Ressort
Du befindest dich hier:

Wir haben Mütter gefragt, in welchen Situationen sie an ihre Grenzen kommen

Ruhe zu bewahren ist in Erziehungssachen manchmal das schwierigste überhaupt. Wir haben 5 Mütter gefragt, wann sie sich manchmal überfordert fühlen.

von

Wir haben Mütter gefragt, in welchen Situationen sie an ihre Grenzen kommen
© iStock

Wenn das eigene Kind einem die letzte Kraft raubt, man sich komplett überfordert fühlt und man sich nur noch denkt: Wann ist diese Phase endlich vorbei? Das kennen Eltern nur zu gut. Das Gute daran: Sie sind nicht allein. Jeder Elternteil kennt die typischen Probleme, mit denen man sich rumschlagen muss. Es tut aber trotzdem hin und wieder gut, von anderen zu hören, dass es ihnen genauso geht. Aus diesem Grund haben wir 5 Mütter eine sehr persönliche Frage gestellt: Wann gelangt ihr eigentlich so richtig an eure Grenzen? Welche Situationen sind es, in denen es euch schwer fällt, ruhig und gelassen mit den Kids umzugehen? Hier kommen ihre Antworten...

Jelena, 34 (Mutter von zwei Söhnen im Alter von 2 und 4)

Wenn der größere den Kleinen sekkiert und er nicht damit aufhört, obwohl ich es ihm hundert mal gesagt habe. Das bringt mich ziemlich auf die Palme. Diese Streitereien dann... Aber auch, wenn ich es echt eilig habe und die beiden trödeln was das Zeug hält. Plötzlich muss "die Mama helfen" und ich müsste eigentlich längst außer Haus auf dem Weg in die Arbeit sein. Aber wirklich an meine Grenzen kam ich, als der Größere seine Trotzphase hatte. Er hat zum Beispiel einen Konflikt begonnen, weil ich die Türe aufgemacht habe, obwohl er sie aufmachen wollte. Das ging dann den ganzen Tag so... Da dachte ich echt: "Ich habe keine Kraft mehr, um bei allem ruhig und gelassen zu reagieren." Vor allem, weil da noch ein anderes Kind/ Baby ist, um das ich mich kümmern muss. Bei anderen Kindern sehe ich das viel gelassener. Beim eigenen Kind macht es mich sehr wütend.

Susanne, 29 (Mutter eines zweijährigen Buben)

Wann ich an meine Grenzen komme? Wenn mich der Kleine austestet und versucht zu provozieren. Zum Beispiel wirft er abends manchmal absichtlich seinen Schnuller und sein Tuch aus dem Bett. Die beiden Dinge braucht er aber zum Schlafen. Also gehe ich ins Zimmer, leg ihm seine Sachen ins Bett und erkläre ihm ruhig, dass die Sachen bald bei mir sein werden, wenn er nicht damit aufhört. Das Ganze geht manchmal dann sechs, sieben Mal – da könnte ich echt aus der Haut fahren. Grundsätzlich ist die Nein-Lern-Phase ziemlich hart. Er will es manchmal nicht akzeptieren. Sehr anstrengend, wenn man selbst gerade einen stressigen Tag hat und er alles ausräumt und nicht hört.

Was mich auch an meine Grenzen gebracht hat, war, als der Kleine das erste Mal krank war. Er hatte fast 41 Grad Fieber und ich fühlte mich ziemlich überfordert. Man leidet mit dem Kind richtig mit. Die Kleinen können einem ja auch nicht sagen, was ihnen gerade weh tut. Dann kämpft man sich durch die Nächte und gelangt dann wirklich an seine Grenzen.

Kathi, 30 (Mutter eines fast zweijährigen Buben)

Ich hasse es derzeit mit meinem Sohn Öffis zu fahren. Warum? Weil der knapp 2-Jährige einfach nicht ruhig sitzen will. Weder am Sitz, noch im Wagerl. Eine U-Bahn-Fahrt kann dann durchaus so aussehen, dass ich völlig verschwitzt meinen vom Schreien knallroten Sohnemann aus der Station trage, weil dieser völlig ausflippte. Natürlich ist es dann auch nicht super angenehm, dass dich gefühlt 100 Leute dabei beobachten. Entweder mitleidig oder verurteilend. Aber hey: alles nur eine Phase, oder?

Katja, 30 (Mutter einer zweieinhalbjährigen Tochter)

Wann ich die Nerven wegschmeiße? Wenn ich mein Kind frage, was es essen möchte – ich alles anrichte und wir beim Tisch sitzen und sie dann sagt: "Ich mag das nicht, ich möchte etwas anderes". Und dabei zu brüllen beginnt, als würde es kein Morgen mehr geben, obwohl sie es sich vorher selbst ausgesucht hat. Momentan testet sie überhaupt in sehr vielem ihre Grenzen aus – inklusive Brüllen, wenn sie etwas nicht bekommt. Diese ganze Phase ist eine nervliche Zerreißprobe… ;-)

Lisa, 32 (Mutter eines vierjährigen Sohnes)

Ich bin definitiv an meine Grenzen gekommen, als ich in der Anfangszeit zu wenig Schlaf bekommen habe. Mein Sohn ist bis zum Zeitpunkt, an dem ich ihn abgestillt habe, nachts fast stündlich zu mir gekommen. Er wollte ein paar Minuten trinken und ist dann währenddessen wieder eingeschlafen. Manchmal kam er sogar fast halbstündlich. Wir haben da wirklich alles versucht, aber ohne Brust einschlafen ging gar nicht. Er brüllte und schrie solange, bis ich ihm die Brust gab. Ich war natürlich total übermüdet. Das Problem war nämlich auch, dass der Kleine tagsüber nicht länger als eine halbe Stunde geschlafen hatte. Als er dann 9 Monate war, habe ich ihn dann abgestillt, was ganz gut funktionierte. Danach schlief er mit Schnulli ein. Zwar tat er sich die darauffolgende Monate immer noch schwer beim Einschlafen und ich oder mein Freund mussten bei ihm bleiben, bis die Augen zufielen, aber wenigstens bekam ich dann nachts wieder ein bisschen mehr Schlaf.

WOMAN Community

Deine Meinung ist wichtig! Registriere dich jetzt und beteilige dich an Diskussionen.

Jetzt registrieren!

Schon dabei? .