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Das perfekte Chaos-Dinner

Die WOMAN-Redakteurinnen Katharina Domiter und Melanie Zingl kochen gerne. Und eigentlich auch ganz gut. Wenn's um das Gestalten eines großen Abendessens geht, sind ihre Fähigkeiten aber - sagen wir mal - ausbaufähig … (Eignet sich übrigens auch wunderbar für Weihnachten).

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Das perfekte Chaos-Dinner
© Thinkstock

Einmal so ein richtig opulentes Thanksgiving Dinner abhalten. Am stimmungsvoll gedeckten Esstisch zusammensitzen, zu delikatem Wein dinieren und einen wunderbaren Abend mit Freunden verbringen. Klingt fantastisch! Also beschließen wir: Heuer veranstalten wir auch so ein festliches Essen - mit leckeren Vorspeisen, einem saftigen Truthahn samt Beilagen und süßen Desserts.

Erstes Problem: Die Terminfindung! Wer gemeinsam mit rund zehn Freunden dinieren will, muss geduldig – und flexibel – sein. Deshalb findet unser Thanksgiving Dinner nicht pünktlich am amerikanischen Feiertag statt, sondern zwei Wochen später. Aber egal, so bleibt zumindest genügend Zeit um alles zu organisieren. Denkste! „Habt ihr eigentlich schon einen Truthahn reserviert? Die sind um diese Zeit oft vergriffen”, so der berechtigte Einwand eines Freundes eine Woche vor dem Festessen. Gute Idee - also kontaktieren wir den Fleischer ums Eck: Wie viele Kilo Truthahn braucht man für rund zehn Personen? Und wie schleppt man den dann nach Hause? (Kleiner Tipp: Man mietet sich ein car2go oder kommt mit dem Trolly zum Supermarkt!) Der Fachmann beruhigt uns: „Alles kein Problem! Am Samstagfrüh können Sie Ihren 6-Kilo-Vogel abholen!” Perfekt! Einige Tage davor überlegen wir uns die Rezepte, Tisch-Deko und das anschließende Unterhaltungsprogramm …

Et voilà - hier unser Menüplan ...

- Vorspeise: Selbst gebackene Käse-Speckstangerl & frisch gebackenes Baguette mit diversen Aufstrichen (Nicht ohne Kalkül! Haben die Lieben nämlich erst einmal viel Brot verputzt, wollen sie später weniger Truthahn ;-))
- Truthahn mit Semmel-Speck-Cranberry-Füllung, Rotkraut, grünem Salat, Semmel- & Grammelknödel
- Cheesecake (Kommt von einer Freundin, die eine kleine Martha Stewart ist.)
- Käsebuffet (Praktisch, wenn man Freunde hat, die Käsespezialisten sind!)
- Weinbegleitung von „Meine Weine” per Lieferservice werden 12 Flaschen Weiß- und Rotwein nach Hause geliefert! (Top! Dann muss man sich nicht abschleppen!) Ist übrigens auch ein tolles Weihnachtsgeschenk für Neo-Sommeliers: Ab € 89,– pro Quartal wird dem Empfänger das Wein-Abo zugestellt; inklusive Rezeptvorschläge, die zu dem jeweiligen Wein passen.

So weit, so gut. Nach Plan verlief am Tag des großen Dinners natürlich wenig. Nachdem wir bereits um sechs Uhr Früh Vorspeise und Truthahn-Füllung vorbereitet haben, ging’s gleich danach motiviert in den Supermarkt! Währenddessen trudeln via Smartphone aber schon zwei Absagen ein - das Dessert fällt aus, die österreichische Martha Stewart liegt mit Fieber im Bett. Ein anderer Gast muss spontan für einen Kollegen einspringen! Wir bewahren trotzdem Ruhe und steuern schnurstracks auf die Fleischabteilung zu. Doch die nächste Überraschung lässt nicht lange auf sich warten: Dort weiß nämlich niemand von einer Truthahn-Reservierung. Blöd, wenn das Dinner acht Stunden später stattfinden soll. Nach langem hin und her kommt uns der Fleischer mit zwei vier Kilo-Vögeln entgegen: „Den einen bekommen Sie gratis dazu!” Wir schlagen zu! Ohne zu wissen, ob die zwei Tiere überhaupt im Ofen Platz haben. Schnell noch ein bisschen Schokolade (Beruhigt die Nerven!) und einen Apfel-Streuselkuchen aus der Tiefkühlabteilung (Pssst! Am Abend haben wir diesen nämlich als selbstgemacht angepriesen!) ins Einkaufswagerl gepackt. Und ab nach Hause … (Das Fitnesstraining erspart man sich, wenn man die Shopping-Beute heim karrt!)

Jetzt aber schnell: Truthahn befüllt, zugenäht mit Kräuterbutter unter und ober der Haut eingeschmiert und für sechs Stunden ab in den Ofen. Nach einigen “Einparkversuchen” haben schlussendlich auch beide Platz! Während das Fleisch im Rohr brutzelt, wird die Wohnung generalsaniert, der Tisch gedeckt, Weingläser poliert, Sangria zusammen gemischt (Macht mehr Spaß, wenn man zwischendurch auch ein paar Tropfen verkostet!). Eine halbe Stunde vor Start kommen Rotkraut & Knödel in den Topf. Unser Gourmet-Geheimtipp: Mit einem Schuss Wein verfeinert schmecken die Beilagen gleich doppelt so gut …

Mit vollem Bauch ging’s nach dem Dinner volé weiter zum nächsten Programmpunkt: Activity. Kaum waren alle in Gruppen zugeteilt wurde gestikuliert, erklärt und gezeichnet, was das Zeug hielt. Wir haben einmal mehr festgestellt: Das Brettspiel ist ein Klassiker, der wirklich nie aus der Mode kommt und für eine ordentliche Portion Unterhaltung sorgt … Was bei unseren Gästen übrigens auch super Anklang fand: Eine altmodische Einwegkamera! Binnen kürzester Zeit war der Film voll. Worauf man allerdings nicht vergessen sollte, ist den Apparat dann auch zum Entwickeln zu bringen. Noch liegt er zu Hause auf der Kommode …

Fazit des Abends: Viele geleerte Flaschen Wein, einen übrig gebliebenen Truthahn im Rohr, jede Menge Rotkraut im Kühlschrank, unzählige dreckige Teller, Gläser, Besteck, (Auch daran sollte man vorher denken, wenn man keinen Geschirrspüler besitzt!) ...

Fotos gibt es von unserem Dinner übrigens kaum, warum? Wir haben im Eifer des Gefechts einfach darauf vergessen.

Thema: WOMAN testet

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