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Baby-Blues: Singen hilft bei der Heilung

Postpartale Depression ist eine psychische Beeinträchtigung, von der Frauen nach einer Geburt betroffen sind. Eine Studie hat festgestellt: Singen hilft.

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postpartum
© unsplash.com/Jenna Norman

Wochenbettdepression, Baby Blues, Postpartale Depression: Viele Namen für dieselbe Kondition. Nach der Geburt eines Kindes werden von einer Frau Glücksgefühle und eine unbändige Freude erwartet, doch nicht in allen Fällen fühlen sich die neuen Mütter wirklich gut. Das vermeintliche Mutterglück bedeutet für sie nur Angst und Unsicherheiten.

Meistens setzen sie sich dabei selbst unter Druck, indem sie die eigenen Gefühle zu unterdrücken versuchen, weil sich ja eine "normale" Mutter zu freuen hat. Auch das Umfeld erschwert oft das Suchen nach Hilfe, denn alle sind so viel glücklicher, als man selbst.

Darüber zu sprechen macht es für die Mütter leichter.

Eine Postpartale Depression entsteht in den ersten zehn Lebenstagen des Kindes. Ausgelöst wird das Stimmungstief durch die hormonellen Veränderungen nach der Geburt und der komplett neuen Situation, in der sich die Mutter nun befindet. Dazukommt noch der Schlafmangel, der die Sache nicht gerade besser macht. Laut Statistiken von 2012 betraf die Postpartale Depression jede sechste Frau.

Eine Wochenbettdepression kann behandelt werden und löst sich oft durch die Unterstützung eines verständnisvollen sozialen Umfelds von selbst auf. Doch, wenn es keine Unterstützung gibt, die Frau sozial benachteiligt ist oder schon zuvor eine Depression bestand, kann die Postpartale Depression zu einem langfristigen Problem werden.

Gruppenaktivitäten fördern die Heilung enorm.

Einen Lösungsansatz für die Wochenbettdepression bietet nun eine aktuelle, britische Studie. Es nahmen 134 betroffene Frauen an der Forschung teil. Sie wurden in drei Gruppen aufgeteilt: Eine nahm an einer Gesangsgruppentreffen teil, die zweite nahm an kreativen Spiel-Sessions teil und die dritte Gruppe erhielt die "normale" Unterstützung einer Familienbeauftragten und nahm Antidepressiva.

Alle drei Gruppen zeigten nach 10 Wochen eine Besserung, doch eine stach besonders heraus: Bei den singenden Müttern verbesserten sich die Beschwerden schon in den ersten sechs Wochen um 35 Prozent. Dr. Daisy Fancourt, leitende Autorin der Studie sagte: "Viele Mütter wollen keine Antidepressiva nehmen während sie stillen und es kommt auch nicht recht häufig vor, dass junge Mütter eine Psychotherapie beginnen. Und deshalb ist die Studie auch so spannend, denn die Ergebnisse zeigen, dass so etwas Simples wie eine Gruppenaktivität bei der Heilung hilft."

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