Ressort
Du befindest dich hier:

Diese Plus-Size-Strumpfhosen-Werbung erhitzt die Gemüter

Plus-Size-Strumpfhose, beworben von einem Plus-Size-Model? Eigentlich logisch, aber nicht so bei der Shopping-App Wish. Die griffen zu ganz anderen Mitteln.

von

Plus Size Strumpfhose
© Screenshot: twitter.com/Phiz_Bomb

Models gibt es mittlerweile in allen Farben und Formen, ganz wie die Menschheit selbst. Gut, im mittleren Bereich, also zwischen Plus-Size und Größe-XS-Models, ist die Besiedlung dünn. Aber der Modelmarkt hat sich sukzessive verändert und das ist super so. Und es wäre noch besser, wenn man sich bei der Bewerbung von bestimmten Produkten auch passende Models aussuchen würde. Aber das passiert nicht immer so, wie es der Billig-Anbieter Wish beweist.

Plus-Size-Strumpfhosen anzubieten ist ja schön und gut, aber sie mit einem XS-Model zu bewerben, das mit vollem Körpereinsatz die Strumpfhose ausbeult, ist sehr kontraproduktiv. Auf einem anderen Bild sieht man sogar, wie eine schlanke Frau lässig in einem der beiden Strumpfhosenbeine steht. Schaut so gute Werbung aus? Nein, auf keinen Fall. Hat man von Wish etwas anderes erwarten können? Nein, wahrscheinlich nicht.

Denn Wish ist eine jener Apps, von der wir wissen, dass wir sie eigentlich nicht verwenden sollten. Die billigsten Anbieter chinesischer Waren kämpfen um den billigsten Preis. Einerseits sind so die Produkte selbst meist von schlechter Qualität. Andererseits wird auch bei den Versandkosten gespart, was zur Folge hat, dass die Pakete erst nach einem oder manchmal sogar mehreren Monate ankommen.

Und außerdem: Billige Waren bedingen billige Produktionskosten. Und diese werden am Rücken der ArbeiterInnen ausgetragen. Ja, Primark, H&M und Co. sind auch keine Engel, was die Produktionsumstände anbelangt. Aber irgendwo könnte man ja einen Schlussstrich ziehen. Warum nicht bei Wish? So toll sind die Produkte auch wieder nicht und man merkt spätestens bei solchen Werbungen, dass sie sich nicht wirklich um ihr Publikum scheren.

"Tone-Deaf" wird diese Eigenschaft im Englischen bezeichnet. Wenn man bei einer Werbung den "falschen Ton" trifft, also rassistisch, sexistisch oder sonst wie aneckt, dann ist das "tone-deaf". Im Falle der Plus-Size-Strumpfhosen hat sich der Anbieter offensichtlich dafür entschieden, lieber "hübschere", dünne Models zu nehmen, als jene, die wirklich in das Produkt reinpassen würden. Ein ziemlich großer Fauxpas!