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Wir haben 3 Frauen gefragt, warum sie noch immer GZSZ schauen

Gute Zeiten, schlechte Zeiten rangiert seit 26 Jahren an der vordersten Spitze der deutschsprachigen TV-Serien. Warum wird sie eigentlich so gerne geschaut?

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Gute Zeiten SZ
© Woman Redaktion

"Ich seh' in dein Herz, sehe Gute Zeiten, schlechte Zeiten" – so lauten die ersten Zeilen des größten Theme-Song-Ohrwurms aller Zeiten. Jeden Abend um 19.40 gleiten der pinke und blau-violette Balken über 2 Millionen Fernsehbildschirme im deutschsprachigen Raum. Darin in weißer Schrift: Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Für viele wurde die deutsche TV-Soap ein allabendliches Ritual – und das seit mittlerweile 26 Jahren. Am 11. Mai 1992 wurde der Startschuss für ein – sagen wir Mal – sehr besonderes Stück TV-Geschichte gelegt. Gute Zeiten, schlechte Zeiten beinhaltet alle Elemente der klassischen Trash-TV-Serie: wenig Handlung, viel Unterhaltung und am Ende einen sogenannten Cliffhanger, ein offener Ausgang, der die Zuseher dazu animieren soll, am nächsten Tag wieder einzuschalten, um zu erfahren, wie es weiter geht. Wo wir bei Netflix einfach auf die nächste Folge switchen und eine Serie binge-watchen, bis wir nicht mehr können, muss man sich bei Gute Zeiten, schlechte Zeiten bis zum nächsten Abend gedulden.

Das ist zwar nicht mehr ganz so zeitgemäß, aber immerhin herrscht die Sicherheit, dass diese Seifenoper niemals enden wird. Sie ist für viele zu einer Konstante geworden und sichert die seichte Unterhaltung vor dem Hauptabendprogramm, wo auf anderen Sendern nahezu durchgehend Werbung läuft. 6523 Folgen machen die TV-Soap zu einer der erfolgreichsten deutschen TV-Produktionen. 20 Hauptdarsteller werden abwechselnd in den unterschiedlichsten Szenen gezeigt – mal mehr Drama, mal weniger. Ab und zu gibt es dann sogar ein Special in Spielfilmlänge, wo sich die Spannungskurve der Handlung bis zum Höhepunkt steigert, um dann wieder zum "Daily Business" mit einer Dauer von 25 Minuten zurückzukehren. Sehr beeindruckend ist auch die teils konstante Besetzung: Wolfang Bahro spielt seit Anfang 1993 den intreganten Rechtsanwalt Dr. Jo Gerner. Ulrike Frank ist als Katrin Flemming bereits seit 2002 dabei und Felix von Jascheroff hat im zarten Alter von 19 als John Bachmann bei GZSZ gestartet und ist mit kurzer Pause bis heute fixer Bestandteil der Serie. Und obwohl GZSZ an vielen einfach vorbeigeht, kennt jeder und jede von uns jemanden – zumindest im weiteren Freundes- und Bekanntenkreis – der sich von der Soap unterhalten fühlt und immer wieder schaut. Wir haben für euch drei Frauen ausfindig gemacht und gefragt, warum sie GZSZ schauen.

GZSZ
GZSZ Langzeit-Besetzung mit Angela Merkel

Simone, 31

Ich schaue GZSZ seit 15 Jahren eigentlich täglich. Im Sommer ist es ein bisschen weniger, aber sonst bin ich eine, die sehr regelmäßig schaut. Man kann ein bisschen Wahrsager spielen, weil man immer schon erahnen kann, was als nächstes passiert. Ich finde es außerdem lustig, dass jeder mit jedem was hat. Und natürlich die Intrigen sind auch recht spannend – vor allem den Jo Gerner mag ich sehr. Die gute Mischung an Charakteren ist einfach interessant. Und auch wenn man länger nicht geschaut hat, man weiß immer, was gerade abgeht.

Anja, 29

Ich habe GZSZ bereits als Kind immer geschaut. Damals hat es zum fixen Abendritual gehört und ich wusste, dass ich nach GZSZ schlafen gehen muss. In der Schul- und Studienzeit ging es mir vorrangig um das klassische "berieseln lassen". Nach dem Lernen noch ein wenig Trash-TV zu schauen ist einfach das beste. Und vor allen Dingen war die Serie auch der Startschuss für den Feierabend: Bücher zu, denn jetzt kommt GZSZ und danach war es dann sowieso schon viel zu spät, um noch zu lernen. Das war ein guter Anlass um ein wenig zu prokrastinieren und eine gute Ausrede zu finden, warum man nicht mehr lernen "konnte". Seit ich arbeite schaue ich es nur mehr sehr selten – zum Fernsehen komme ich so gut wie gar nicht. Ab und zu stoße ich noch zufällig beim Durchzappen auf GZSZ. Das Lustige an der Serie ist ja, dass man sich nach einer Folge sofort wieder auskennt, obwohl man es vielleicht ein paar Monate nicht gesehen hat. Durch das offene Ende ist man halt auch ein bisschen neugierig, wie es weiter geht. Allerdings ist es – um ehrlich zu sein – teils echt schlecht gespielt. Aber das finde ich wiederum auch ein bisschen lustig.

Lisa, 28

Ich schaue GZSZ eigentlich sehr sporadisch, aber doch immer mal wieder. Mit vielen Unterbrechungen verfolge ich es seit ca. 10 Jahren. Mir gefällt die seichte Handlung. Es ist überhaupt nicht anspruchsvoll und wenn der Tag richtig anstrengend war, man kann sich richtig berieseln lassen. Außerdem dauert jede Folge nur 20 Minuten – das nimmt dann auch nicht ganz so viel Zeit in Anspruch. Was ein wenig stört, ist die Werbung gleich nach dem Vorspann. Nach 15 Minuten kommt dann wieder Werbung bis 20:10 und dann dauert es vielleicht noch 5 Minuten bis zum Ende. Der Cliffhanger zum Schluss animiert aber dann doch wieder dazu, dass man wissen will, wie es weiter geht. Man kann irgendwie gar nicht damit aufhören.

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