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Wir könnten glücklich sein, aber mein Freund hilft nicht mit

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Wir könnten glücklich sein, aber mein Freund hilft nicht mit
© istockphoto.com

Mein Freund, 29, und ich, 26, sind seit fast sieben Jahren ein Paar. Wir haben beide unsere Jobs und arbeiten sehr viel. Wir haben einen gemeinsamen Freundeskreis und könnten eigentlich sehr glücklich sein. Ich habe nur seit etwa einem Jahr ein großes Problem. Mein Freund hilft überhaupt nicht im Haushalt mit. Ich räume dauernd hinter ihm her und kümmere mich um alles. Wenn ich es nicht tue, passiert es einfach nicht. Er jammert rum, sagt, er macht das morgen – und macht es nie. Und weil ich nicht in einer dreckigen Wohnung leben will, mache ich es irgendwann selbst. Das ist das eine Problem, aber damit gibt es auch ein anderes, weil ich es nämlich nicht mehr aushalte, im Stich gelassen zu werden. Das bewirkt, dass ich auch gar keine Lust habe, mit ihm zu schlafen. Ich habe gar keinen Spaß mehr daran und kann mich nicht mehr hingeben

Dr. Schmitz: Das ist für viele Paare ein großes Problem. Meist sind es die Frauen, die auf Ordnung bedacht sind, und die Männer schlampen rum. Darüber gibt es endlose Diskussionen, und es ändert sich nichts, trotz zahlloser Beteuerungen der Männer, sich künftig zu bemühen. Mit der Zeit entsteht daraus immer rascher Streit. Die ordentlichen Frauen nehmen die Schlampereien immer feinfühliger wahr, sind immer genervter, fühlen sich immer weniger ernstgenommen und wertgeschätzt. Tatsache ist: Die Männer gehen auf ein wichtiges Bedürfnis ihrer Frauen nicht ein. Tatsache ist aber auch: Sie schätzen ihre Frauen (dennoch) sehr und verstehen nicht, wieso sie aus den männlichen Nachlässigkeiten ein so grundsätzliches Problem machen. Umerziehung gelingt nicht. Machtkämpfe nutzen nichts. Was können Sie tun? Entweder Sie einigen sich mit Ihrem Freund darauf, dass Sie für Ordnung zuständig sind, und er übernimmt andere Aufgaben, die ihm liegen und die Sie entlasten. Oder Sie akzeptieren unterschiedliche Eigenheiten und "entsorgen" den daraus entstehenden Kollateralschaden aus der Beziehung. Indem Sie sich eine Hilfskraft leisten, die – je nachdem – putzt, Wäsche wäscht und bügelt, einkauft. Ja, das kostet. Aber damit entlasten Sie sich beide. Was müssten Sie finanziell auf bringen, um sich spürbare Entlastung zu leisten, mit der Sie Ärger und Streit loswerden, entspannte Zeit, Freude und Lust zurückgewinnen könnten? Was wäre es Ihnen wert? Überlegen Sie das doch einmal gemeinsam.

Du hast eine Frage an Dr. Michael Schmitz (schmitz.at)? Dann schicke dein Anliegen per Mail an fragensiedoch <AT> woman.at.