattierungen, die man sich vorstellen kann. Bei jedem Sonnenuntergang liegt eine friedliche, entspannte und fast demütige Stimmung in der Luft. Das Spektakel raubt mir jedes Mal aufs Neue den Atem und lässt mich realisieren, was für ein kleiner Teil auf dieser großen Welt ich eigentlich bin. Das Grün deiner Reisfelder und deiner üppigen, tropischen Vegetation habe ich mir schon vor meinem ersten Besuch bei dir schön vorgestellt, aber oft ist es ja so, dass Vorstellungen in der Realität enttäuscht werden. Nicht diese – Im Gegenteil. Deine Vegetation ist noch satter und noch grüner als man es von Postkarten kennt und trägt für mich das schönste Grün auf diesem Planeten. Dann ist da natürlich noch das facettenreiche Blau deines Meeres. Ich könnte stundenlang einfach nur aufs Meer starren, beim Tauchen unter Wasser mit den Fischen spielen oder in deinen Wellen an meinen eher mäßigen Surfkünsten feilen.

Aber Bali weißt du was das Beste an dir ist? Das Gefühl, das du in mir auslöst und das Gefühl das du mir gibst. Du bist für mich ein Ort der Selbstentdeckung und –entwicklung. Bei dir finde ich jedes Mal aufs Neue ein kleines Stück näher zu mir. Bei dir entdecke ich Seiten an mir, die lange Zeit unter der Oberfläche verborgen waren und von denen ich gar nicht wusste, dass sie überhaupt existieren. Du forderst mich heraus, bringst mich an meine Grenzen und schaffst es, dass ich meine Komfortzone öfter verlasse als es mir lieb ist.

Du machst mich bescheiden und demütig. Bei dir besinne ich mich wieder auf die Dinge, die im Leben wirklich zählen. Du erweckst in mir ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit für das Leben und für diesen wunderschönen Planeten. Bei dir verspüre ich ein Gefühl der Freiheit, wie sonst nirgends. Bei dir verspüre ich keinen Stress sondern Leichtigkeit, auch wenn ich gleich viel arbeite wie zu Hause. Du gibst mir das Lebensgefühl, das ich immer gesucht habe. Das mag vielleicht ein kleines bisschen kitschig klingen aber ich mag mich irgendwie ein kleines Stückchen mehr, wenn ich bei dir bin, denn nur bei dir habe ich das Gefühl ganz Ich zu sein.

Bali - du bist für mich etwas ganz Besonderes und Magisches, deshalb wache ich, wenn ich meinem Herzen folge bei dir auf. Jedes einzelne Mal.

Alles Liebe
Julia

Julia Hofgartner beim Yoga-Unterricht.

Über die Autorin:

Mag. Julia Hofgartner ist Bloggerin, Autorin und Yogalehrerin in Wien. Als echte Wasserratte unterrichtet sie sogar Yoga am Stand Up Paddleboard. Für ihren Yoga & Lifestyleblog „Yoga & Juliet“ wurde sie 2017 mit einem Bloggeraward ausgezeichnet. Momentan schreibt Julia Hofgartner an einem Yogabuch, das demnächst veröffentlicht wird. Gemeinsam mit ihrem Freund hat sie eine Content & Social Media Agentur gegründet und so ihre Liebe zum Storytelling zum Beruf gemacht. Mehr Infos über Julia Hofgartner findet ihr hier, natürlich könnt ihr ihr Abenteuer auch über Facebook und Instagram verfolgen.