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WOMAN-Report zu Freundschaften: Wer sind echte Freunde und wie findet man sie?

Lange, innige Freundschaften geben Kraft und Halt. Aber wer sind die echten Freunde? Und findet man die auch im Internet? Der WOMAN-Report über das große Lebensthema!


WOMAN-Report zu Freundschaften: Wer sind echte Freunde und wie findet man sie?
© Roland Unger

"For good times and bad times, I’ll be on your side forever more. That’s what friends are for!“ Wunderbar ist sie, diese Hymne an die Freundschaft. Ein Loblied auf jene Menschen im Leben, auf die man immer zählen kann. Die einen lieben, so wie man ist. Doch in Zeiten von Blog-Communities und Social Networks à la Facebook wirkt der Begriff „Freund“ ein wenig inflationär. Wann ist ein Freund also ein echter Freund? Wo und wie finden wir einen? Wie viele wirklich enge Vertraute kann ein Mensch haben? Und: Was machen die Neuen Medien mit uns und unseren Freundschaften? – Acht Frauen beschreiben ihre ganz besonderen Beziehungen. Plus: Experten geben mit neuesten Erkenntnissen Einblick in diesen recht dürftig erforschten Bereich.

Intuitive Wahl
„Bei ihr kann ich ich selbst sein, ich schätze ihre Ehrlichkeit, und sie hält mir immer wieder den Spiegel vor Augen“, charakterisiert die Salzburgerin Nicole Resch, 35, ihre Freundschaft zu Nicol Fleißner, 35. Ihre Schulbekanntschaft hat sich zu einer engen Bindung vertieft: Die beiden sprechen über alles, jede ist für die andere da, sie teilen Interessen, sind regelmäßig in Kontakt. „Klassische Umstände und Faktoren für enge Beziehungen“, erläutert Psychologin und Psychotherapeutin Martina Bienenstein, „Freunde findet man praktisch überall. Man muss nur offen dafür sein, sich auf den anderen einlassen und etwas von sich geben. Wenn ich jemanden als Freund aussuche, geschieht das so intuitiv wie die Partnerwahl: Man sieht sich, harmoniert, möchte mit dem anderen Lebenssituationen teilen, sich austauschen. Man kann sein, wie man ist.“

b>Das Fundament
Da jeder etwas anderes unter einem guten Freund versteht, ist eine allgemein gültige Definition schwierig. Die Basis jedoch ist bei allen gleich: Zuneigung, Vertrauen, Wertschätzung. „Jede Freundschaft hat ihre eigenen Regeln und Gesetzmäßigkeiten“, so Bienenstein, „essenziell ist der Aspekt der Freiheit: Man kann, muss aber nichts tun, wie es oft innerhalb der Familie der Fall ist. Diese Verbindung beruht auf gegenseitigem Einverständnis.“

Altersabhängig
„Im Durchschnitt pflegen Österreicher 5,4 enge Freundschaften“, so Trendforscherin Sylvia Villani von SDI-Research. Seit zwei Jahren führt das Marktforschungsinstitut kontinuierlich eine WerteWelten®-Analyse (fragt ab, was den Menschen wirklich wichtig ist) durch. Die wichtigsten Resultate: 88 Prozent der Österreicher haben lang währende Freundschaften, 67 Prozent sogar länger als zehn Jahre; diese Verbindungen werden wichtiger, je älter die Menschen werden, da sich Familienmitglieder zerstreuen; die Zahl der engen Freunde nimmt mit dem Alter ab. „Das Alter ist sehr entscheidend, wie viele gute Freunde man hat“, bestätigt Expertin Bienenstein. „In jungen Jahren sind es mehr. Sie spielen in der Pubertät eine wichtige Rolle als Abgrenzung zu den Eltern. Im Erwachsenenalter reduziert sich die Zahl meist auf eine Hand voll. Sie sind das rote Band durchs Leben und die Stütze neben der Familie.“

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Redaktion: Petra Mühr