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Eine Wienerin in New York: Next stop Brooklyn!

Unsere Gastautorin ist gerade am Weg nach New York und wird uns in den kommenden Wochen mit ihren Eindrücken und spannenden Geschichten aus jener Stadt versorgen, in der man wie nirgendwo sonst "die sein kann, die man sein will". Wir freuen uns die Berichte und wünschen guten Flug!

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Eine Wienerin in New York: Next stop Brooklyn!
© iStock/GCShutter

New York. Die Stadt, in der Menschen Yoga-Übungen auf dem U-Bahn Bahnsteig machen, surrende Klimaanlagen einen in den Schlaf wiegen und der Central Park “Natur” ist. New York hat sich immer wie meine Stadt angefühlt. Mein Happy Place. Mein Zuhause. Nach fast zehn Jahren kehre ich nun dorthin zurück, wo ich studiert, mich verliebt habe und die Beziehung zu meinem amerikanischen Freund, die auf einer Party lesbischer Dokumentarfilmerinnen begann, auf einer U-Bahn Plattform der 14th-Street zu Ende ging.

Seit ich in New York gelebt habe, hat sich viel geändert. Für mich und für New York. Damals, mit Anfang 20, hatte ich ein Leben bei dem man die Liebe seines Lebens in der Kloschlange kennenlernen konnte. Verschwommene Verhältnisse zwischen Freundschaft, Liebe und Wohnverhältnissen waren ganz normal. Alles war ein "social experiment". Heute fahre ich gemeinsam mit meinem Mann Benjamin nach New York, um neue Trends rund um Marketing, Branding und Kommunikation aufzuschnappen, Kontakte zu knüpfen und Konferenzen zu besuchen. In meinem Grown-Up-Life berate ich Tech-Unternehmen in Europa zu internationaler Kommunikation und Branding.

Trump-Tower mit neuer Bedeutung


Aber nicht nur mein Leben hat sich weitergedreht, auch New York hat sich verändert: Die Wohnungen, in denen ich damals im East Village gelebt habe, sind zu Luxus-Condos umgebaut worden; viele meiner Lieblings-Cafés und Restaurants sind der Gentrifizierung zum Opfer gefallen. Die U-Bahn wurde ausgebaut, völlig neue Wohnblöcke entstanden entlang des Hudson Rivers, Kunstorganisationen zogen von Manhattan nach Brooklyn und von dort nach New Jersey, der Trump-Tower am Columbus Circle erhielt eine neue Bedeutung.

Die Autorin auf der U-Bahn Plattform des L-Trains bei ihrem letzten Kurzbesuch in New York.

Ich bin gespannt, zu sehen, was sich alles verändert hat. Das wichtigste an New York für mich ist aber, dass man hier mehr als in jeder anderen Stadt, die sein kann, die man sein will. Und dies auch nach außen zu zeigen. Diversität ist - noch viel stärker als in Städten wie San Francisco oder Chicago - wohl eines der herausragendsten Merkmale von New York und damit einher geht die Möglichkeit sich selbst, seine Kultur, seine Sexualität, seinen Lifestyle, auszudrücken. Nirgendwo ist die Akzeptanz von Individualität so hoch wie in New York und jede U-Bahn-Fahrt dort führt einem diese Freiheit vor Augen.

Diesen Sommer kehre ich also wieder zurück nach New York. Und ich freue mich, wenn ihr mich die nächsten Wochen begleitet, egal ob von Balkonien oder eurem Sommerurlaub in Sizilien, Portugal oder dem Himalaya.

Mein nächster Stop? Brooklyn!
Bis bald!
Eure Rebecca

Über die Autorin:

Rebecca Vogels ist Gründerin der Brand- und Kommunikationsagentur "All of the Above". Sie bringt Silicon Valley Strategien rund um Kommunikation und Branding zu Unternehmen in Europa. Für die Huffington Post schreibt sie eine Kolumne zum Thema “Women in Tech”. Sie ist Co-Founderin des Online-Magazins You Might Also Like. Rebecca Vogels wurde kürzlich vom California Diversity Council zu einer der Top 50 Most Powerful Women in Tech gewählt.